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Schloss Peterhof Russland

Schloss Peterhof – Das schönste Schloss Russlands

Inhaltsverzeichnis

Schloss Peterhof wird oft auch als „russisches Versailles“ bezeichnet. Vor den Toren von Sankt Petersburg gelegen, ist es ein bei Touristen beliebtes Ausflugsziel und wird jährlich von Hunderttausenden besucht. Peterhof nimmt in der russischen Geschichte eine wichtige Stellung ein, denn es steht als Symbol für die Westorientierung des Landes unter Peter dem Großen und die Vormachtstellung im Ostseeraum, die Russland ab dem frühen 18. Jahrhundert einnahm. Wir wollen euch die schönste Schlossanlage Russlands hier vorstellen, auf die Geschichte des Komplexes eingehen und euch ein paar praktische Tipps für euren Besuch von Peterhof bei Sankt Petersburg geben.

Dieses Gemälde von Yegor Meyer aus dem 19. Jahrhundert zeigt das Monplaisir-Palais, den ältesten Teil der Anlage

Die Geschichte von Peterhof

Schloss Peterhof entstand Mitte des 18. Jahrhunderts. Peter der Große hatte hier zunächst ein kleines Landhaus unterhalten. Im Zug des Großen Nordischen Kriegs konnte Russland seinen Machtbereich in der Region ausbauen und Peter ließ eine feudale Anlage in Auftrag geben, auch um den Machtanspruch Russlands zu untermauern. Auch wenn die Anlage erst lange nach dem Tod des Zaren fertiggestellt wurde, orientierte man sich an den ursprünglichen Plänen Peters. Die Architekten Braunstein, Le Blond, Miketti, Rastrelli, Woronichin und Stackenschneider zeichneten in mehreren Phasen für das Barockschlosses verantwortlich. Besonders der Name Rastrelli ist vielen noch heute ein Begriff. Der Italiener sollte sich zur selben Zeit mit Bauten wie dem Winterpalast und dem Smolnyj-Kloster in Petersburg sowie der Andreaskirche in Kiew untersterblich machen.

Umbauten am Schloss

Noch zu Lebzeiten Peters waren große Teile der Anlage bezugsfertig und fortan diente das Schloss den russischen Zarinnen und Zaren als Sommerresidenz, während sie die Winter meist im Winterpalast in Sankt Petersburg verbrachten. Unter Peters Nachfolgerin, der Zarin Anna, wurden weitere Arbeiten durchgeführt. Aber erst Zarin Elisabeth verlieh der Anlage mit der Beauftragung Rastrellis ihr heutiges Aussehen, auch wenn im Laufe der Zeit immer wieder Umbauten an Peterhof durchgeführt wurden.

Seltenes Foto aus dem Jahr 1896: So sah Peterhof vor der Zerstörung aus

Zerstörung und Wiederaufbau

1941 wurde Peterhof von deutschen Truppen eingenommen. Im Chaos der zusammenbrechenden russischen Front war es Angestellten des Schlosses immerhin gelungen, einen Teil der Kunstschätze und Brunnen zu retten. Versuche, einige Brunnen einzugraben, scheiterten aber. Nach der Einnahme Peterhofs durch die Deutschen versuchten Rotarmisten, die Anlage zurückzuerobern. Die Operation, die von der Meerseite aus erfolgte, scheiterte. In den Gärten von Peterhof kam es zu erbitterten Kämpfen. Einige überlebende Rotarmisten versteckten sich in der weitläufigen Anlage, wurden aber letztlich alle aufgespürt und getötet. Die Deutschen gingen nun dazu über, dieses für Russland so wichtige Symbol systematisch zu zerstören, sprengten Teile des Komplexes und steckten andere Bereiche in Brand.

Auch wenn eigentlich alles, was mit den Zaren zu tun hatte, den Kommunisten verhasst war, machte man sich unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs daran, Schloss Peterhof wiederaufzubauen. Zu bedeutend war der Palastkomplex für die russische Geschichte und zu wichtig war Peterhof als Symbol für den Sieg und die Wiederauferstehung der Sowjetunion. Der Wiederaufbau gelang auf meisterhafte Weise, sodass man heute kaum noch vermuten würde, dass es sich bei Peterhof nicht um die originale Anlage handelt. Allerdings wurde der Name von Peterhof geändert. Der lautet nämlich auch im Russischen Peterhof (gesprochen „Petergof“) und klang nach den Schrecken des Krieges einfach zu Deutsch. Aus Peterhof wurde so Petrodworez, erst in den 90er-Jahren gab man der Anlage ihren alten Namen zurück.

