Berlin ist eine der dynamischsten Metropolen der Welt und hat in den letzten Jahren einen atemberaubenden Wandel vollzogen. Auch wenn in den deutschen Dörfern gern über die dekadente Hauptstadt gemeckert hat, so gibt es in Berlin doch einiges zu sehen. Peter hat als Wahl-Berliner alle Ecken der Stadt erkundet. Was früher die Hauptstadt der DDR auf der einen Seite der Mauer und das verruchte Aussteigerparadies auf der anderen Seite war, ist heute immer noch die spannendste Stadt in Deutschland, wo praktisch immer was los ist und es unfassbar viel zu sehen gibt.
Zu den vielen historischen Orten sind in den Jahren seit der deutschen Wiedervereinigung einige neue hinzugekommen. Wir haben die Sehenswürdigkeiten für euch so gegliedert, dass sie zumindest in alles Innenstadtvierteln einen schönen Spaziergang ergeben. Nur die Berlin Sehenswürdigkeiten tief im Osten oder Westen der Stadt sind eher mit dem öffentlichen Nahverkehr zu erreichen. Aber keine Angst. Trotz aller Unkenrufe hat die Hauptstadt immer noch den am besten ausgebauten ÖPNV in Deutschland und ihr kommt überall problemlos hin. Also, los geh’t zu den schönsten Sehenswürdigkeiten in Berlin.
Berlin Sehenswürdigkeiten in Mitte

Alexanderplatz
Der „Alex“ zählt zu den belebtesten Plätzen Berlins. Dem ehemaligen Paradeplatz setzte Alfred Döblin 1929 mit seinem Buch „Berlin Alexanderplatz“ ein literarisches Denkmal und fängt wie vielleicht kein anderes Buch das Lebensgefühl der 1920er-Jahre in Berlin ein. Zur damaligen Zeit prägten Kabaretts und moderne Warenhäuser die Szenerie und zogen Menschen aus ganz Deutschland an. Im Zweiten Weltkrieg wurden der Platz und die umliegenden Gebäude stark zerstört.
Nach dem Krieg entschloss sich die DDR-Regierung, den Platz großflächig umzugestalten. Es entstanden ein Centrum-Warenhaus, aber auch der von den Berlinern als „Nuttenbrosche“ bezeichnete Brunnen der Völkerfreundschaft und die berühmte Weltzeituhr, heute einer der beliebtesten Treffpunkte der Stadt. Aus jener Zeit stammt auch das Haus des Lehrers mit seinem riesigen Fries, das verschiedene Alltagsszenen der DDR-Bürger zeigt. Ihr merkt schon, auf dem „Alex“ ist einiges geboten!
- 🎫 Ticket: Tickets für den Berliner Fernsehturm* (online meist günstiger als an der Tageskasse)
- 🚇 ÖPNV: S3, S5, S7, S9 und U2, U5, U8 Alexanderplatz; Tram M2, M4, M5, M6; Bus 100, 200, 300

Berliner Fernsehturm
Der absolute Blickfang ist aber der Fernsehturm, der offiziell schon nicht mehr zum „Alex“ gehört. Der „Telespargel“ ist das höchste Gebäude der Stadt. Im Restaurant auf 200 Metern Höhe habt ihr die beste Sicht auf die Hauptstadt und müsst euch für den Rundumblick nicht einmal bewegen, denn das Restaurant dreht sich innerhalb von 30 Minuten einmal komplett im Kreis! Ein Stockwerk tiefer genießt ihr von der Aussichtsgalerie ebenfalls eine sagenhafte Sicht auf Berlin.
- 🎫 Ticket: Tickets für den Berliner Fernsehturm* (online meist günstiger als an der Tageskasse)

Rotes Rathaus
Das Rote Rathaus ist der Sitz des Regierenden Bürgermeisters von Berlin und wurde genau zu diesem Zweck kurz vor der Reichsgründung entworfen. Und das zufällig an dem Ort, an dem schon im Mittelalter das Berliner Rathaus stand, wie man vor wenigen Jahren beim Bau der U5-Verlängerung entdeckte. Der Name bezieht sich nicht etwa darauf, dass hier einst die DDR-Bonzen die Geschicke der Stadt lenkten oder auf die heutigen Bürgermeister, die auch immer mal von der SPD kommen, sondern auf die rote Ziegelfassade. Der Zweite Weltkrieg brachte auch hier starke Zerstörungen mit sich, der Wiederaufbau orientierte sich aber eng am Originalgebäude. Da es sich um ein öffentliches Gebäude handelt, könnt ihr heute ganz ungestört durch die prachtvollen Hallen des Rathauses spazieren und müsst dafür noch nicht einmal Eintritt zahlen.
- 🎫 Ticket: Kein Ticket nötig
- 🚇 ÖPNV: U2 Klosterstraße, U5 Rotes Rathaus; Tram M4, M5, M6; Bus 248
Museumsinsel
Eine Art „Stadt in der Stadt“, malerisch umflossen von Spree und Spreekanal, befindet sich im Herzen der Stadt. Hier stehen die bedeutendsten Museen Deutschlands. Egal für welche Art von Kunst ihr euch interessiert, hier wird euch garantiert nicht langweilig! Es gibt hier so viel zu sehen, dass ihr an einem Tag wohl nur zwei Museen besuchen könnt, aber schon in einem der Häuser könnte man Tage zubringen. Und wenn ihr mal entspannen wollt, dann könnt ihr das im Lustgarten tun, der ursprünglich von Peter Joseph Lenné gestaltet wurde und heute im Sommer von unzähligen Pärchen als Sitzfläche genutzt wird.
Die Idee zur Insel als „Freistätte für Kunst und Wissenschaft“ geht auf Wilhelm von Humboldt und König Friedrich Wilhelm IV. zurück: Schon 1830 eröffnete hier mit dem Alten Museum Preußens erstes öffentliches Kunstmuseum, danach wurde über ein Jahrhundert lang immer weiter gebaut. Ihr wandelt hier also nicht nur durch fünf Museen, sondern durch fast 200 Jahre europäischer Museumsgeschichte. Hier noch kurz ein Überblick zu den einzelnen Häusern.
- 🎫 Ticket: Museumsinsel-Tagesticket (alle offenen Häuser)*
- 🚇 ÖPNV: S3, S5, S7, S9 Hackescher Markt; U5 Museumsinsel; Tram M1, 12; Bus 100, 300
Altes Museum
Das Alte Museum war eines der ersten öffentlichen Museen des Landes und begeistert seine Besucher schon seit 1830. Hier sind zahlreiche antike Kunstwerke, Skulpturen, Vasen und vieles mehr zu sehen. Auch architektonisch weiß das Alte Museum zu überzeugen. Verantwortlich für den Bau war der legendäre preußische Baumeister Karl Friedrich Schinkel. „In jedem Winkel steht ein Schinkel“ sagt man über Berlin gerne. Das Alte Museum mit seiner Säulenvorhalle, die perfekt die antike Museumsthematik aufgreift, ist definitiv einer der schönsten von ihnen.
Neues Museum
Wo ein Altes Museum steht, da darf natürlich auch ein Neues Museum nicht fehlen. Es wurde zehn Jahre nach dem Alten Museum eröffnet und im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Erst kurz vor der Wende begann man mit der Restaurierung und erst 2009 wurde das Neue Museum feierlich eröffnet. Hier wird nicht etwa moderne Kunst ausgestellt, sondern das Museum ist Heimat der weltbekannten Büste der Nofretete. Die mysteriöse Schönheit ist eines der wichtigsten Museumsexponate Deutschlands. Daneben finden ihr zahlreiche weitere Ausstellungsstücke aus dem alten Ägypten.
Pergamonmuseum
Ihr habt noch nicht genug von der Antike? Dann ab ins Pergamonmuseum. Es entstand erst im 20. Jahrhundert und zeigt vorderasiatische und islamische Kunst. Star der Ausstellung ist der berühmte Pergamonaltar, dem das Museum auch seinen Namen zu verdanken hat. Er wurde um 170 v. Chr. in der heutigen Türkei entworfen und seine detailreichen Friese befinden sich immer noch in einem bemerkenswerten Zustand. Damit das auch so bleibt, wird der Altar noch bis 2024 restauriert. Bis dahin könnt ihr euch hier ein 3D-Modell des Altars anschauen.
