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Estland

Estland

Infos zu Estland

Einwohnerzahl

1,32 Mio.

Fläche

45.000 km²

Staatsform

Parlamentarische Republik

Währung

Euro

Hauptstadt

Tallinn

Amtssprache(n)

Estnisch

Religion(en)

überwiegend konfessionslos, evangelisch-lutherisch, russisch-orthodox

Telefonvorwahl

+372

Nationalfeiertag

24. Februar (Unabhängigkeitstag)

Das kleine Estland fällt in der Berichterstattung öfter als Musterschüler auf. Spitzenergebnisse bei der PISA-Studie zum Lernerfolg von Schülern? Check! Zwei-Prozent-Ziel der NATO bei den Verteidigungsausgaben? Erfüllt. Niedrigste Staatsschuldenquote in der gesamten EU? Auch das. Und bei der Digitalisierung spielt Estland ganz vorn mit, mit digitalen Parlamentswahlen, Personalausweisen und Krankenakten. Es gibt sogar eine digitale Staatsbürgerschaft, die es Ausländern ermöglicht, in Estland Unternehmen zu gründen.

Haben sich die Esten also in eine Gesellschaft von seelenlosen Tech-Fanatikern verwandelt? Mitnichten. Irgendwie schaffen sie es auch, ihr kulturelles Erbe zu pflegen, und zwar mindestens mit demselben Elan, mit dem sie die Modernisierung vorangetrieben haben. Da sind an erster Stelle die berühmten Sängerfeste zu nennen, die alle fünf Jahre auf dem Sängerfestplatz in der Hauptstadt Tallinn stattfinden. Volkslieder und -tänze werden von Chören und Vereinen im ganzen Land gepflegt. Für Musikkenner hat Estland schon lange einen Platz auf der Landkarte, etwa durch den Komponisten Arvo Pärt oder hochkarätige Ensembles wie Vox Clamantis.

Die Kostüme für die Sängerfeste werden in Handarbeit geschneidert und dann stolz präsentiert. Die traditionellen Rauten und Blumenmuster werden von Designerinnen und Designern kreativ verarbeitet und in schicken Boutiquen in Tallinn verkauft. Design ist überhaupt allgegenwärtig: Schon bei der Ankunft am Tallinner Flughafen landet man eher in einer gestylten Wohlfühloase als in einem kühlen Zweckbau, den man von einem Flughafen hätte erwarten können. Manche Viertel in Tallinn, wie das Rotermann-Quartal auf einem alten Industriegelände oder der Port Noblessner rund um eine U-Boot-Werft eines Sprosses der Nobel-Dynastie, sehen aus wie Spielwiesen für Architekturexperimente.

Auf einer Reise nach Estland kannst Du einige solcher Überraschungen erleben. Trotz seiner kleinen Bevölkerung – Estland hat weniger Einwohner als Hamburg – ist es ein dynamisches, kreatives und vielfältiges Land. Wenn Du Dich für Kultur und Geschichte interessierst, gibt es ein echtes Mosaik an historischen Spuren zu entdecken. Skandinavisch sind die schon genannten Chor- und Designtraditionen, ebenso wie viele Banken und andere Großunternehmen. Spannend ist die Geschichte der Küstenschweden, die sich in Westestland und auf den Inseln noch in Form schwedischer Ortsnamen und in Museen entdecken lässt. Deutschbaltisch sind heute wieder die Namen vieler Hotels und Restaurants, aber die Prägung geht viel tiefer. Architektur, Literatur, Kunst – überall ist der jahrhundertelange Einfluss der deutschbaltischen „Barone“ sichtbar. Noch heute kannst Du überall im Land, auf Friedhöfen, in Kirchen, Gutshöfen und Burgen deutsche Namen finden. Die sichtbarsten Spuren der Sowjetzeit sind die riesigen Trabantenstädte rund um die Städte, aber selbst in kleinen Dörfern trifft man häufig auf einen Wohnblock einer nahegelegenen, ehemaligen Kolchose. Ein Erbe der Sowjetzeit ist auch die große russische Minderheit, die etwa in der Grenzstadt Narva rund 90 % der Bevölkerung stellt und deren Integration in den immer noch jungen Staat eine Herausforderung darstellt.