Der Aufbau von Peterhof

Angesichts eines so riesigen Areals wie Peterhof kann man schnell den Überblick verlieren. Aber eigentlich ist alles gar nicht so kompliziert. Das Areal unterteilt sich in den Unteren Park, den Großen Palast und den sich an ihn anschließenden Oberen Park. Der Untere Park ist der größte und spektakulärste Bereich von Peterhof und verfügt über zahlreiche technische aufwendige Brunnenanlagen. Im Osten geht das Areal in den Aleksandrija-Park über, der flächenmäßig den größten Teil von Peterhof einnimmt und ebenfalls einige Highlights bietet. Der untere Park wird von einem schnurgeraden Kanal durchflossen, der an einem Anleger endet, über den die meisten von euch nach Peterhof fahren werden (mehr dazu erfahrt ihr unten)

Der Untere Park

Zwei Grotten, über 60 verschiedene Brunnenanlagen und mehr als 200 vergoldete Bronzestatuen zählt der über 100 Hektar große Untere Park. Er ist somit der prachtvollste Teil der Anlage und stellt in seinem Glanz sogar den Großen Palast in den Schatten. Im Folgenden wollen wir euch die Highlights dieses Teils der Anlage vorstellen.

Große Kaskade Peterhof

Große Kaskade

Die mit Abstand bedeutendste Sehenswürdigkeit von Peterhof und eines der ikonischsten Fotomotive Russlands ist die Große Kaskade. Sie wurde von Peter dem Großen persönlich entworfen und umfasst zwei Treppen, über die das Wasser in ein halbrundes Brunnenbecken fließt. Neben vergoldeten Statuen mehrerer mythologischer Figuren stehen hier auch einige grün-goldene Vasen, die im Kontrast mit den weißen Marmorarbeiten einen wunderschönen Gesamteindruck hinterlassen.

Meereskanal Peterhof

Meereskanal

Das Wasser aus der Großen Kaskade fließt in das Brunnenbecken ein. Hier befindet sich eine Skulptur, die Samson zeigt, der einen Löwen bezwingt. Hier schießt meist der höchste Wasserstrahl in ganz Peterhof in den Himmel. Die Figur des Samson ist nicht zufällig gewählt. Zwar geht sie auf die Bibel zurück, aber der Löwe ist ein eindeutiges Symbol für Schweden, das von den Truppen Peters des Großen im Großen Nordischen Krieg besiegt wurde. Von dem Brunnen aus führt dann der lange Kanal in die Ostsee. Auch hierhinter verbirgt sich eine tiefe Symbolik, denn der Sieg über Schweden sollte den Aufbruch Russlands in ein neues Zeitalter markieren und die Vorherrschaft im Ostseeraum nach sich ziehen.

Eva Brunnen Schloss Peterhof
Quelle: Клеткин, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Evabrunnen

Westlich und östlich des Kanals stehen zwei der bezauberndsten Brunnen in Peterhof. Der Evabrunnen auf der Westseite wurde genau wie sein Pendant von dem italienischen Bildhauer Giovanni Bonazza geschaffen. Er ist von einigen schönen Gebäuden umgeben, die an griechische Tempel erinnern und die höfische Gesellschaft vor plötzlich einsetzenden Regenfällen schützen sollten.

Quelle: Ludvig14, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Adamsbrunnen

Östlich des Kanals steht der Adamsbrunnen, der abgesehen von der Statue baugleich mit dem Evabrunnen ist. Adam und Eva hatten übrigens damals eine andere Bedeutung als die, die wir aus der Bibel kennen. Sie wurden im 18. Jahrhundert als Symbol für die Großeltern der Menschheit angesehen und boten dem Zaren so die Gelegenheit, sich selbst als Großvater des russischen Volkes zu gerieren.