Bode-Museum
Das Bode-Museum, ein historistisches Gebäude, hat sich den schönsten Platz auf der Museumsinsel gesichert. Es steht an der Nordspitze der Insel und ist so schon von Weitem zu sehen. Hier ist die größte Skulpturensammlung Europas zu sehen, aber auch viele weitere kunsthandwerkliche Arbeiten findet ihr hier, vornehmlich aus den Jahren 800 bis 1800. Auch die angeschlossene Münzsammlung und das byzantinische Museum lohnen einen Besuch.
Alte Nationalgalerie
Den Abschluss unseres Ausflugs auf die Museumsinsel bildet die Alte Nationalgalerie. Genau wie das Neue Museum wurde auch die Nationalgalerie von Friedrich August Stüler entworfen, einem Schüler Schinkels. Ein wenig erinnert mich die Alte Nationalgalerie an einen antiken Tempel und tatsächlich ist sie ein echter Tempel der Kunst, in dem ihr unzählige Gemälde aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert bestaunen könnt.

Berliner Dom
Der monumentale Berliner Dom aus Granit und Sandstein ist die größte evangelische Kirche Deutschlands, zumindest in Bezug auf die Fläche. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Gotteshaus auf Geheiß des Kaisers errichtet, dieses Mal durften Schinkel und Stüler gemeinsam Hand anlegen. Hier könnt ihr nicht nur die größte Orgel Deutschlands bewundern, sondern auch die einiger wichtiger Vertreter der Hohenzollern-Familie, denn die Kirche wurde als zentrale Grableger der Herrscherdynastie gebaut, die nicht nur die preußischen Könige, sondern ab 1871 auch die deutschen Kaiser stellte.
Über hundert Särge findet ihr hier im Untergrund der Kirche. Unser Tipp: Hier könnt ihr euch einen kostenlosen Audioguide durch die Kirche herunterladen. Und wenn ihr es zeitlich doch nicht schaffen solltet, die Kirche zu besuchen, könnt ihr dort zumindest einen virtuellen Rundgang durch die Kirche unternehmen.
- 🎫 Ticket: Berliner Dom Tickets
- 🚇 ÖPNV: S3, S5, S7, S9 Hackescher Markt; U5 Museumsinsel; Tram M1, 12; Bus 100, 300
Humboldt Forum
Da wo einst der Palast der Republik stand, wo auch die DDR-Volkskammer tagte, wurde nach dessen Abriss das Berliner Stadtschloss rekonstruiert. Einst beherbergte es die städtische Residenz des deutschen Kaisers, heute findet ihr hier außereuropäische Sammlungen und wechselnde Ausstellungen – ein spannender Kontrast zwischen barocker Fassade und modernem Innenleben. Übrigens: Von der Terrasse habt ihr einen tollen Blick über die Stadt. Auch diese ist kostenlos. Im Sommer gibt es davor einen Foodmarket. Hier könnt ihr vor toller Kulisse essen und etwas kühles trinken.
- 🎫 Ticket: Dauerausstellungen meist kostenlos, Sonderausstellungen kostenpflichtig – aktuelle Infos direkt beim Humboldt Forum, einstündige Führung über das Gelände*
- 🚇 ÖPNV: S3, S5, S7, S9 Hackescher Markt; U5 Museumsinsel; Tram M1, 12; Bus 100, 300

Nikolaiviertel
Hier begann sprichwörtlich alles: Das Nikolaiviertel im Bezirk Mitte war der historische erste Teil Berlins, der besiedelt wurde. Das Viertel wurde im Zweiten Weltkrieg beinahe komplett ausgebombt. Man tat sich lange schwer damit, einen stringenten Bebauungsplan für diesen Teil der Stadt zu entwickeln, aber pünktlich zum 750. Stadtjubiläum 1987 war es dann so weit. Zu den historischen Gebäuden Ephraim-Palais und Knoblauchhaus kamen mehrere Plattenbauten hinzu, die an das historische Erbe dieses Ortes erinnern und einen ebenso eigentümlichen wie sehenswerten Stilmix erzeugen.
Das Ephraim-Palais war einst das Stadthaus des jüdischen Hofjuweliers Veitel Heine Ephraim und galt als das schönste Rokoko-Gebäude Berlins – die Nazis ließen es 1935 abreißen, um Platz für ein Gauforum zu schaffen. Erst 1985 kehrte es, aus alten Fassadenteilen rekonstruiert, an seinen angestammten Platz zurück. Das benachbarte Knoblauchhaus wiederum ist eines der ältesten erhaltenen Bürgerhäuser der Stadt und zeigt, wie eine wohlhabende Berliner Kaufmannsfamilie im 18. Jahrhundert lebte.
Im Zentrum des Viertels steht die Nikolaikirche, der man nicht ansieht, dass sie in dieser Form erst aus den 80er Jahren stammt und die eine bauliche Brücke zwischen der einst hier stehenden Kirche aus dem 13. Jahrhundert und deren Umbauten im 19. Jahrhundert schlägt. Das Viertel ist also etwas für Architekturfans und Entdecker und darf deshalb auf unserer Liste der wichtigsten Berlin Sehenswürdigkeiten nicht fehlen.
- 🎫 Ticket: Kostenlos begehbar
- 🚇 ÖPNV: U2 Klosterstraße, U5 Rotes Rathaus; Bus 248
Gendarmenmarkt
Einer der schönsten Plätze Europas, gerahmt vom Deutschen und Französischen Dom sowie dem Konzerthaus Berlin. Angelegt wurde der Platz ab 1688 nach Plänen von Johann Arnold Nering als Herzstück der neu gegründeten Friedrichstadt – gebaut für die vielen Hugenotten, die nach der Aufhebung der Religionsfreiheit in Frankreich vor den Verfolgungen geflohen waren und hier ihre eigene Kirche erhielten, den Französischen Dom, während die lutherische Gemeinde den Deutschen Dom bekam. Seinen heutigen Namen verdankt der Platz dagegen einem eher unromantischen Nachbarn: den Stallungen des Kürassierregiments „Gens d’armes“, die hier bis 1782 standen. Nach schweren Kriegszerstörungen wurde der Platz erst zwischen 1976 und 1993 aufwendig wiederaufgebaut.
- 🎫 Ticket: Platz selbst frei zugänglich, Aussichtsplattform des Französischen Doms kostenpflichtig
- 🚇 ÖPNV: U2, U6 Stadtmitte; Bus 147, 200
Sehenswürdigkeiten in Regierungsviertel und Tiergarten

Brandenburger Tor
Wie kaum ein anderes Gebäude ist das Brandenburger Tor so eng mit der deutschen Teilung und der Wiedervereinigung verbunden. Es steht am Ende der Ost-Berliner Prachtmeile Unter den Linden und wurde Ende des 18. Jahrhunderts im Stil des Klassizismus errichtet. Die Quadriga, eine Bronzefigur mit der Siegesgöttin Viktoria und ihrem Gespann mit vier Pferden, bekrönt das Tor und zählt zu den beliebtesten Fotomotiven der Stadt. Auch dieser Bereich Berlins wurde im Krieg stark zerstört. Die Machthaber ließen nur das Brandenburger Tor wieder errichten. Ab 1961 verlief direkt hinter dem Tor die Berliner Mauer und machte es zum Sinnbild für die geteilte Stadt.
- 🎫 Ticket: Kein Ticket nötig, jederzeit frei zugänglich
- 🚇 ÖPNV: S1, S2, S25, S26 und U5 Brandenburger Tor; Bus 100, 245

Holocaust-Mahnmal
Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas erinnert seit dem Jahr 2005 an die im Holocaust von den Deutschen umgebrachten Juden. Bis 1989 hatte das Areal als Teil der Berliner Mauer gedient. Da aber ein zentrales Mahnmal an die Shoah erinnern sollte, wurde die Fläche unweit des Brandenburger Tors dafür ausgewählt. Insgesamt stehen hier nun 2711 Betonstelen, die unterschiedlich hoch sind. Beim Durchlaufen bekommt man das Gefühl, in ein Labyrinth zu gehen und von den kalten Betonstelen fast erdrückt zu werden. Das Denkmal ist eines der beeindruckendsten Mahnmale und seine Komposition wirklich einmalig. Der Besuch dieses Ortes ist kostenlos möglich und es gibt zudem eine Ausstellung unter dem Mahnmal.
