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Dresden Neustadt

Dresden Neustadt – Sehenswürdigkeiten im alternativen Viertel

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Dresden Neustadt ist das andere Dresden. Es liegt nicht nur auf der anderen Elbseite, manchmal könnte man meinen, es läge immer noch ein bisschen auf einem anderen Stern. Denn hier ist man weit weg von den Touri-Bussen der Kaffeefahrten, die zu den Dresden Sehenswürdigkeiten der Altstadt führen. Die Neustadt ist zwar ebenfalls bei Touristen beliebt. Dennoch findet sich in Dresden-Neustadt immer noch der alte Nachwende-Charme, der dieses Viertel einst ausgemacht hat. Hier lebten Hausbesetzer, es wurden wilde Partys gefeiert und jedes Jahr zum BRN (Bunte Republik Neustadt) gab es Krawalle. Heute geht es hier gediegener zu. Viele Hausbesetzer von gestern haben heute Bioläden oder führen Szene-Kneipen. Krawalle gibt es nur noch selten.

Pfunds Molkerei

Pfunds Molkerei ist wohl der schönste Milchladen der Welt. Hier stoppen die Sightseeing-Doppeldecker beinahe im Minutentakt. Die Molkerei ist mit hunderten kunstvoll gestalteten Fliesen ausgekleidet. Hier wurde gezeigt, dass Milch hygienisch sauber produziert werden konnte. Schnell führte man auch die Pasteurisierung ein. Und dies war auch der erste Ort, an dem überschüssige Milch zu Kondensmilch verarbeitet wurde. Der Laden überstand die Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg unbeschadet. Auch die DDR überlebte er, wenn der Laden auch zeitweilig geschlossen war. Heute werden hier Rohmilchprodukte angeboten und Verkostungen durchgeführt. Ich kann die Buttermilch und den Mix empfehlen. Sehr lecker!

Goldener Reiter

Beim Goldenen Reiter denken viele zuerst an das Lied von Joachim Witt. Das ist hier aber nicht gemeint. Denn der Goldene Reiter am Neustädter Markt ist das bekannteste Denkmal von Dresden. Es zeigt August den Starken auf einem Pferd sitzend, wie er nach Osten reitet. Es erinnert damit an die Doppelherrschaft von August über Sachsen und Polen. Das Standbild ist vergoldet, womit sein Name erklärt wäre. Die Frage bleibt nur, ob das auch Joachim Witt weiß.

Dreikönigskirche – Beste Aussicht in der Neustadt

Die Dreikönigskirche ist eines der markantesten Gebäude der Neustadt und schon wegen ihrer Höhe auch von der Altstadt aus gut sichtbar. Die barocke Kirche wurde 1732 bis 1739 errichtet und im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt. Erst Ende der 1980er Jahre wurde sie wiederaufgebaut. Hier fand 1990 die konstituierende Sitzung des neu gebildeten sächsischen Landtages statt, der hier bis 1993 seinen Sitz hat. Die Kirche selbst verfügt über einige interessante Stilelemente wie das Relief Totentanz. Am besten ist jedoch die Aussicht, die ihr nach einem Aufstieg zur Plattform auf den 87 Meter hohen Turm (5 Euro) genießen könnt.

Alaunstraße Dresden Neustadt
Die Alaunstraße gehört zu den bekanntesten Straßen der Neustadt

Dresden Neustadt – die wichtigsten Straßen

Das Leben in Dresden Neustadt spielt sich vor allem um einige Straßenzüge ab. Die wichtigsten Straßen für einen schönen Bummel durch die Neustadt sind:

  • Alaunstraße
  • Louisenstraße
  • Görlitzer Straße
  • Rothenburger Straße
  • Böhmische Straße
  • Bautzener Straße
  • Jordanstraße

Auch das Hecht-Viertel ist sehr sehenswert, aber dazu gleich mehr.