Quelle: Alex ‚Florstein‘ Fedorov, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Eremitage

Folgt man dem Weg vom Evabrunnen nach Nordwesten, gelangt man direkt zum Eremitage. Hier speisten der Zar und die Hofgesellschaft mit einmaligem Blick auf die Ostsee. Eine technische Meisterleistung war der Esstisch. Mithilfe von Seilzügen konnte dieser aus der Küche im Erdgeschoss durch die Decke in den Speisesaal im ersten Stock befördert werden. So konnte die höfische Gesellschaft in Ruhe essen, ohne vom Anblick der Diener „gestört“ zu werden. Wollte man Nachschub, klingelte man einfach mit einer Glocke und der Tisch erschien neu gedeckt im Speisesaal. Anfangs wurden auch die Gäste über einen Aufzug in den Speisesaal gelassen, nach einem Unfall errichtete man aber eine Treppe. Als erster Teil von Peterhof wurde die Eremitage nach dem Krieg als Museum wiedereröffnet.

Löwenkaskade Schloss Peterhof

Löwenkaskade

Peter der Große verfolgte eine architektonische Vision, die besagte, dass jedes Gebäude in Peterhof seinen passenden Brunnen erhalten sollte. Bis unweit der Eremitage die Löwenkaskade errichtet wurde, sollte es aber noch fast 100 Jahre dauern. Aufgrund von Konstruktionsfehlern wurde sie 1850 durch die heutige Brunnenanlage ersetzt, die eine Kolonnade umfasst, die sich um ein Becken formiert. Zu beiden Seiten der Konstruktion bewachen zwei Wasser spuckende Löwen das Areal, im Innern der Kolonnade befindet sich eine Statue der Nymphe Aganippe.

Menagerbrunnen und Tritonbrunnen

Westlich der Löwenkaskade befindet sich ein weiteres Brunnenensemble. Es zeigt vier kleine Jungen, die jeweils eine Brunnenschale tragen und wurde in den 1720er-Jahren in England angefertigt. Die Originaltritonen wurden von der Wehrmacht gestohlen und 1954 von einem sowjetischen Künstler durch neue Exemplare ersetzt. In dem kleinen Park mit seinen vielen Marmorstatuen daneben schießen riesige Fontänen bis zu 15 Meter in den Himmel. Die beeindruckende technische Konstruktion soll von Peter dem Großen persönlich entworfen worden sein und ist in dieser Form auch heute, rund 300 Jahre nach deren Errichtung, noch immer immer in Betrieb.

Quelle: Pavlikhin, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Goldener Berg

Südlich dieses Ensembles steht eine der beeindruckendsten Anlagen von Schloss Peterhof. Der sogenannte Goldene Berg orientiert sich am französischen Vorbild Marly-le-Roi westlich von Paris, das Peter während einer seiner Europareisen besucht hatte. Die Fertigstellung erfolgte allerdings erst nach Peters Tod. Die Treppenkaskade zeigt Statuen antiker Götter, ihren Namen verdankt sie aber den vergoldeten Kupferplatten, die hier die Stufen bilden. Am oberen Ende thronen drei besonders schöne Statuen. Die mittlere zeigt Neptun mit erhobenem Dreizack und soll den Anspruch Russlands auf die Herrschaft über das Meer symbolisieren. Im 19. Jahrhundert wurden die Marmorstatuen durch solche aus Carrara-Marmor ersetzt, viele von ihnen überdauerten den Krieg unbeschadet.

Marly Palais Schloss Peterhof

Marly-Palais

Malerisch auf einer Landbrücke im Marly-Teich gelegen steht das Marly-Palais, das ebenfalls auf Peters Besuch in Frankreich zurückgeht. Es diente dem Zaren als bescheidener Rückzugsort, später als Gästehaus für hohen Besuch und ist insbesondere in Kombination mit dem einst der Fischzucht dienenden Teich ein beliebtes Fotomotiv und eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten im westlichen Teil des Unteren Parks. Heute werden hier Gemälde und Dinge aus dem persönlichen Besitz Peters des Großen gezeigt.

Monplaisir Schloss Peterhof
Brunnenstatue vor dem Monplaisir-Palais

Monplaisir-Palais

Das Monplaisir-Palais ist der älteste Teil von Peterhof. Peter der Große entwarf das Gebäude eigenhändig im von ihm so geliebten holländischen Stil und wählte diesen Ort aus, da er ideal zwischen dem Hafen von Kronstadt und Petersburg lag. Direkt am Wasser gelegen, staffierte der Zar sein Palais mit Gemälden aus, die er in Westeuropa erworben hatte. In der Umgebung des Palais stehen zahlreiche Brunnen, darunter auch einige Spaßbrunnen, die gerade bei Kindern für viel Freude sorgen.