- 🚇 🎫 Ticket: Kein Ticket nötig, frei zugänglich
- 🚇 ÖPNV: Wie Brandenburger Tor, wenige Gehminuten südlich
Reichstag
Der frühere Reichstag ist heute Sitz des Bundestags. Entworfen wurde das imposante Gebäude Ende des 19. Jahrhunderts vom Architekten Paul Wallot, 1894 war der Prunkbau mit seiner markanten Kuppel und den vier Ecktürmen vollendet. Berühmt-berüchtigt wurde das Haus durch den Reichstagsbrand 1933, den die Nazis als Vorwand für ihre Machtübernahme nutzten, und durch das legendäre Foto der Roten Armee, die 1945 ihre Flagge auf der Ruine des Gebäudes hisste. Nach der Wende beschloss der Bundestag 1991 den Umzug nach Berlin und beauftragte den Briten Norman Foster mit dem Umbau: Seine gläserne Kuppel mit der spiralförmigen Rampe steht heute symbolisch für Transparenz und Bürgernähe – ihr blickt buchstäblich den Abgeordneten über die Schulter in den Plenarsaal. Anmeldung mit Personalien im Voraus nötig, entweder direkt beim Bundestag (kostenlos) oder bequem über eine Führung.
- 🎫 Ticket: Kostenlose Registrierung beim Bundestag, bei einer Regierungsviertel- & Kuppel-Führung* wird das Ticket für die Kuppel organisiert
- 🚇 ÖPNV: S1, S2, S25, S26 Brandenburger Tor; Bus 100 (Haltestelle Bundestag)
Siegessäule
Die vergoldete Viktoria thront auf einer Aussichtsplattform mitten im Tiergarten und bietet einen weiten Blick über die Straße des 17. Juni, den Tiergarten bis zum Brandenburger Tor. Errichtet wurde die Säule zwischen 1864 und 1873 nach Plänen von Heinrich Strack, einem Schüler Schinkels, um die drei preußischen Einigungskriege gegen Dänemark, Österreich und Frankreich zu feiern – pünktlich zur Reichsgründung 1871 wurde sie damit auch zum ersten Nationaldenkmal des neuen Kaiserreichs. Ursprünglich stand sie gar nicht im Tiergarten, sondern direkt vor dem Reichstag auf dem damaligen Königsplatz. Erst 1938/39 ließen die Nazis sie im Zuge ihrer Großbaupläne für die „Welthauptstadt Germania“ an den heutigen Standort am Großen Stern versetzen – und dabei gleich noch ein Stockwerk höher auf heute rund 67 Meter bauen. Die Berliner nennen ihr Wahrzeichen liebevoll „Goldelse“. Bis zur Abwanderung fand rund um die Siegessäule die Loveparade statt, die größte Technoparade der Welt. Wer als Bewegung etwas auf sich hält, der sollte zumindest den Großen Stern rund um die Siegessäule mit Menschen füllen können.
- 🎫 Ticket: Eintritt zur Aussichtsplattform vor Ort erhältlich
- 🚇 ÖPNV: S3, S5, S7, S9 Bellevue, besser mit Bus 100, 106, 187 (Haltestelle Großer Stern)
Tiergarten
Berlins grüne Lunge mitten in der Stadt: Spazierwege, der Neue See, die Siegessäule und angrenzend der Zoo. Seinen Namen verdankt der Park seiner Vergangenheit als kurfürstliches Jagdrevier, das schon im 16. Jahrhundert für die höfische Jagd auf Wildschweine und Rotwild angelegt wurde. Erst im 18. Jahrhundert öffnete Friedrich der Große das Gelände für die Öffentlichkeit, richtig zum Landschaftspark wurde es aber erst zwischen 1833 und 1840, als Peter Joseph Lenné hier Sümpfe trockenlegte und geschwungene Spazier- und Reitwege anlegte. Nach dem Zweiten Weltkrieg war vom Wald kaum noch etwas übrig: Die hungrigen und frierenden Berliner fällten die Bäume für Feuerholz und legten Kartoffeläcker an. Fast der gesamte heutige Baumbestand wurde danach mühsam neu angepflanzt. Dennoch lieben die Berliner den Park, der immer mal wieder in Verruf gerät aber eigentlich eine wirklich schöne Grünanlage ist.
- 🎫 Ticket: Kostenlos zugänglich
- 🚇 ÖPNV: S3, S5, S7, S9 Tiergarten; U9 Hansaplatz; Bus 100, 106, 187
Sehenswürdigkeiten von Mitte bis Prenzlauer Berg
Scheunenviertel
Kaum ein anderes Berliner Viertel hat eine so wechselvolle Geschichte wie das Scheunenviertel nordwestlich des Alexanderplatzes. Seinen Namen verdankt es einem simplen Brandschutzgesetz: 1672 verbot der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm, brennbares Heu und Stroh innerhalb der Stadtmauern zu lagern, weshalb außerhalb der Befestigung 27 Scheunen errichtet wurden, die den nahen Viehmarkt am heutigen Alexanderplatz versorgten. Als König Friedrich Wilhelm I. 1737 anordnete, dass wohnungslose Berliner Juden sich hier ansiedeln mussten, entstand hier eines der ersten – wenn auch unfreiwilligen – jüdischen Viertel der Stadt, samt Synagoge in der Heidereutergasse und jüdischem Friedhof in der Großen Hamburger Straße.
Um 1900 galt das eng bebaute Viertel als verrufenes Armen- und Elendsquartier, wurde aber zugleich zum zentralen Zufluchtsort für Zehntausende jüdische Migranten, die vor Pogromen aus Osteuropa flohen – hier pulsierte in den 1920er-Jahren jiddisches Theater- und Kulturleben mitten in Berlin. Im Nationalsozialismus wurde diese Geschichte brutal beendet, viele Bewohner wurden deportiert und ermordet. Heute erinnert nur noch der Name an die Vergangenheit: Aus dem Armenviertel ist ein beliebtes Ausgehquartier mit Cafés, Bars und kleinen Läden geworden, in dem sich Alt-Berliner Hinterhof-Charme und pulsierendes Nachtleben mischen.
🎫 Ticket: Kostenlos zugänglich
🚇 ÖPNV: U8 Weinmeisterstraße oder Rosenthaler Platz; Tram M1, M4, M5

Hackesche Höfe und Haus Schwarzenberg
Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden westlich des Alexanderplatzes mehrere Wohnquartiere. So weit, so gewöhnlich. Die Hackeschen Höfe verfolgten aber ein revolutionäres Konzept: Die damals größte Wohn- und Gewerbehofanlage Deutschlands wurde für Arbeiter geplant. Es sollten nicht bloß farblose Mietskasernen sein, sondern sie verfügten über Heizungen und Innentoiletten. Außerdem waren sie von Grünanlagen umgeben und erlaubten so ein komfortables Leben mit geringem Geldbeutel. 1997 wurden die Hackeschen Höfe aufwendig saniert und erstrahlen seitdem wieder in altem Glanz. In den vielen Restaurants, Galerien und Künstlerateliers könnt ihr heute Stunden verbringen und danach die beeindruckenden bunten Fassaden bestaunen. Nebenan befindet sich das Haus Schwarzenberg mit viel Street Art.
- 🎫 Ticket: Kostenlos zugänglich
- 🚇 ÖPNV: S3, S5, S7, S9 Hackescher Markt; Tram M1, M4, M5, M6
Mauerpark
Der Mauerpark liegt genau auf dem früheren Todesstreifen der Berliner Mauer zwischen Prenzlauer Berg und Wedding und verlief entlang der Schwedter Straße. Schon kurz nach dem Mauerfall begannen Bürgerinitiativen 1990, das brachliegende Grenzareal eigenständig zu bepflanzen, statt es dem ursprünglich geplanten Autobahnzubringer zu überlassen. Aus dieser Bürgerbewegung heraus entwickelte der Landschaftsarchitekt Gustav Lange ein Konzept für einen Erinnerungspark, das der Senat 1992 beschloss. Am 9. November 1994 – exakt fünf Jahre nach dem Mauerfall – wurde der erste Teilabschnitt feierlich eröffnet, seither wurde die Fläche mehrfach erweitert. Aus der tödlichen Grenzanlage ist so binnen wenigen Jahren einer der lebendigsten Treffpunkte der Stadt geworden. Sonntags findet hier der berühmte Flohmarkt und das legendäre Bearpit-Karaoke im Amphitheater statt. Dann wird es zwar immer sehr voll aber man sollte es definitiv mal erlebt haben.