Kunsthofpassage

Die Kunsthofpassage besteht aus einem zusammengelegten Durchgang von fünf kleineren Höfen. In diesen wurden die Fassaden ausgestaltet und es wurden Skulpturen und andere Kunstwerke aufgestellt. Jeder der Höfe hat ein eigenes Thema:

  • Der Hof der Elemente ist für mich mit seinen Regenwasserrohren und der blauen Gestaltung der schönste Hof.
  • Der Hof der Fabelwesen zeigt mit großen Wandgestaltungen und sogar Fliesen, die extra aus Portugal hergebracht wurden, ein mythisches Reich.
  • Der Hof des Lichts wird durch Metallspiegel, die das Sonnenlicht spiegeln, hell.
  • Im Hof der Tiere mit der riesigen Giraffe und anderen Tieren fühlt man sich wie im Dschungel.
  • Der Hof der Metamorphosen zeigt scheinbar vergängliche Kunstwerke.

Die Höfe können auch bei Dunkelheit besucht werden und sind an den Abenden schön beleuchtet. Geht hier aber nicht zu spät und nicht zu laut hin, denn das Schöne an der Neustadt ist, dass auch in einem Kunstwerk noch Menschen leben.

Hecht-Viertel

Das Hecht-Viertel war seit Ende des 19. Jahrhunderts ein klassisches Arbeiterviertel. Hier lebten in den vier- bis fünfstöckigen Gebäuden vor allem Industriearbeiter der nahen Werke. In der DDR in Dresden verfielen die Gebäude, da die Regierung lieber auf den Bau von Plattenbauten setzte. Das war das Glück des Viertels, denn so erhielt sich die Bausubstanz und konnte nach und nach saniert werden. Auch die Ruine der Kirche St. Pauli wurde instandgesetzt. Heute ist der Hecht ein gut gemischtes Viertel. Es gibt viele Kneipen und ein paar Szeneläden. Durch die räumliche Trennung vom Rest der Neustadt durch die Königsbrücker Straße herrscht im Hecht auch immer ein wenig eine Inselmentalität.

Wochenmarkt Alaunpark Dresden Neustadt

Alaunpark

Der Alaunpark ist so etwas wie die Spielwiese von Dresden Neustadt. Hier treffen sich die Neustädter und ihre Gäste zum Chillen und Sport treiben. Hier gibt es auch einen Wochenmarkt, auf dem ihr frische und Bio-Lebensmittel kaufen könnt. Wir empfehlen: Zum Entspannen eine Decke und ein gutes Buch mitbringen und genießen!

BRN Bunte Republik Neustadt - Dresden
Die Fahne der BRN war ein umweltfreundliches Recyceln der DDR-Fahne

BRN – Bunte Republik Neustadt

Die Bunte Republik Neustadt, auch einfach BRN genannt, ist das bekannteste Fest der Neustadt. Bunte Republik heißt es, weil es zwischen 1991 und 1993 in Dresden Neustadt tatsächlich eine selbsterklärte Republik gab. Sie hatte eine Grenze, die mit weißen Strichen auf der Straße vermerkt war und es gab eigene Minister und Ministerien sowie eine eigene Währung – die Neustadt-Mark. Die Flagge der BRN ist die deutsche Fahne mit einem Mickey-Mouse-Gesicht. So konnte man in der damaligen Zeit die DDR-Fahnen umweltfreundlich recyceln.

Mittlerweile findet die BRN jedes Jahr im Juni statt. 2020 fiel sie allerdings wegen Corona aus. Beim Stadtteilfest gibt es einen Umzug und viele Stände mit Livemusik und Unterhaltung. Die BRN ist immer ein guter Grund, um Dresden-Neustadt zu besuchen! Mehr Infos zum kommenden Fest gibt es auf der Webseite der BRN.

Café Komisch

Das Café Komisch ist ein Neustädter Original. Naja ok, fast. Es gibt das Café aber immerhin schon mehr als 15 Jahre. Im Komisch gibt es leckeres Softeis, was ja eine ostdeutsche Tradition ist. Manchmal ist die Schlange für das Softeis so lang, dass die Gäste bis an die Alaunstraße anstehen. Softeis gibt es in Dresden Neustadt zwar auch anderswo, aber hier ist es eben besonders lecker.