Quelle: Chezenatiko, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Orangerie und Tritonbrunnen

Ein absoluter Blickfang im östlichen Teil des Unteren Parks ist die Orangerie mit dem goldenen Trintonbrunnen davor. Die eindrucksvolle Brunnenskulptur zeigt Triton, der einem Seeungeheuer den Schlund aufreißt, aus dem eine Wasserfontäne in das große Becken quilt. Die Orangerie diente einst als Gewächshaus für exotische Früchte. Auch der kleine Garten um die Orangerie ist einen Besuch wert, neben Blumenbeeten finden sich hier auch einige Obstbäume und es wird Gemüse angebaut.

Quelle: Nikamart, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Pyramidenbrunnen

Um in der Wasserfontäne östlich der Orangerie eine Pyramide zu erkennen, bracht man schon eine gewisse Fantasie. Nichtsdestotrotz handelt es sich um einen der schönsten Brunnen von Peterhof, auch weil hier das Wasser im Zentrum steht und nicht nur als Beiwerk zu Skulpturen oder architektonischen Konstruktionen dient. Östlich des Pyramidenbrunnens beginnt dann bereits der Aleksandrija-Park, der zu weitläufigen Spaziergängen einlädt.

Quelle: Nikolai Bakhmarov, Wikimedia Commons, CC BY 3.0

Schachbrettkaskade

Die ungewöhnlichste und lustigste Kaskade von Peterhof befindet sich südöstlich der Orangerie an der natürlichen Anhöhe, die den Unteren Park vom Großen Palast und dem Oberen Park trennt. Drei bunte Drachen „speien“ hier vor einer stilisierten Drachenhöhle Wasser aus, das über mehrere Schachbrettstufen in ein Becken fließt. Peter hatte eigentlich einen Brunnen in Auftrag gegeben, der einer zerstörten Festung gleichen sollte, ein weiteres Symbol für den Sieg Russlands über Schweden. Seine Nachfolger entschlossen sich dann aber, der Kaskade eine leichtere und lustige Note zu geben, die sicher viele der illustren Gäste des Hofes erheitert haben dürfte. Die Marmorstatuen zu beiden Seiten der Kaskade wurden im Krieg eingegraben und konnten so vor der Zerstörung bewahrt werden.

Der Sonnenbrunnen im Aleksandrija-Park

Aleksandrija-Park

Der Aleksandrija-Park östlich des Unteren Parks entstand nicht etwa unter Peter dem Großen, sondern wurde erst rund 100 Jahre später von Zar Nikolaus I. auf den Resten der Anlage von Alexander Menschikow, eines Vertrauten Peters des Großen, in Auftrag gegeben. Der Zar ließ hier eine schickes Palais und eine neogotische Kirche in Auftrag geben, außerdem stand hier Russlands erste Telegraphenstation. Geschichte schrieb der Ort auch, weil hier Zar Nikolaus II. nach der Revolution von 1905 eine Erklärung unterzeichnete, die die Bildung der Duma nach sich zog, des ersten russischen Parlaments.

Großer Palast

Bei all den vielen prächtigen Brunnen und schönen Parkanlagen könnte man glatt vergessen, dass hier ja auch noch ein Palast steht. Der Große Palast wurde ab 1714 errichtet und bereits 1723 weitgehend fertiggestellt. Damals sah er aber noch anders aus, Peter war weiß Gott nicht für seine Prunksucht bekannt, das heutige Aussehen geht daher auf Umbauten und Verzierungen seiner Nachfolger zurück. Auch der berühmte Rastrelli legte Hand an dieses barock-klassizistische Meisterwerk an. Im Krieg fast komplett zerstört, gleicht es einem Wunder, dass der Palast heute nach seiner Wiedererrichtung genau so wirkt wie das Original.