- 🎫 Ticket: Kostenlos zugänglich
- 🚇 ÖPNV: U2 Eberswalder Straße; Tram M1, M10

Gedenkstätte Berliner Mauer
Die Berliner Mauer trennte zwischen ihrer Errichtung 1961 und ihrem Fall 1989 nicht nur die westlichen Sektoren von der Hauptstadt der DDR, sondern wurde zum Sinnbild des Kalten Krieges und der Teilung Europas. Viele Menschen kamen bei dem verzweifelten Versuch, sie zu überwinden und aus der DDR zu fliehen, ums Leben. Von der Mauer sind heute nur noch Teile erhalten. Mal dienen sie wie die East Side Gallery als riesige Freiluft-Kunstgalerie, hier wird aber ein anderer Ansatz gewählt.
Die Gedenkstätte Berliner Mauer ist der zentrale Erinnerungsort, an dem der deutschen Teilung und der Mauertoten gedacht wird. Hier wird exemplarisch die Geschichte der Mauer erzählt und ihr könnt euch einen Eindruck von den ehemaligen, hier noch gut erhaltenen Grenzanlagen machen. Definitiv eines der eindrucksvollsten Erlebnisse eures Berlin-Besuchs!
- 🎫 Ticket: Kostenloser Eintritt; wer eine Führung möchte: Cold-War-Walking-Tour entlang der Mauer*
- 🚇 ÖPNV: S1, S2, S25, S26 Nordbahnhof; U8 Bernauer Straße; Tram M10
Sehenswürdigkeiten in Friedrichshain

Karl-Marx-Allee
Als Stalinallee in den frühen 50ern gebaut, ist die heutige Karl-Marx-Allee das größte zusammenhängende Gebäudeensemble sozialistischer Architektur in Berlin. Diese Vorzeigestraße sollte die modernsten und besten Gebäude der DDR aufzeigen. Und tatsächlich ist sie ein Mikrokosmos der DDR-Architektur. Denn auch wenn die Straße ursprünglich im Stil des stalinistischen Neoklassizismus errichtet wurde, gibt es hier auch sehr funktionale und modern wirkende Bauten zu sehen. Zu den schönsten gehören das Café Moskau, das Kino International und das Kino Kosmos sowie die Bauten um den Strausberger Platz. Entlang der Straße gibt es viele Informationstafeln, die über die Geschichte und Architektur informieren.
- 🎫 Ticket: Kostenlos begehbar, aber eine Führung durch die Karl-Marx-Allee* bietet sich an
- 🚇 ÖPNV: U5 Strausberger Platz, Weberwiese oder Frankfurter Tor

East Side Gallery
Von der Mauer ist in Berlin nicht mehr viel übrig – zum Glück. Die East-Side-Gallery zwischen Ostbahnhof und der Oberbaumbrücke schirmte früher Teile von Friedrichshain vom benachbarten Kreuzberg ab. Im Frühling des Jahres 1990 wurden Teile der Mauer abgerissen.
Bei der East Side Gallery entschied man sich, Künstler einzuladen und sie zu diesem historischen Ereignis etwas gestalten zu lassen. 118 Künstler aus 21 Ländern kamen. So entstand die heute größte Open-Air-Galerie der Welt. Einige der Kunstwerke stehen heute ikonisch nicht nur für die East Side Gallery, sondern als Werbung für die Stadt Berlin. Zu den bekanntesten und schönsten Werken gehören Dmitri Wrubels „Mein Gott, hilf mir, diese tödliche Liebe zu überleben“ mit dem Bruderkuss von Honecker und Breschnew und Birgit Kinders „Test the Best“.
- 🎫 Ticket: kostenlos begehbar, aber eine Führung entlang der East Side Gallery* bietet sich an
- 🚇 ÖPNV: S3, S5, S7, S9, S75 Ostbahnhof oder Warschauer Straße; U1, U3 Warschauer Straße

RAW-Gelände
Das RAW-Gelände liegt unweit der East Side Gallery und des S- und U-Bahnhofes Warschauer Straße in Friedrichshain. Das ehemalige Reichsbahnausbesserungswerk ist heute das größte Kulturareal in der Stadt. Hier gibt es unzählige Bars und Clubs. Sogar eine Skatehalle, ein Kletterturm und ein Schwimmbad sind hier zu finden. An den Wochenenden, wenn Corona einem nicht gerade den Spaß verdirbt, ziehen hier Tausenden Menschen durch. Essenstände versorgen die hungrige Meute. Häufig finden Flohmärkte statt. Viele Gebäude wurden von Künstlern gestaltet oder sind mit Graffiti bemalt.
- 🎫 Ticket: kostenlos begehbar
- 🚇 ÖPNV: S3, S5, S7, S9, S75 Warschauer Straße, U1, U3 Warschauer Straße

Oberbaumbrücke
Apropos schöne rote Bauwerke: Die Oberbaumbrücke ist ebenfalls ein beliebtes Fotoobjekt und verbindet heute unweit der East Side Gallery das Süd- mit dem Nordufer der Spree, also Friedrichshain mit Kreuzberg. Ende des 19. Jahrhunderts entstand unter dem damaligen Berliner Baurat Otto Stahn der von der Firma Siemens ausgeführte Bau im Stil der Neogotik, der ein wenig mittelalterliches Flair in diesen modernen Teil der Stadt bringt. 1902 fuhr hier bereits die erste Berliner U-Bahn (die heutige U1) auf der Brücke. Ihr könnt die Oberbaumbrücke aber auch ganz gemütlich erkunden, indem ihr durch den Arkadengang schlendert, der wirkt wie ein mittelalterlicher Kreuzgang.
- 🎫 Ticket: kostenlos begehbar
- 🚇 ÖPNV: U1, U3 Warschauer Straße oder Schlesisches Tor
Sehenswürdigkeiten in Kreuzberg und Tempelhof
Checkpoint Charlie
Der wohl berühmteste Grenzübergang zwischen Ost und West, heute mit Nachbau des Wachhäuschens und großformatigen Fototafeln. Seinen skurrilen Namen verdankt der Kontrollpunkt schlicht dem NATO-Alphabet: Es war der dritte alliierte Checkpoint in der Stadt, nach „Alpha“ an der innerdeutschen Grenze und „Bravo“ am Dreilinden, kam hier eben „Charlie“. Errichtet wurde er im August 1961, unmittelbar nachdem die DDR mit dem Mauerbau begonnen hatte, um Angehörigen der westlichen Streitkräfte weiterhin die Kontrolle beim Grenzübertritt zu ermöglichen. Im Oktober desselben Jahres wurde der unscheinbare Ort für einige Tage zur Bühne der Weltpolitik, als sich hier amerikanische und sowjetische Panzer gegenüberstanden – einer der gefährlichsten Momente des Kalten Krieges.
- 🎫 Ticket: Straße/Nachbau kostenlos; für Hintergründe: Cold-War-Tour mit Checkpoint Charlie*
- 🚇 ÖPNV: U6 Kochstraße/Checkpoint Charlie; Bus M29
Jüdisches Museum
Der spektakuläre, zickzackförmige Bau von Daniel Libeskind erzählt deutsch-jüdische Geschichte auch architektonisch – über die „Achsen“ und den „Leerraum“ im Gebäude selbst. Der Grundriss erinnert an einen geborstenen Davidstern und ist von zwei sich kreuzenden Linien geprägt: einer geraden und einer zickzackförmigen. An ihren Schnittpunkten entstehen die sogenannten „Voids“, unbeheizte, fast dunkle Betonschächte, die sich vom Keller bis zum Dach durch das gesamte Haus ziehen und die Leerstelle symbolisieren, die die Vernichtung des jüdischen Lebens hinterlassen hat. Im Untergeschoss kreuzen sich drei symbolische Achsen: die „Achse der Kontinuität“ führt in die Ausstellung, die „Achse der Emigration“ endet im Garten des Exils, und die „Achse des Holocaust“ mündet als Sackgasse im dunklen, kargen Holocaust-Turm. Als das Museum 1999 eröffnet wurde, war es zunächst noch komplett leer – so groß war der Eindruck, den allein die Architektur bei den Besuchern hinterließ.
