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Anhalt Sehenswürdigkeiten Goitzsche

Anhalt Sehenswürdigkeiten – Was es im Osten von Sachsen-Anhalt zu sehen gibt

Inhaltsverzeichnis

Anhalt ist so etwas wie das Kernland von Sachsen-Anhalt. Denn auch wenn Sachsen-Anhalt ein künstlich geschaffenes Bundesland ist, so haben doch Landesteile wie Anhalt eine lange eigene Geschichte. Dementsprechend gibt es auch hier viele historische Orte zu entdecken.

Sehenswürdigkeiten in Dessau

Dessau galt vor dem Zweiten Weltkrieg als eine der fortschrittlichsten Städte in Deutschland. So waren hier nicht nur viele Industriewerke angesiedelt, sondern auch das Klima war progressiv. Dadurch entstanden einige interessante Anhalt Sehenswürdigkeiten.

Bauhaus Dessau

Bauhaus Dessau

Das Bauhaus ist die Meisterschule für alle Gestaltungsrichtungen schlechthin. Einige der besten Künstler ihrer Gattungen lernten hier zusammen mit anderen ihr Fach. Bis heute könnt ihr die beeindruckenden Bauten des Bauhaus in Dessau bewundern. Die UNESCO hat das Bauhaus nicht umsonst in das Weltkulturerbe aufgenommen. In unserem Artikel zum Bauhaus Dessau geben wir einen Überblick über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Technikmuseum Hugo Junkers in Dessau

Eng zusammengearbeitet mit dem Bauhaus hat Hugo Junkers. Der geniale Unternehmer baute in Dessau sein Firmenimperium auf. Weil er gegen die Nazis war, entfernten die ihn aus dem Unternehmen. Dessau aber erinnert sich heute gern an den Vordenker, der nicht nur den Flugzeugbau revolutionierte. Im Museum gibt es, wie sollte es auch anders sein, natürlich auch eine Ju88 zu sehen. Diese Maschine war eine der wichtigsten Entwicklungen der Junkers-Werke, aber bei weitem nicht die einzige.

Marienkirche Anhalt Sehenswürdigkeiten

Stadtzentrum Dessau mit Marktplatz

Dessau hat natürlich auch ein Stadtzentrum. Im Krieg wurde die Stadt stark zerstört. Die DDR-Regierung setzte deshalb viele Plattenbauten in die historische Stadtmitte. Dennoch gibt es auch hier noch einige alte Gebäude zu sehen. Neben dem Rathaus, das originalgetreu wiederaufgebaut wurde, gibt es hier auch die Marienkirche zu besichtigen. Der spätgotische Hallenbau prägt das Zentrum. Vom Turm habt ihre eine fantastische Sicht, auch auf die nahe Elbe.

Schlösser in Dessau

In Anbetracht des Wörlitzer Parks (siehe unten) und des Bauhauses vergessen viele Besucher, dass es neben den Parks und Schlössern in Wörlitz auch in Dessau noch Schlösser und Gärten gibt, die ebenfalls zum UNESCO-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz gehören.

Georgium

Einst von Prinz Johann-Georg von Anhalt ab 1780 angelegt, ist das Georgium Dessau ein wahres Kleinod mitten im Zentrum der Stadt. Der englische Landschaftsgarten zählt zu den schönsten des Gartenreichs und das ehemalige Schloss beherbergt heute die Anhaltinische Gemäldegalerie.

Luisium

Das Luisium ist die perfekte Alternative zum Wörlitzer Park. Hier ist es wesentlich weniger voll, besonders an den Wochenenden. Dennoch gibt es auch hier künstliche Ruinen, Brücken und einige klassizistische Gebäude zu sehen, die an den Glanz der Fürsten von Anhalt erinnern.

Schloss und Park Mosigkau

Das Schloss Mosigkau geht auf die Prinzessin Anna Wilhelmine zurück. Sie heiratete nie, erbte jedoch ziemlich reichlich und konnte es sich daher leisten, dieses Prachtensemble errichten zu lassen. Das Schloss wird auch das „kleine Sanssouci“ genannt, da es in feinstem Rokoko errichtet wurde. Auch der Schlosspark steht den anderen Gärten in nichts nach.