Der Ballsaal ist eines der Highlights im Großen Palast (Quelle: Ninara, Wikimedia Commons, CC BY 2.0)

Im Innern des Großen Palasts erwarten euch zahlreiche prächtige Repräsentationsräume wie der Thron- und der Ballsaal. Es sind aber gerade die kleineren, intimeren Räumlichkeiten, die den Reiz des Anwesens ausmachen. Chinesische und türkische Salons, Peters Arbeitszimmer und vieles mehr erwarten euch hier und ihr solltet für einen Besuch des Großen Palast mindestens zwei Stunden einplanen.

Schlosskirche Peterhof

Schlosskirche

Die barocke Schlosskirche an der Ostseite des Großen Palastes ist ein Meisterwerk Rastrellis und wurde unter Zarin Elisabeth Petrowna in Auftrag gegeben. Auch wenn sie bescheidener wirkt als viele der monumentalen Kirchengebäude in Sankt Petersburg, ist sie dennoch von großer Bedeutung, schließen fanden hier mehrere wichtige Hochzeiten statt, Zaren wurden hier getauft und die kaiserliche Familie kam hier zusammen, um nach großen Siegen zu beten. Das recht schlichte Äußere soll aber nicht über die farbenfrohe Pracht im Innern hinwegtäuschen. Die Kirche schließt sich an den sogenannten Olga-Flügel an, der diesen Namen erhielt, als zu Ehren der Vermählung der Zarentochter Olga mit Prinz Karl von Württemberg ein dritter Stock errichtet wurde.

Schatzkammer Peterhof

Schatzkammer

Auf der anderen Seite des Palasts erhebt sich die Schatzkammer mit ihrer goldenen Kuppel. Auch für dieses Gebäude war Rastrelli verantwortlich, ursprünglich trug es den Namen Wappenpavillon. Auch dieser Ort diente der Unterbringungen von Staatsgästen. In der Schatzkammer werden heute Staatsgeschenke, wertvolle kirchliche Utensilien und Gegenstände aus dem persönlichen Besitz der kaiserlichen Familie gezeigt.

Der Mescheumnij-Brunnen im Oberen Park zeigt einen Drachen und vier Delfine

Der Obere Park

Der Obere Park kann in Sachen Pracht bei Weitem nicht mit dem Unteren Park mithalten, zumal da er viel kleiner ist. Die streng symmetrische Anlage ist aber dennoch einen Besuch wert. Der Obere Park von Peterhof besteht aus fünf Wasseranlagen – zwei quadratischen Brunnenanlagen direkt beim Palast, dem Eichenbrunnen und dem Neptunbrunnen in der Mitte und dem Mescheumnij-Brunnen am Parkausgang. Die quadratischen Brunnenanlagen erfüllen übrigens einen wichtigen Zweck, denn sie speisen die Brunnen im Unteren Park mit Wasser.

Neptunbrunnen Peterhof

Neptunbrunnen

Der Neptunbrunnen ist die größte und prächtigste Anlage im Oberen Park und zeigt den Gott des Meeres, der über Peterhof wacht und natürlich ebenfalls ein Symbol des maritimen Machtstrebens Russlands ist. Interessantes historisches Detail: Ursprünglich sollten die Skulpturen des Brunnens auf dem Nürnberger Hauptmarkt stehen, Zar Paul I. scheint aber wohl etwas mehr geboten zu haben. Und so steht der barocke Neptunbrunnen heute inmitten einer ansonsten strickt klassizistischen Landschaft.

Peter Paul Kathedrale Peterhof

Olga-Teich

Auf der anderen Straßenseite befindet sich jenseits von Schloss Peterhof noch eine weitere Anlage, die ihr unbedingt besuchen solltet, der Olga-Teich. Auf zwei miteinander verbundenen Inseln stehen hier je ein Pavillon aus der Zarenzeit. Das Olga-Pavillon war ein Geschenk Nikolaus I. an seine Tochter zu deren Hochzeit mit Karl von Württemberg und bringt ein wenig mediterranes Flair in den hohen Norden, denn es wurde im sizilianischen Stil errichtet. Dort hatte Karl nämlich um die Hand von Olga angehalten. Viel wird sie von dem Pavillon nicht gehabt haben, denn nach der Hochzeit zogen die beiden nach Stuttgart. Das Zarinnenpavillon auf der anderen Insel soll hingegen an das antike Pompei erinnern.