- 🎫 Ticket: Jüdisches Museum Tickets*
- 🚇 ÖPNV: U6 Hallesches Tor oder Kochstraße; Bus M41, 248
Bergmannkiez
Eines der lebendigsten Kreuzberger Viertel rund um die Bergmannstraße: Wochenmarkt am Chamissoplatz, Cafés, kleine Läden und der Alte St.-Matthäus-Kirchhof mit Grabstätten der Brüder Grimm. Bis 1837 hieß die Straße noch Weinbergsweg, denn hier zogen sich tatsächlich Weinberge bis hinauf zum Tempelhofer Berg. Ihren heutigen Namen bekam sie nach der Großgrundbesitzerin Marie Luise Bergmann, der weite Teile des damals noch ländlichen Areals gehörten. Zur echten Kult-Straße wurde sie aber erst in den 1970er-Jahren: Im Schatten der nahen Mauer waren die Mieten hier so günstig, dass Wehrdienstverweigerer, Künstler und Trödelhändler das Viertel für sich entdeckten und in den Erdgeschossen ihre Werkstätten, Kneipen und Geschäfte einrichteten – der Grundstein für den alternativen Charme, den der Kiez trotz vieler Touristen und Hipster-Kaffeläden bis heute hat.
- 🎫 Ticket: Frei erkundbar
- 🚇 ÖPNV: U7 Gneisenaustraße oder Südstern; Bus 140
Tempelhofer Feld
Das ehemalige Flughafengelände ist heute eine der größten innerstädtischen Freiflächen Europas – Radfahren, Skaten, Drachensteigen oder einfach Picknicken auf den alten Start- und Landebahnen. Schon im 18. und 19. Jahrhundert diente die weite, ebene Fläche dem preußischen Militär als Exerzier- und Paradeplatz, unter anderem paradierte hier schon Napoleon nach seinem Sieg über Preußen 1806. Genau diese Weite machte das Feld später ideal für die Fliegerei: 1909 führte Orville Wright hier erste Flugvorführungen vor, ab 1923 nahm der Flughafen Tempelhof seinen Betrieb auf. Doch Flugzeuge starten und landen hier nicht mehr. Stattdessen dürft ihr euch das Areal, das einst Kaiser, Nazis und Alliierte beanspruchten, ganz demokratisch mit Joggern, Gärtnern und Kitesurfern teilen.
- 🎫 Ticket: Kostenloser Zutritt zum Feld
- 🚇 ÖPNV: S 41, 42, 46 Tempelhof; U6 Tempelhof, Platz der Luftbrücke oder Paradestraße; U8 Boddinstraße; Bus 104, 248
Alter Flughafen Tempelhof
Der erste zivile Flughafen eröffnete am 8. Oktober 1923 zunächst nur mit einem hölzernen Stationsgebäude, wuchs aber binnen wenigen Jahren zum „Luftkreuz Europas“ mit dem größten Passagieraufkommen aller europäischen Flughäfen heran. Das heutige monumentale Gebäude ließen die Nationalsozialisten zwischen 1936 und 1941 nach Plänen von Ernst Sagebiel als „Weltflughafen“ errichten – als Demonstration der Macht des NS-Regimes gedacht, zählt es bis heute zu den 20 größten Bauwerken der Welt. Nach dem Krieg übernahm die US-Luftwaffe den Flughafen, und 1948/49 wurde er während der sowjetischen Blockade West-Berlins zum Symbol der Freiheit: Über die Luftbrücke versorgten alliierte Flugzeuge die eingeschlossene Stadt im Minutentakt mit Lebensmitteln und Kohle. Vor dem Gebäude erinnert das Denkmal daran. Am 30. Oktober 2008 startete schließlich die letzte Maschine – zu diesem Zeitpunkt war Tempelhof der älteste Flughafen der Welt. Das riesige Gelände lässt sich heute am besten bei Führungen erkunden. Zudem gibt es hier Büros, Ateliers und den Sitz der Berliner Polizei.
- 🎫 Ticket: Zugang im Rahmen von Flughafen-Tempelhof-Führungen
- 🚇 ÖPNV: U6 Platz der Luftbrücke
Sehenswürdigkeiten in der City West
Ku’damm
Berlins klassische Flaniermeile mit internationalen Modeketten, Cafés und einigen der schönsten Gründerzeitfassaden der Stadt. Dabei fing der „Kudamm“ ganz unglamourös als Knüppeldamm an: Schon 1542 ließ Kurfürst Joachim II. hier einen befestigten Weg durch sumpfiges Gelände anlegen, damit seine Reiter bequem vom Stadtschloss zum neuen Jagdschloss im Grunewald kamen. Zur echten Prachtstraße wurde er erst über 300 Jahre später, als Reichskanzler Otto von Bismarck den Ausbau zu einem 53 Meter breiten Boulevard nach dem Vorbild der Pariser Champs-Élysées anordnete. Als 1886 die erste Dampfstraßenbahn zwischen Bahnhof Zoo und Grunewald fuhr, war die Geburtsstunde des Boulevards offiziell – und der Grundstein für den Mythos der „Goldenen Zwanziger“ am Ku’damm gelegt.
- 🎫 Ticket: Frei begehbar
- 🚇 ÖPNV: U1, U9 Kurfürstendamm; Bus 109, M19, M29
Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
Die im Krieg zerstörte Turmruine steht als Mahnmal neben der markanten modernen Kirche mit ihrem blauen Glasfenster-Ambiente – Berliner nennen das Ensemble liebevoll „Hohler Zahn“. Die ursprüngliche, neuromanische Kirche wurde 1891 bis 1895 von Franz Schwechten im Auftrag Kaiser Wilhelms II. zum Gedenken an seinen Großvater errichtet und 1943 bei einem Bombenangriff fast vollständig zerstört. Als der Architekt Egon Eiermann 1957 den Wettbewerb für den Neubau gewann, wollte er die Ruine eigentlich komplett abreißen lassen – ein Sturm der Entrüstung in der Bevölkerung zwang ihn, die Turmruine als Mahnmal in seinen Entwurf zu integrieren. So entstand zwischen 1959 und 1963 das heutige Ensemble aus achteckiger Kirche, sechseckigem Glockenturm und der Ruine als Denkmal gegen den Krieg – bis heute die Stadtikone der City West.
- 🎫 Ticket: Eintritt kostenlos
- 🚇 ÖPNV: U1, U9 Kurfürstendamm; S-Bahn Zoologischer Garten; Bus X10, M19, M29, 109
KaDeWe
Das zweitgrößte Kaufhaus Europas, berühmt für seine Feinschmecker-Etage im 6. Stock mit Hunderten Käse-, Wein- und Delikatessenständen. Gegründet hat es 1907 der Kaufmann Adolf Jandorf, der sich mit seinem Luxushaus nach dem Vorbild von Harrods in London und dem Pariser Printemps einen Traum erfüllte – Spötter nannten sein Projekt damals wegen der abgelegenen Lage am Wittenbergplatz nur „Jot we De, janz weit draußen“. Das Konzept ging trotzdem auf und beschleunigte die Entwicklung des gesamten Berliner Westens. In der NS-Zeit musste die jüdische Familie Tietz, die das Haus später übernommen und die legendäre Feinkostabteilung eingerichtet hatte, unter Zwang verkaufen und emigrieren – eine dunkle Seite der Geschichte, die man dem glitzernden Kaufhaus heute nicht mehr ansieht.
- 🎫 Ticket: Kein Ticket nötig, Einkauf nach Belieben
- 🚇 ÖPNV: U1, U2, U3 Wittenbergplatz
Zoologischer Garten
Direkt im Herzen der City West gelegen, mit angeschlossenem Aquarium, ist der Zoo vor allem wegen der dortigen Pandas und Gorillas ein echter Besuchermagnet. Als er am 1. August 1844 seine Tore öffnete, war er der erste Zoo Deutschlands – möglich gemacht durch den Zoologen Martin Hinrich Lichtenstein, der König Friedrich Wilhelm IV. mit Unterstützung des berühmten Naturforschers Alexander von Humboldt davon überzeugte, einen Teil seiner königlichen Fasanerie im Tiergarten kostenlos für das Projekt bereitzustellen. Damals lag der Zoo noch weit vor den Toren der Stadt und zählte gerade einmal rund hundert Tiere – heute ist er mitten in der Metropole angekommen und einer der artenreichsten Zoos weltweit.