Jagdbrücke Dessau

In Dessau lässt es sich zudem gut Spazieren. Ein besonderes Ausflugsziel ist die Jagdbrücke. Diese überdachte Holzbrücke führt über die Mulde und gibt ein sehr schönes Fotomotiv ab. Einst war die Mulde einer der dreckigsten Flüsse in Deutschland. Doch seit der Wende erholt sich das Gewässer und hat mittlerweile auch hier wieder einen gesunden Fischbestand.

Dessau-Geheimtipp: Räucherturm

Gerade in der Corona-Pandemie war der Turm der Marienkirche oft nicht zugänglich. Daher ist der kostenlose Aufstieg auf dem Räucherturm eine gute Alternative. Von dem 26 Meter hohen Turm könnt ihr recht weit blicken, auch wenn er nicht direkt im Zentrum liegt. Räucherturm heißt er übrigens, weil hier zu DDR-Zeiten Wurstwaren geräuchert wurden. Für Vegetarier und Veganer beruhigend, wurde das Gelände umfunktioniert. Das Außenareal dient sogar als Biotop, das von der Hochschule Anhalt in Dessau für seltene Pflanzen angelegt wurde.

Wörlitzer Park Sachsen-Anhalt Sehenswürdigkeiten

Wörlitzer Park

Der Wörlitzer Park ist eine der schönsten Attraktionen im Osten. Das Gartenreich Dessau-Wörlitz ist UNESCO-Weltkulturerbe. Der Park bietet eine echte Oase der Ruhe mit künstlichen Seen, vielen verschiedenen Pflanzenarten und schönen Gebäuden aus der Zeit des Anhalter Fürstentums. Hier kann man sich gut vorstellen, wie einst die Anhalter Fürsten durch den Park spazierten und sich angeregt unterhielten. Das Schloss Wörlitz oder das Gotische Haus geben auf jeden Fall schöne Kulissen für deine Fotos ab.

Kraftwerk Vockerode

Der erste Teil des Kraftwerks Vockerode wurde bereits 1937 gebaut. Den Krieg überstand es unbeschadet, jedoch ging die Ausstattung als Reparationsleistung an die Sowjetunion. In den 1950er Jahren wurde das Kraftwerk wieder aufgebaut und versorgte in den kommenden Jahren bis kurz nach der Wiedervereinigung die Region mit Strom. Hier wurde die Braunkohle aus den nahen Tagebauen verstromt. Das Kraftwerk ist leider derzeit nicht zugänglich. Dennoch besteht die Möglichkeit, sich rund um das Areal umzuschauen. Auch soll es bald wieder möglich sein, das Kraftwerk Vockerode zu besichtigen. Ich war noch vor der Jahrtausendwende dort drin und damals schwer beeindruckt von diesem einmaligen Industriedenkmal.

Ferropolis Anhalt Sehenswürdigkeiten

Ferropolis

Einst war der Tagebau Golpa-Nord eine der wichtigsten Braunkohlegruben der Region. Von hier wurden gleich mehrere Kraftwerke mit Kohle versorgt. 1991 wurde der Tagebau stillgelegt. Im Jahr 2000 dann wurden die Reste des Geländes ein Projekt für die EXPO in Hannover. Es entstand Ferropolis – die Stadt aus Eisen. Neben dem Museum steht hier ein halbes Dutzend der riesigen Geräte aus dem Tagebau, von denen eines komplett begehbar ist. Auch einige Kunstwerke gibt es hier zu sehen. Auf dem Campingplatz können Camper übernachten, wenn nicht gerade ein Festival wie das Melt hier stattfindet.

Sehenswürdigkeiten in Bitterfeld-Wolfen

Einst war Bitterfeld die dreckigste Stadt der DDR. Bewohner von damals berichteten, dass zum Trockenen aufgehängte Wäsche schwarze Punkte bekam. Kurz vor der Wende zeigte der Film „Bitteres aus Bitterfeld“, wie verseucht die Gegend und wie gesundheitsgefährdend es war, hier zu leben. Nach der Wiedervereinigung wurden die schlimmste Dreckschleudern geschlossen oder saniert und große Teile der Umgebung saniert und renaturiert. Davon zeugen einige der schönsten Anhalt Sehenswürdigkeiten.