Das schönste Gebäude am Olga-Teich ist aber die Peter-und-Paul-Kathedrale. 70 Meter ist sie hoch und somit eine der höchsten orthodoxen Kirchen der Welt. Um 1900 errichtet, erinnert sie stark an die Moskauer Basiliuskathedrale und die Bluterlöserkirche in Sankt Petersburg. Ursprünglich wollten die Sowjets das Gebäude sprengen, glücklicherweise kam es dazu aber nicht. Daher könnt ihr heute zum Abschluss eures Besuchs von Peterhof eine der schönsten Kirche im Umland besuchen.

Schon die Anfahrt mit dem futuristischen Meteor ist ein Erlebnis

Praktische Tipps Schloss Peterhof

  • Ihr solltet wissen, dass die Brunnen nicht das ganze Jahr über aktiv sind. Die jährliche Brunneneröffnung hängt vom Wetter ab und wird mit einem großen Fest gefeiert. Meist sind die Brunnen und Kaskaden zwischen April und Oktober aktiv. Über die genauen Termine könnt ihr euch auf der Website des Museums Peterhof informieren.
  • Es gibt mehrere Möglichkeiten, nach Peterhof zu gelangen. Die schnellste und mit Abstand coolste ist die Fahrt mit dem Tragflügelboot Meteor. Mit dem Meteor seid in nur 35 Minuten von Petersburg in Peterhof. Alternativ könnt ihr auch mit dem Zug fahren, der nächstgelegene Bahnhof heißt Nowij Pedrodworez. Von dort fahren Sammeltaxis nach Peterhof, ihr könnt die Strecke aber auch zu Fuß zurücklegen (ca. 15 Min.).
  • Es gibt unzählige Tickets für Peterhof. Schließlich gibt es ganze 23 Museen zu entdecken! Egal, für welchen Bereich ihr euch entscheidet, der Obere und der Untere Park sollten auf jeden Fall Teil eures Peterhof Besuchs sein. Wichtig: Der Zutritt zum Unteren Park ist nur einmal möglich. Um zum Oberen Park zu gelangen müsst ihr aber den Unteren Park verlassen. Wenn ihr dann wieder zurück zum Meteor wollt, müsst ihr also ein neues Ticket kaufen.
  • Wir empfehlen euch, eine Tour durch Peterhof zu buchen. Bei dieser Tour* werdet ihr in Petersburg vom Hotel aus abgeholt. Bei der vierstündigen englischsprachigen Erkundung von Schloss Peterhof erfahrt ihr alles Wichtige über die Anlage. Ihr wollt einen Besuch von Peterhof mit der Besichtigung des Katharinenpalasts von Zarskoje Selo/Puschkin verbinden? Dann ist diese Tour* genau richtig für euch. Sie ist auch auf Deutsch verfügbar, dauert 7 Stunden und umfasst ebenfalls eine Abholung im Hotel in Sankt Petersburg.

Buchtipps Schloss Peterhof

Ihr wollte Petersburg besichtigen, euch aber auch die Paläste jenseits der Stadtgrenze anschauen? Ich habe für den Reise Know-How Verlag einen Reiseführer über die Stadt verfasst, der viele praktische Tipps, aber auch spannende Hintergrundberichte enthält und euch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Zarenstadt ausführlich vorstellt.

Ihr interessiert euch für die Architektur(geschichte) von Petersburg und dessen Umgebung? Dann empfehle ich euch den Architekturführer Sankt Petersburg, den unsere Kollegin Heike Maria Johenning bei dom Publishers veröffentlicht hat.

Wie hat euch unsere Reise nach Peterhof bei Sankt Petersburg gefallen? Was sind für euch die schönsten Sehenswürdigkeiten in Russland? Lasst es uns gerne wissen und schreibt uns einen Kommentar. Und folgt gerne auch Wildeast auf Facebook oder Pinterest, um immer über die neusten Artikel auf dem Laufenden zu bleiben.

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Markus Bingel hat lange in Polen, der Ukraine und Russland studiert und gearbeitet. Als Reisebuchautor zieht es ihn mehrmals im Jahr in die Länder des „Wild East“ – und noch immer ist er jedes Mal fasziniert von dieser Region. Als Co-Gründer des Blogs möchte er euch gerne die unbekannten, spannenden und immer wieder überraschenden Seiten Osteuropas vorstellen.

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