Zwischen all diesen geschichtlichen Spuren wirst Du auf einer Reise durch Estland aber noch etwas anderes finden: Entschleunigung. Die Bevölkerungsdichte beträgt weniger als 1/7 der von Deutschland. Abseits der Städte und der wenigen Hauptstraßen (das Autobahn“netz“ beschränkt sich auf wenige Kilometer rund um Tallinn) wartet einsame und stille Natur. Das große Sumpfgebiet von Soomaa und die Vogelrastplätze im Nationalpark Vilsandi sind Naturschätze von internationalem Rang. Auch das gehört zu einer Reise nach Estland: Dass Du alleine an einem wunderschönen Strand in den Sonnenuntergang schaust und Dich fragst, wieso eigentlich sonst keiner da ist.

Die wichtigsten Tipps für Deine Reise

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Die schönsten Reiseziele Estlands

Estland

Tallinn

Rund ein Drittel aller Esten lebt in der Hauptstadt Tallinn am Finnischen Meerbusen. Die ehemalige Hansestadt hat in den letzten Jahren einen rasanten Wandel durchlebt. Zum mittelalterlichen Altstadtkern und sowjetisch geprägten Außenbezirken mit vielen spannenden Bauten haben sich zahlreiche kreative Hotspots gesellt. Es sind diese Gegensätze, die einen Besuch von Tallinn so interessant machen und jedes Jahr zahlreiche Touristen anziehen.

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Die Ostseeinseln

Genau 2222 Inseln zählt Estland in der Ostsee. Die größten von ihnen, Saaremaa und Hiiumaa, sind Teil der Moonsund-Inselgruppe und des UNESCO-Biosphärenreservats Westestnischer Archipel. Durch ihre früher recht isolierte Lage ist das Leben hier auch heute noch spürbar anders als auf dem Festland. Malerische Leuchttürme, hübsche alte Windmühlen und vor allem sehr viel Entspannung und Ruhe erwarten euch hier.

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Der Westen

Wälder, Sümpfe und Nationalparks mit zahlreichen Vogelarten – schöner und urtümlicher als hier an der Westküste Estlands geht es kaum. In der idyllischen Landschaft verbergen sich außerdem zahlreiche historische Kirchen und rote Holzhäuser, die für ein skandinavisches Flair sorgen. Pärnu, die wichtigste Stadt der Region, ist zudem bei Esten sehr beliebt und gilt auch als Estlands Sommerhauptstadt.

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Zentralestland

Das Herz Estlands um die Kreise Raplamaa, Järvamaa und Jõgevamaa ist für viele Touristen noch Neuland. Das hat durchaus seine Vorteile, denn so kann man die Natur mit ihren Mooren und Karstgebieten ganz in Ruhe genießen. In den kleinen Städten Paide und Põltsamaa könnt ihr zudem noch alte Burgruinen bestaunen.

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Der Süden

Unzählige Seen und Wälder prägen den Süden des Landes, außerdem ist es hier für estnische Verhältnisse hügelig. Ganz im Südosten liegt die Heimat der Seto, einer Minderheit, die vor allem für ihre Lieder und ihren traditionellen Lebensstil bekannt ist. Tartu ist die zweitgrößte Stadt des Landes und Heimat der ältesten Universität Nordeuropas. Hier treffen hippe Kultur und studentisches Leben auf einen historischen Altstadtkern – ein spannender Mix und daher eines der schönsten Reiseziele in ganz Estland.

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Der Nordosten

Der Nordosten Estlands ist vor allem von den zwei bedeutenden Städten Narva und Rakvere geprägt. Hier leben viele Angehörige der russischen Minderheit und sorgen so für einen interessanten Kulturmix. Rakvere am Rand des Lahemaa-Nationalparks ist vor allem für seine Burgruine bekannt, während die Hermannsfestung in Narva, die besterhaltene des Landes, am Narva-Fluss die russische Grenze bewacht. Ihr gegenüber steht im russischen Iwangorod ebenfalls eine Festung. Entlang der schicken Uferpromenade könnt ihr euch so einen Überblick über die mit Sicherheit schönste aller EU-Außengrenzen verschaffen – gute Fotomotive garantiert.

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