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Tallinn Umgebung – Top 10 Ausflüge ins Umland von Tallinn

Inhaltsverzeichnis

Tallinn zieht mit Sicherheit die meisten Besucher an, die in Estland ihren Urlaub verbringen. Obwohl Tallinn alles in allem eine relativ gemütliche Hauptstadt ist, sehnt auch ihr euch sicher mal nach Ruhe und Entspannung. Im folgenden Artikel wollen wir euch mal unsere Top 10 Ziele in der Tallinn Umgebung vorstellen und euch zeigen, welche Ausflüge von Tallinn aus sich am meisten lohnen.

Das sind die schönsten Tallinn Umgebungsziele

Los geht es mit unserer Top 10 der schönsten Ziele in der Tallinn Umgebung. Unsere Reihe zu den schönsten Tallinn Ausflugszielen führt uns dabei zu verwunschenen Wasserfällen, verfallenen Ruinen, einsamen Stränden, Gutshöfen und ehemaligen Militäranlagen. Unsere Reise beginnt dabei übrigens westlich von Tallinn und wir bewegen uns dann in einem Bogen nach Osten fort, sodass ihr die Tallinn Ausflugsziele am besten mit einander kombinieren könnt. Die meisten Ziele befinden sich westlich von Tallinn, aber auch östlich der estnischen Hauptstadt finden sich spannende Orte, während südlich der Stadt nur wenig geboten wird.

Im Sommer wie im Winter ein Erlebnis: Der Wasserfall von Keila-Joa (Bild von Thorsten Altheide)

Keila-Joa

Rund 20 Kilometer Luftlinie westlich von Tallinn erstreckt sich die langgezogene Bucht von Lohusalu. In dieser idyllischen Umgebung befindet sich auch die Gemeinde Keila-Joa. Sie ist für ihr Gutshaus bekannt, das aussieht wie eine kleine Ritterburg und das erste historistische Gebäude in Estland. Das Gutshaus diente früher als Sitz des estnischen Außenministeriums und wurde später von der Roten Armee genutzt. Lange befand es sich in einem bemitleidenswerten Zustand, wurde aber vor wenigen Jahren aufwendig restauriert, sodass ihr es heute besichtigen könnt. Ihr könnt hier aber auch übernachten und euch wie ein Adliger fühlen! Das Gebäude wurde übrigens von einem russischen Architekten mit dem schönen Namen Andrei Iwanowitsch Stackenschneider entworfen, der in Sankt Petersburg mehrere Adelspalais schuf.

Ein Park zum Verlieben

Wenn es ein Gutshaus gibt, muss es logischerweise auch ein Gut geben, das von hier aus verwaltet wurde. Und das kann sich wirklich sehen lassen! Rund 80ha ist der Park groß, der Schloss Fall umgibt, wie das Gut einst auf Deutsch hieß. Viele Esten lassen in der idyllischen Umgebung Hochzeitsfotos schießen und der Keila-Wasserfall (Keila juga) steht dem weiter unten beschriebenen Jägala juga in nichts nach.

Laulasmaa

Nur vier Kilometer westlich von Keila-Joa schließt sich die Bucht von Lahepere an, an deren südöstlichem Ende sich einer der beliebtesten Ausflugsstrände in der Tallinn Umgebung befindet. Der Strand Laulasmaa schließt sich direkt an einen Kiefernwald an, ein Bild, dass man so in Estland häufiger sieht. Hier könnt ihr nicht nur schwimmen oder durch den Wald spazieren, sondern auch surfen.

Arvo-Pärt-Zentrum

Arvo Pärt gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten und stammt aus dem estnischen Paide, lebte aber viele Jahre in Berlin. Schon 2010 wurde eine Stiftung eingerichtet, die sein musikalisches Archiv verwaltet. 2018 entwarfen zwei spanische Architekten ein spektakuläres Gebäude unweit des Strandes von Laulasmaa mitten im Wald. Die Architekten wollten eine „Balance zwischen der Intimität der Kompositionen des estnischen Künstlers und der heiteren Schönheit der Landschaft“ erzeugen – wir finden, das ist ihnen mehr als gelungen. Ihr könnt euch hier nicht nur über Arvo Pärt und sein Schaffen informieren, sondern seid auch aufgefordert, selbst kreativ zu werden.