- 🎫 Ticket: Zoo Berlin Tickets bei GetYourGuide*
- 🚇 ÖPNV: Regionalverkehr; S3, S5, S7, S9; U2, U9 Zoologischer Garten; Bus 100, 200, M45
Sehenswürdigkeiten in Charlottenburg und im Westen
Schloss Charlottenburg
Das größte Barockschloss Berlins mit Altem Schloss, Neuem Flügel und weitläufigem Schlossgarten – einstige Sommerresidenz der Hohenzollern. Ursprünglich ließ es Kurfürst Friedrich III. 1695 als vergleichsweise kleines Lustschlösschen für seine Frau Sophie Charlotte errichten, die hier fernab vom höfischen Zeremoniell Musik und Philosophie pflegen konnte. Nach ihrem frühen Tod 1705 benannte ihr Mann, inzwischen zum König Friedrich I. gekrönt, das Schloss und das benachbarte Dorf ihr zu Ehren um. In den folgenden knapp hundert Jahren wuchs die kleine Sommerresidenz unter mehreren Architekten wie Eosander, Knobelsdorff und Langhans immer weiter, sodass sie heute Elemente aus Barock, Rokoko und Klassizismus in sich vereint.
- 🎫 Ticket: Schloss-Charlottenburg-Ticket*
- 🚇 ÖPNV: U7 Richard-Wagner-Platz, U2 Sophie-Charlotte-Platz; Bus M45, 109, 309
Botanischer Garten
Einer der bedeutendsten botanischen Gärten der Welt mit über 20.000 Pflanzenarten und einem beeindruckenden Riesenpalmenhaus. Seine Wurzeln reichen erstaunlich weit zurück: Schon 1573 gab es im Lustgarten am Berliner Stadtschloss einen kurfürstlichen Küchen- und Kräutergarten, aus dem sich über Jahrhunderte die heutige Institution entwickelte. Weil das Gelände in der Innenstadt irgendwann zu klein wurde, zog die Sammlung zwischen 1897 und 1910 komplett ins damals noch ländliche Dahlem um. Dort legte Gartendirektor Adolf Engler auf 43 Hektar die bis heute größte pflanzengeografische Abteilung der Welt an, sortiert nach Herkunftskontinenten – ein botanischer Weltatlas zum Durchspazieren.
- 🎫 Ticket: Eintritt vor Ort oder online über den Botanischen Garten Berlin
- 🚇 ÖPNV: S1 Botanischer Garten; Bus M48, X83
Teufelsberg
Der Berg selbst ist ein Produkt des Zweiten Weltkriegs und seiner Zerstörung: 1937 hatte Hitler hier den Grundstein für die „Wehrtechnische Fakultät“ der Technischen Hochschule Berlin gelegt, ein monumentaler NS-Bau, der jedoch nie fertiggestellt wurde. Nach dem Krieg suchte der Senat einen Ort, um die Trümmer der zerbombten Stadt abzulagern, und entschied sich für den robusten Rohbau im Grunewald als stabiles Fundament. 22 Jahre lang, ab den 1950er-Jahren, türmten täglich Hunderte Lastwagen insgesamt rund 26 Millionen Kubikmeter Schutt auf – so entstand künstlich der höchste Berg West-Berlins. Wegen seiner Höhe und der Nähe zur Sektorengrenze erkannten die West-Alliierten schnell das strategische Potenzial: Ab den 1960er-Jahren bauten die US-Streitkräfte hier die „Field Station Berlin“ auf – eine der wichtigsten Abhörstationen des Kalten Krieges. Die Ruinen der markanten weißen Radome prägen den Blick auf den Berg. Nach dem Abzug der Amerikaner 1991 verfiel die Anlage und wurde zur Kulisse für Street-Art-Künstler aus aller Welt – daraus ist der heutige Lost Place mit seiner riesigen Graffiti-Galerie entstanden
- 🎫 Ticket: Teufelsberg-Eintritt* und geführte Tour*
- 🚇 ÖPNV: S3, S9 Heerstraße, anschließend ca. 30 Minuten Fußweg bergauf; alternativ Bus 149
Wannsee
Der Wannsee ist neben dem Müggelsee Berlins beliebtestes Ausflugsziel am Wasser. Im Sommer herrschen im Strandbad und auf dem See mit unzähligen Segelbooten Hochbetrieb. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war Baden im Freien in Preußen streng reguliert, erst 1907 erlaubte der zuständige Landrat offiziell das Schwimmen im Großen Wannsee – und löste damit einen regelrechten Boom aus. Unter dem Stadtplaner Martin Wagner wuchs die schlichte Badestelle bis 1930 zu einem „Weltstadtbad“ mit Umkleidehallen und Promenadendeck heran, das zur „Badewanne der Berliner“ wurde. Rund um den See entstanden zugleich prachtvolle Villenkolonien, in denen wohlhabende Berliner Familien ihre Sommerresidenzen errichteten – bis heute eine der begehrtesten Wohnlagen der Stadt. Mit einem gültigen Ticket können Besucher auch eine der Berliner Fähren nutzen. Da fühlt man sich fast wie in Hamburg.
- 🎫 Ticket: Strandbad-Eintritt vor Ort; Bootstouren z. B. 7-Seen-Rundfahrt ab Wannsee*
- 🚇 ÖPNV: S1, S7 Wannsee; Bus 114, 218, 316
Pfaueninsel
Die UNESCO-Welterbe-Insel in der Havel mit einem verspielten weißen Schlösschen, freilaufenden Pfauen und einem englischen Landschaftsgarten wurde von Peter Joseph Lenné geplant. Sie ist autofrei und nur mit der kleinen Fähre erreichbar. Ihren Namen verdankt die Insel den Pfauen, die hier schon lange gehalten wurden, bevor König Friedrich Wilhelm II. sie 1793 für sich entdeckte: Er kaufte das bis dahin als Kaninchenwerder bekannte, verwilderte Eiland und ließ dort für sich und seine Geliebte Wilhelmine Encke ein romantisches Lustschlösschen errichten. Auch heute noch lässt es sich hier vortrefflich spazieren.
- 🎫 Ticket: Fähre kostenpflichtig, Insel-Eintritt frei; Schlossbesichtigung separat. Kombinierbar mit einer Wannsee-Bootstour*
- 🚇 ÖPNV: S1, S7 bis Wannsee, dann Bus 218 bis „Pfaueninsel“, anschließend Fähre
Sehenswürdigkeiten im Osten und Südosten Berlins
Spreepark
Der mystische, verlassene Vergnügungspark im Plänterwald war zu DDR-Zeiten der größte Rummel Ost-Berlins. Eröffnet wurde er 1969 zum 20. Jahrestag der DDR-Gründung unter dem Namen Kulturpark Plänterwald und war mit bis zu 1,7 Millionen Besuchern im Jahr der einzige ständige Freizeitpark des Landes, liebevoll „Kulti“ genannt. Nach der Wende ging es unter privater Führung als Spreepark zunächst weiter, bis wirtschaftliche Probleme 2002 zur Schließung führten – seither verrotten Riesenrad und Achterbahn zwischen Bäumen und wurden zum Kultort für Lost-Places-Fans und Filmteams. Heute nur im Rahmen von Führungen zugänglich, während das Gelände Schritt für Schritt zum öffentlichen Kunst- und Naturpark umgebaut wird.
- 🎫 Ticket: Eröffnung vorraussichtlich im Frühjahr 2027
- 🚇 ÖPNV: S8, S9 Plänterwald plus Fußweg, oder Bus 265
Tierpark Berlin
Der flächenmäßig größte Landschaftstierpark Europas rund um das barocke Schloss Friedrichsfelde, deutlich weitläufiger und ruhiger als der Zoo im Westen. Seine Entstehung ist ein Kind des Kalten Krieges: Weil der traditionelle Zoologische Garten im britischen Sektor und damit in West-Berlin lag, fehlte Ost-Berlin eine eigene tiergärtnerische Einrichtung. 1954 beschloss der Magistrat kurzerhand, im herrschaftlichen, seit der Enteignung verwilderten Schlosspark Friedrichsfelde einen neuen Tierpark zu bauen. Unter der Leitung des Zoologen Heinrich Dathe und mit tatkräftiger Unterstützung Tausender freiwilliger Helfer entstand das Gelände in nur wenigen Monaten. Heute scheint der Tierpark etwas im Schatten des Zoos zu stehen. Doch schon aufgrund seiner Größe, ist der Tierpark wunderbar für Spaziergänge – besonders mit Kindern – geeignet. Highlight sind hier vor allem die Lemuren, Giraffen und Elefanten, sowie das Alfred-Brehm-Haus.