Bautzner Tor Dresden Neustadt

Bautzner Tor

Für mich ist die Kneipe Bautzner Tor ein absolutes Muss in Dresden Neustadt. Hier treffen sich einfach alle – vom Studenten über den Arbeiter bis zum Rentner. Mittlerweile ist das Tor zwar eine ganze Ecke hiper geworden als früher, aber es gibt immer noch das leckere Bauernfrühstück und tolles Bier aus regionalen Brauereien. Das könnt ihr auch bei einer Bierverkostung mit einer Bierexpertin durchprobieren. „Betreutes Trinken“ nennen die Besitzer das. Im Bautzner Tor könnt ihr auf jeden Fall einen gemütlichen Abend mit Freunden verbringen und ein bisschen die Eindrücke eures Neustadt-Spaziergangs verarbeiten.

Thalia Kino

Das Thalia ist nicht nur eines der ältesten Kinos der Stadt, sondern auch eines der kleinsten. Als ich hier Mitte der 2000er Jahre einen Film schauen war, konnte man hier sogar noch rauchen. Seit 2008 ist das nicht mehr erlaubt. Das kleine Programmkino zeigt interessante Filme abseits des Mainstreams und wurde mehrfach als eines der besten Programmkinos in Deutschland ausgezeichnet.

Jüdischer Friedhof Dresden Neustadt

Alter Jüdischer Friedhof Dresden-Neustadt

Der Alte Jüdische Friedhof in Dresden Neustadt gehört zu den eher unscheinbaren Sehenswürdigkeiten. Dabei ist er einer der am besten erhaltenen jüdischen Friedhöfe in Deutschland. Sein Glück war vermutlich, dass niemand ihm weiter Beachtung schenkte. Das änderte sich weder im Dritten Reich noch in der DDR. Erst nach der Wende wurde das Gelände langsam saniert. Der Verein HATiKVA e. V. betreut ihn mittlerweile. Hier könnt ihr an einer Führung teilnehmen und die 1263 Gräber bestaunen.

Erich-Kästner-Museum

Der wohl bekannteste deutsche Kinderbuchautor wurde in Dresden geboren und lebte hier. Ihm zu Ehren hat die Stadt Dresden das Haus in der Antonstraße 1, in dem sein Onkel lebte und das im Buch Als ich ein kleiner Junge war beschrieben wird, zu einem Museum umgebaut. Dieses Konzept-Museum ist, wenn man es zusammenklappen würde, nur 3 × 2 × 1,2 Meter groß. Zudem gibt es einen Zwilling der Ausstellung, der um die Welt reist. Ein Doppeltes Lottchen des Museums sozusagen. In der Ausstellung könnt ihr durch das Öffnen von Schubladen mehr über das Leben von Erich Kästner erfahren.

Markthalle Dresden Neustadt

Markthalle

Die Neustädter Markthalle ist die einzige erhaltene Markthalle dieser Art in Dresden. Nachdem sie auch zu DDR-Zeiten als Kaufhalle genutzt wurde, wurde sie im Jahr 2000 wiedereröffnet. Seitdem gibt es hier kleine Läden und Boutiquen. Die Zahl der Mieter schrumpft allerdings immer weiter und die Auswahl ist nicht groß. Die Markthalle selbst ist aber begehbar und eignet sich gut für schöne Fotos.

Street-Art in Dresden Neustadt genießen

In der Neustadt gibt es einfach so viel zu sehen. Allein schon durch die Straßen zu schlendern ist ein Erlebnis. An unzähligen Ecken gibt es Kunstwerke zu sehen. Manche besser, manche nicht so. Wir wollten euch diese schönen Ecken nicht ersparen und laden euch hier zu einem Bilderspaziergang durch Dresden Neustadt ein.

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