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Der Leuchtturm am Ende der Halbinsel Pakri könnte mal wieder einen neuen Anstrich vertragen (Bild von Thorsten Altheide)

Paldiski

Am westlichen Ende der Bucht von Lahepere liegt die Halbinsel Pakri. Hier gründeten schwedische Siedler im 17. Jahrhundert das Fischerdorf Paldiski (auf Schwedisch Rågervik). Als das Gebiet unter russische Kontrolle geriert, wurde hier ein Flottenstützpunkt eingerichtet. Da die Bucht im Winter eisfrei blieb, lagen hier in der kalten Jahreszeit viele Schiffe vor Anker. Bekannt ist Paldiski aber vor allem, weil die Sowjets hier nach dem Zweiten Weltkrieg einen U-Boothafen einrichteten und hier die Besatzungen von Atom-U-Booten trainierten. Hier standen auch zwei Atomreaktoren, die heute außer Betrieb sind. Paldiski und seine Umgebung sind vor allem etwas für echte Entdecker. Hier könnt ihr euch relativ ungestört selbst auf die Suche nach den Spuren der ehemaligen militärischen Nutzung der Halbinsel begeben.

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Dieses Mahnmal erinnert an den Ort des Schreckes (Bild von Thorsten Altheide)

Klooga

Nachdem die Nazis im Zweiten Weltkrieg Estland besetzt hatten, errichteten sie auch hier in der Tallinn Umgebung ein Terrorregime. Genau wie in anderen Teilen Osteuropas errichteten die Deutschen auch hier ein Konzentrationslager, in dem hauptsächlich Juden gefangen gehalten wurden. Die meisten von ihnen stammten aus den Ghettos von Kaunas und Vilnius, kamen also nicht aus Estland, sondern aus Litauen. Als die Rote Armee nach Westen vorrückte, wurden die Gefangenen auf einem Scheiterhaufen hingerichtet. Von den damals noch 2000 Gefangenen überlebten nur 108 Menschen das Massaker. Die Nazis zerstörten weite Teile des Lagers, bevor sie abzogen, in einer dauerhaft zugänglichen kleinen Gedenkstätte könnt ihr euch aber heute über diesen Ort des Schreckens informieren.

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Fotogen und idyllisch gelegene: die Klosterruine Padise (Bild von Thorsten Altheide)

Padise

Südlich von Klooga, und bereits deutlich weiter im Inlad gelegen, befindet sich das kleine Dorf Padise. Im 14. Jahrhundert errichteten Zisterzienser-Mönche aus dem heutigen Lettland einen Ableger ihres Klosters im hohen Norden Estlands. Im Laufe der Zeit entwickelte sich dieses zu einem bedeutenden spirituellen Zentrum. Im Livländischen Krieg wurde das Kloster aufgelöst und fiel daraufhin in einen Dornröschenschlaf. Die Ruinen wurden aber wieder hübsch hergerichtet, sodass ihr euch heute einen Eindruck von der einstigen Pracht der Anlage verschaffen könnt. Padise dient im Sommer auch als beliebte Konzertstätte. Die Glocke, die hier in der Klosterkirche einst hing, ist übrigens die älteste in ganz Estland, ertönt heute aber in Harju Risti westlich von Padise in einer Kirche, die ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert stammt.

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Nicht schön, aber dennoch fotogen – Rummu (Bild von Joanna Niininen auf Pixabay)

Rummu

Nur drei Kilometer östlich von Padise schließt sich der Rummu-Steinbruch mit seinem langgezogenen See an. Es gibt sicher schönere Sehenswürdigkeiten in Estland, aber Rummu hat sich in den letzten Jahren gerade bei Instagrammern zu einem beliebten Lost Place entwickelt und darf deshalb auch in unserer Liste nicht fehlen. Hier mussten Gefängnisinsassen den Vasalemma-Marmor abbauen. Als das Gefängnis geschlossen wurde, wurden die Arbeiten am Steinbruch eingestellt und die Anlage verfiel. Ihr könnt heute das Gefängnis und den Steinbruch mit dem türkisfarbenen Wasser besuchen, mit dem Kanu über den See fahren und sogar im Rahmen eines Tauchgangs in die Unterwasserwelt eintauchen! Mehr Infos findet ihr hier.

Kein Glück: Dieses Mal ist der Hexenbrunnen nicht übergelaufen (Bild von Thorsten Altheide)

Tuhala

Wir fahren wieder ein Stück zurück Richtung Hauptstadt und nehmen von dort aus die Autobahn 2 Richtung Süden, um zu unserem nächsten Ziel in der Tallinn Umgebung zu gelangen. Der „Hexenbrunnen“ von Tuhala ist ein beliebtes Ausflugsziel der Tallinner und befindet sich inmitten eines seit der Steinzeit besiedelten Landschaft. Wenn es zur Schneeschmelze im Frühjahr kommt oder es lange regnet, quellen hier wie durch Zauberhand bis zu 100 Liter Wasser aus dem Untergrund an die Oberfläche. Als würde eine Hexe unter der Erde sitzen und das Wasser zum Kochen bringen, könnt ihr hier in der schönen Waldlandschaft das Naturschauspiel beobachten. Ob gerade wirklich Wasser austritt, ist aber Glückssache.