- 🎫 Ticket: Tierpark Berlin Tickets*
- 🚇 ÖPNV: U5 Tierpark
Müggelturm
Ihr habt genug vom Trubel der Hauptstadt? Der Berliner Bezirk Köpenick ist zwar noch Teil Berlins, aber wirkt eher wie eine Kleinstadt. Bekannt ist er nicht nur für den Hauptmann von Köpenick und die „eisernen“ Fußballer von Union Berlin, sondern auch für einen Anfang der 60er Jahre errichteten Aussichtsturm an Rande des Müggelsees. Hier auf dem Müggelberg stand schon ab 1880 ein Turm, der aber in den 50er-Jahren bei Renovierungsarbeiten abbrannte.
Ein neuer Turm musste her und das Ergebnis kann sich auch heute noch sehen lassen. Entworfen von Studenten und unter anderem finanziert von der Berliner Bevölkerung, entstand ein Gebäude, das sich nicht am bis dahin vorherrschenden Stil des Sozialistischen Realismus orientierte, sondern gewissermaßen Berlins Aufbruch in die Moderne darstellte. Der schicke Stahlbetonbau mit seinen breiten Fensterfronten bietet noch immer eine tolle Sicht über den Müggelsee, die Müggelberge und den Langen See. Derzeit ist ein weiterer Turm geplant, der mit dem alten Müggelturm verbunden werden soll.
- 🎫 Ticket: Turm-Eintritt vor Ort erhältlich
- 🚇 ÖPNV: S3 Friedrichshagen, anschließend Bus 161 oder ca. 30 Minuten Fußweg/Waldweg
Gärten der Welt
Der Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf ist nicht gerade eine Gegend, die besonders viele Touristen anziehen würde. Zum 750-jährigen Stadtjubiläum wurde hier ein Park eröffnet, der unter dem Namen Berliner Gartenschau fungierte. Den größten Schub erhielt die fast 100 Hektar große Anlage aber, als Berlin den Zuschlag für die Internationale Gartenschau 2017 erhielt, die ein großer Erfolg wurde. Der Name Gärten der Welt ist dabei Programm. Ihr könnt hier durch chinesische, japanische, balinesische, orientalische und koreanische Gartenlandschaften spazieren und die Ruhe und die Schönheit der gepflegten Anlage genießen. Oder ihr macht eine Fahrt mit der Seilbahn zum Kienberg. Ja, ihr habt richtig gehört, auch das geht in Berlin.
- 🎫 Ticket: Gärten der Welt Tickets, mehr erfahren bei einer Gärten der Welt-Führung*
- 🚇 ÖPNV: U5 Kienberg – Gärten der Welt (direkter U-Bahn-Ausgang zum Park)
Restaurants und Bars in Berlin
Restaurants
- Zur letzten Instanz (Waisenstraße 14, Mitte) – Berlins ältestes Restaurant, seit 1621 durchgehend in Betrieb. Rustikales Wirtshaus-Ambiente mit 200 Jahre altem Kachelofen, an dem der Legende nach schon Napoleon gesessen haben soll. Serviert klassische Berliner Küche wie Eisbein und Königsberger Klopse, mit gemütlichem Biergarten.
🚇 U8 Jannowitzbrücke, U2 Klosterstraße - Max und Moritz (Oranienstraße 162, Kreuzberg) – Denkmalgeschütztes Alt-Berliner Wirtshaus von 1902 mit original Gründerzeit-Interieur, Jugendstildetails und Stuckarbeiten. Bodenständige Berliner Hausmannskost wie Eisbein und Bollenfleisch, oft mit Live-Musik.
🚇 U8 Moritzplatz, U1/U8 Kottbusser Tor - Mustafa’s Gemüse Kebap (Mehringdamm 32, Kreuzberg) – Der berühmteste Döner-Imbiss der Stadt: gegrilltes Hähnchenfleisch mit geschichtetem Gemüse, Schafskäse und Hausrezept-Soßen. Legendär lange Schlangen gehören dazu, mittlerweile fast schon eine eigene Sehenswürdigkeit.
🚇 U6/U7 Mehringdamm - Rüyam Gemüse Kebap (Hauptstraße 133, Schöneberg) – Der Insider-Tipp für alle, die den Trubel bei Mustafa’s umgehen wollen: gleiche Grundidee mit gegrilltem Gemüse und Hähnchen, oft sogar besser bewertet und ohne stundenlange Wartezeit.
🚇 S1 Schöneberg oder U7 Kleistpark - Sphere im Fernsehturm (Panoramastraße 1a, Mitte) – Das sich einmal pro Stunde drehende Restaurant auf 207 Metern Höhe wurde von Sternekoch Tim Raue neu konzipiert und bietet Berliner Klassiker neu interpretiert, dazu einen 360°-Blick über die ganze Stadt.
🎫 Reservierung/Ticket bei GetYourGuide
🚇 U2/U5/U8, S3/S5/S7/S9 Alexanderplatz
Bars und Kneipen
- Metzer Eck (Metzer Straße 33, Prenzlauer Berg) – Die urige Eckkneipe schlechthin: seit 1913 im Familienbesitz, dunkles Holzmobiliar, alte Fotos an den Wänden, fünf Biersorten vom Fass und deftige Berliner Kost wie Bulette oder Hackepeterstulle.
🚇 U2 Senefelderplatz, Tram M2 - Buck and Breck (Brunnenstraße 177, Mitte) – Versteckte Speakeasy-Cocktailbar hinter einer unscheinbaren Tür mit Klingelknopf. Nur 14 Plätze an einem langen schwarzen Tresen, gedämpftes Licht, kein Handy-Empfang erwünscht – dafür erstklassige klassische Cocktails vom Barchef persönlich gemixt.
🚇 U8 Rosenthaler Platz, Tram M1/M8 - Klunkerkranich (Karl-Marx-Straße 66, Neukölln) – Bohemien-Rooftop-Bar auf dem Dach eines Parkhauses mit Blick über die Dächer Neuköllns, Liegestühlen, kleinem Gemüsegarten und regelmäßigen Live-Konzerten.
🚇 U7 Rathaus Neukölln - Monkey Bar (im 25hours Hotel Bikini Berlin, Budapester Straße 40, City West) – Dschungelthema mit Tiermotiv-Tapeten, Terrasse mit direktem Blick in die Freigehege des Zoos und Skyline-Panorama über die City West.
🚇 U2/U9, S-Bahn Zoologischer Garten - Prater Garten (Kastanienallee 7-9, Prenzlauer Berg) – Berlins ältester Biergarten, seit 1837 unter schattigen Kastanienbäumen. Über 600 Sitzplätze, hausgebrautes Prater Pils und deftige Küche – ein Stück Berliner Geschichte zum Anfassen.
🚇 U2 Eberswalder Straße, Tram M1/M10/M12
Unterkünfte für euren Berlin-Besuch
Hostels
- Circus Hostel (Weinbergsweg 1a, Mitte) – Zentral gelegenes Design-Hostel mit stilvollen Schlafsälen und Privatzimmern, lebendiger Gemeinschaftsbereich und guter Anbindung an die Szeneviertel Mitte und Prenzlauer Berg.
- Ostel – Das DDR-Design Hostel (Wriezener Karree 5, Friedrichshain) – Skurriler Geheimtipp direkt an der East Side Gallery: Zimmer komplett im Stil einer original DDR-Platte eingerichtet, von der Nierentisch-Lounge bis zur Multifunktionstapete.
Mittelklasse
- Park Inn by Radisson Berlin Alexanderplatz – Das „Panorama-Hotel am Alex“: 37 Stockwerke direkt am Alexanderplatz, viele Zimmer mit Panoramablick über die Stadt und eine öffentlich zugängliche Dachterrasse in 150 Metern Höhe, direkt gegenüber dem Fernsehturm.
- 25hours Hotel Bikini Berlin (Budapester Straße 40, City West) – Dschungelthema trifft urbanes Design im denkmalgeschützten Bikini-Haus, direkt am Zoo gelegen, mit eigener Sauna, Dachterrasse und der angeschlossenen Monkey Bar.
Besondere Unterkünfte
- Hüttenpalast (Hobrechtstraße 66, Neukölln) – Indoor-Camping mitten in der Stadt: liebevoll restaurierte Oldtimer-Wohnwagen und selbstgezimmerte Hütten unter dem Dach einer ehemaligen Staubsaugerfabrik, dazu ein begrünter Hinterhofgarten.