Goitzsche Sachsen-Anhalt Sehenswürdigkeiten

Die Goitzsche

Die Goitzsche ist einer der gefluteten Tagebauanlagen der Region und mittlerweile ein echter Anziehungspunkt geworden. Am See mit dem markanten Wahrzeichen, dem Pegelturm, tummeln sich im Sommer Tausende Menschen. Es gibt Strandbars, Restaurants und einen Hafen für Segelboote. Wer hätte das 1990 gedacht?

Filmmuseum Wolfen

Im Filmmuseum Wolfen könnt ihr mehr über die Geschichte der Filmstadt Wolfen erfahren. Einst wurde in der Filmfabrik in Wolfen Filmmaterial für die ganze DDR und für den Export produziert. Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg produzierte Agfa hier. In der Ausstellung geht es um die chemischen Verfahren und wie Fotos und Filme analog hergestellt wurden.

Bitterfelder Bogen Anhalt Sehenswürdigkeiten

Bitterfelder Bogen

Auf einem Hügel nahe der Goitzsche steht die andere bedeutende Sehenswürdigkeit von Bitterfeld. Der sogenannte Bitterfelder Bogen ist ein Aussichtsturm, der fast wie eine Brücke auf dem Berg steht. Von hier habt ihr eine fantastische Sicht auf die Region. Der Weg nach oben ist barrierefrei, kann aber nicht abgekürzt werden. Er lohnt sich aber unbedingt!

Gebäude 041 – Rathaus Bitterfeld-Wolfen

Sowohl Agfa als auch ORWO sind leider mittlerweile als Foto- und Filmfabriken in Deutschland Geschichte. Einige der Fabrikgebäude sind aber erhalten geblieben. Das Industriedenkmal des Gebäudes 041, früher das Zentrallabor des Betriebes, später die Verwaltung, wurde saniert und dient als Rathaus der Doppelstadt Bitterfeld-Wolfen. Es gilt als herausragendes Beispiel für das Neue Bauen der 1930er Jahre.

Wittenberg Sachsen-Anhalt Sehenswürdigkeiten

Lutherstadt Wittenberg

In Wittenberg begann die Reformation. Denn hier soll der Reformator Martin Luther im Jahre 1517 die 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche genagelt haben. Ob das wirklich so passiert ist, ist bis heute nicht geklärt. Aber unbestreitbar schön ist die Stadt auf jeden Fall. Nicht nur die Schlosskirche, sondern auch das Schloss, das Cranachhaus, das Lutherhaus, das Melanchtonhaus und die Stadtkirche St. Martin gehören auf das Besuchsprogramm für die besten Anhalt Sehenswürdigkeiten. In Wittenberg steht auch ein Gebäude, das vom Künstler Friedensreich Hundertwasser geschaffen wurde: Er hat eine typische DDR-Plattenbauschule in ein echtes Kunstwerk verwandelt. Und die Werkssiedlung Piesteritz ist ein echtes Meisterwerk der Architektur nach dem Ersten Weltkrieg.

Bernburg Anhalt Sehenswürdigkeiten

Bernburg

Bernburg ist eine der Städte in Sachsen-Anhalt und gar in Ostdeutschland, die noch viel mehr Aufmerksamkeit verdienen müssten. Denn neben dem beeindruckenden Schloss gibt es hier eine schöne und gemütliche Altstadt zu sehen. Eines der Highlights der Stadt ist das Kino Capitol in Bernburg. Es ist eines der am besten erhaltenen Art-déco-Kinos in Deutschland und wird von einer holländischen Familie in Eigenregie betrieben.

Doch auch Bernburg hat seine Schattenseiten. Galt es zu DDR-Zeiten wegen der dortigen Klinik als Inbegriff für Psychiatrie, befand sich hier während der Nazizeit eine Tötungsanstalt. Hier wurden in Rahmen der Aktion T4, auch Euthanasie-Programm genannt, Tausende von Behinderten ermordet. Die Aktion T4 war die Generalprobe für den Holocaust. In der Gedenkstätte Bernburg erfahrt ihr mehr über dieses traurige Kapitel deutscher Geschichte.

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Peter Althaus ist Journalist, Autor und Blogger. 2011 hat er das Reiseblog Rooksack gegründet. Doch seine eigentliche Liebe ist immer schon Osteuropa gewesen. Mittlerweile lebt er in Lwiw in der Ukraine und führt dort einen Reiseveranstalter. Da er aber weiter gern schreibt, gibt es heute Wild East – das Osteuropa-Reiseblog.

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