Verwunschen: Der Kirchhof der Kapelle von Saha (Bild von Thorsten Altheide)

Kapelle von Saha

13 Kilometer östlich der Hauptstadt liegt das Dorf Saha, ein weiteres beliebtes Ausflugsziel in der Tallinn Umgebung. Grund für die vielen Besucher ist eine Kapelle, die in ihrer heutigen Form aus dem 15. Jahrhundert stammt und sich ihren ursprünglichen Charakter trotz der bewegten Geschichte der Region erhalten konnte. Das Gotteshaus ist ein für die Region typisches Sakralgebäude aus grauen Steinen. Es erinnert an die berühmte Klosterruine von Pirita (Sankt Brigitten) am nordöstlichen Stadtrand Tallins und ist gewissermaßen ein „Pirita im Kleinen“.

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Bild von Thorsten Altheide

Jägala juga

Jetzt sind wir fast schon am Ende angekommen, wollen euch aber noch ein absolutes Highlight in der Tallinn Umgebung vorstellen, den Jägala Wasserfall. Ihr erreicht ihn von Tallinn bequem mit dem Auto über die Autobahn 1, denn er liegt nur gut 20 km östlich der Hauptstadt. Jägala ist der größte Wasserfall Estlands, hier stürzt der gleichnamige Fluss 8 min die Tiefe. Das an sich wäre schon spektakulär, bedenkt man aber seine Breite von 50 m, so eröffnet sich beim Anblick ein wirklich beeindruckendes Bild. Und während viele Reiseziele vor allem im Sommer einen Ausflug lohnen, ist der Jägala juga im Winter besonders schön, denn er friert teilweise zu. Hier* geht’s direkt zu einer spannenden Tour zu den Wasserfällen und anderen Zielen in der Umgebung.

Bild von Thorsten Altheide

Valkla rand

Kommen wir zum letzten und nordöstlichsten Ziel unser kleinen Top 10 der interessantesten Tallinn Ausflüge. Wenn ihr euch nach all den Erkundungen nach etwas Ruhe und Entspannung sehnt, dann seid ihr am Strand von Valkla genau richtig. Auch hier scheint ein Kieferwald fast direkt bis ins Meer zu reichen. Ihr könnt hier wunderbar entspannen und die Natur genießen. Und im gleichnamigen Feriendorf könnt ihr mit der ganzen Familie Urlaub machen.

Buch- und Musiktipps

Ihr seid neugierig geworden und wollt Tallinn und dessen Umgebung genauer kennenlernen? Dann holt euch jetzt den Reiseführer „Baltikum“, den unser Estland-Experte Thorsten zusammen mit anderen Experten im Reise Know-How Verlag veröffentlicht hat. Hier findet ihr nicht nur viele Infos zu Estland, sondern auch zu Litauen und Lettland.

Und wenn ihr euch Tallinn genauer anschauen wollt, dann ist der CityTrip Tallinn genau das Richtige für euch. Er enthält neben Spaziergängen durch die Stadt ausführliche Sehenswürdigkeitsbeschreibungen, Restaurant- und Hoteltipps und viele spannende Hintergrundgeschichten!

Diese CD enthält eine Auswahl der besten Werke von Arvo Pärt und ist die perfekte Einstimmung für einen Besuch des Arvo Pärt Zentrums!

Very Best Of Arvo Pärt*
  • Audio-CD – Hörbuch
  • Plg Classics (Warner) (Herausgeber)

In diesem Buch beschreibt die Reisejournalistin Stefanie Bisping Estland auf eine sehr persönliche Weise und zeichnet mit vielen interessanten Hintergrundgeschichten ein stimmiges Bild von Land und Leuten.

*  – dieser Link ist ein Partnerlink. Wenn Ihr hierüber etwas kauft oder bestellt, bekommen wir eine kleine Provision. Euch kostet das keinen Cent extra und wir können weiter neue Beiträge für euch schreiben. Danke für eure Unterstützung!

Markus Bingel hat lange in Polen, der Ukraine und Russland studiert und gearbeitet. Als Reisebuchautor zieht es ihn mehrmals im Jahr in die Länder des „Wild East“ – und noch immer ist er jedes Mal fasziniert von dieser Region. Als Co-Gründer des Blogs möchte er euch gerne die unbekannten, spannenden und immer wieder überraschenden Seiten Osteuropas vorstellen.

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