- Das Stue (Drakestraße 1, Tiergarten) – Berlins erstes Luxus-Boutique-Hotel in der ehemaligen dänischen Botschaft direkt am Tiergarten, mit Blick in die Zoo-Gehege, Innenausstattung von Patricia Urquiola und eigenem Spa mit Pool.
Die wichtigsten Berlin Reisetipps
Berlin – Klima und beste Reisezeit
Berlin ist Teil einer gemäßigten Klimazone und von den Ausläufern der Atlantikwinde und dem osteuropäischen Kontinentalklima geprägt. Milden Sommern folgen relativ kühle Winter, die in etwa dem deutschen Durchschnitt entsprechen, einem aber auch sehr kalt vorkommen können. Gerade im Januar und Februar kann es sehr ungemütlich werden. Im Sommer und Herbst kann es hingegen häufiger regnen.
Eine perfekte Jahreszeit für Berlin gibt es nicht, da selbst im Winter die Bandbreite an interessanten Veranstaltungen groß ist. Während ihr im Sommer an der Spree im Beachclub entspannen könnt, haben dafür im Winter zahlreiche Weihnachtsmärkte geöffnet, sodass euch auch abseits vom Besuch schöner Sehenswürdigkeiten nie langweilig wird. Zum Spazieren und Flanieren mag ich April und Mai und September und Oktober, weil es nicht zu heiß und nicht zu kalt ist.
Ihr solltet bedenken, dass Berlin auch ein bedeutender Messestandort ist. Findet gerade eine Großveranstaltung statt, sind die Hotels oftmals ausgebucht oder verlangen saftige Aufschläge.
Wichtige Berlin Veranstaltungen
Wie eben beschrieben, wird euch in Berlin bestimmt nicht langweilig. Es gibt aber einige Highlights im Jahreskalender, die ihr euch dick im Kalender anstreichen könnt und die den perfekten Rahmen für euren Berlin-Besuch bieten:
- Berlinale: Wenn es draußen noch so richtig schön kalt ist, strömen (meist im Februar) Stars, Sternchen und viele Touristen zu einem der bedeutendsten und traditionsreichsten Filmfestivals in Europa, der Berlinale. Sie findet unter anderem am Berlinale-Palast am Potsdamer Platz stattfindet. Tickets für das Festival gibt es immer ab ca. November. Wer früh bucht und gut plant, kann hier richtig was erleben.
- ITB: Die internationale Tourismusbörse ist keine Fachmesse, sondern etwas für alle Besucher der Stadt. Immer im März könnt ihr euch dann in der Messe Berlin auf eine Reise durch die weite Welt begeben, wobei immer ein Land genauer vorgestellt wird und als Gastland fungiert.
- Karneval der Kulturen: Fast genauso international geht es beim Karneval der Kulturen zu, der immer an Pfingsten steigt. Offenheit und Toleranz sollen gefördert werden, bunte Straßenumzüge und unzählige Konzerte machen den Karneval zu einer der buntesten und schönsten Veranstaltungen des Jahres.
- Jüdische Kulturtage: Berlin verfügte einst über eine der blühendsten jüdischen Gemeinden Deutschlands. Heute zieht es viele Israelis in die Stadt, die zusammen mit der jüdischen Gemeinde Berlin und ihren Gästen während der Jüdischen Kulturtage zahlreiche Kulturveranstaltungen organisieren.
- Lange Nacht der Museen: Im August öffnen Berlins Museen an einem bestimmten Datum auch abends und in der Nacht ihre Pforten. Während der Langen Nacht der Museen werden außerdem viele Gebäude wunderbar beleuchtet und ihr kommt in den Genuss von zahlreichen Konzerten und mehr.
- Festival of Lights: Apropos Beleuchtung: Eine unserer Lieblingsveranstaltungen ist das Festival of Lights im Oktober. Die Stadt wird dabei in ein buntes Lichtermeer getaucht und euch bieten sich tolle Fotomotive.

Besondere Routen
- Berliner Mauerweg: Von der Eastside Gallery könnt ihr über den Potsdamer Platz bis zur Gedenkstätte Bernauer Straße entlang mehrerer Infotafeln, Mauerresten und Wachtürmen alles über die deutsche Teilung und die Berliner Mauer erfahren.
- Buslinie 100, 200 und 300. Weiter unten beschreiben wir euch die Sightseeinglinien der Berliner Verkehrsbetriebe genauer, die entlang der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt führen.
Anreise nach Berlin
Mit dem Flugzeug
Beim Thema Flughafen runzeln mittlerweile nicht nur Berliner die Stirn, das Thema beschäftigt die deutsche Öffentlichkeit seit Jahren. Jetzt ist es aber soweit und der BER, der Flughafen Berlin Brandenburg öffnet seine Tore. Er liegt südöstlich der Stadt in der Nähe des alten Flughafens Schönefeld (der jetzt das Terminal 5 des BER bildet) an der Grenze zum Bundesland Brandenburg und wird zukünftig der wichtigste Verkehrsknotenpunkt in Ostdeutschland sein.
Ihr erreicht den BER mit dem Auto oder Taxi, aber auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Unterhalb des Terminals 1 befindet sich ein Bahnhof, über den ihr viermal pro Stunde mit dem Airport Express oder Regionalzügen zum Hauptbahnhof gelangt. Die S-Bahnen 9 und 45 verbinden den Flughafen außerdem mit dem Zentrum, fahren alle 20 Minuten und halten auch am alten Flughafen Schönefeld.
Mit dem Zug
Die Hauptstadt ist natürlich auch an das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn angebunden. Wichtigster Knotenpunkt ist der vor einigen Jahren eröffnete Hauptbahnhof in der Nähe des Reichstags. Fernverkehrszüge halten aber auch an den Fernbahnhöfen Berlin Ostbahnhof, Berlin Gesundbrunnen, Berlin-Spandau, Berlin Südkreuz, Berlin-Wannsee und Berlin Zoologischer Garten.
Mit dem Auto
Die Anreise mit dem Auto stellt kein Problem dar:
- Die A2 führt aus dem Ruhrgebiet über Bielefeld, Hannover und Sachsen-Anhalt über Berlin bis nach Polen und ist die wichtigste Ost-West-Achse Deutschlands.
- Die A9 verbindet München mit Berlin und führt durch das südwestliche Brandenburg. Wenn ihr aus Bayern, Thüringen, West-Sachsen oder dem östlichen Sachsen-Anhalt kommt, ist dies die beste Variante.
- Kaum ein Weg führt als Autofahrer an der A10 vorbei, der Berliner Ringautobahn, die einmal komplett um die Stadt verläuft.
- Über die A13 gelangt ihr von Dresden nach Brandenburg. Die Route führt durch den Spreewald und dann nach Berlin.
- Wenn ihr aus dem nördlichen Schleswig-Holstein oder von der mecklenburgischen Ostseeküste anreist, könnt ihr die entweder auf die unten beschriebene A24 zusteuern oder parallel zur Küste bis Greifswald fahren, wo die Autobahn einen Schlenker nach Süden macht und vorbei an Neubrandenburg und Pasewalk bei Prenzlau nach Brandenburg führt. Hier wechselt ihr auf die A11 und gelangt so zum Berliner Ring.
- Die Hamburger unter unseren Lesern können auf die A24 zurückgreifen, die ausgehend von der Hansestadt durch das westliche Mecklenburg-Vorpommern nach Brandenburg verläuft und dann auf die A10 stößt.
Wichtig: In Berlin gibt es eine Umweltzone, die sich über die gesamte Innenstadt erstreckt. Ihr dürft diese Zone nur dann anfahren, wenn ihr über eine grüne Umweltplakette verfügt. Infos dazu findet ihr hier.
Mit dem Bus
Auch mit dem Bus kommt ihr bequem nach Berlin. Diese halten meist am Zentralen Omnibusbahnhof am Funkturm in Charlottenburg, am Alexanderplatz, am Südkreuz und/oder am Flughafen BER. Von allen Punkten besteht ein guter Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr.
Öffentlicher Nahverkehr
Hauptverantwortlich für den ÖPNV ist die Berliner Verkehrsgesellschaft BVG. Sie betreibt das Bus-, U-Bahn- und Straßenbahnnetz. Für die S-Bahnen ist hingegen die Deutsche Bahn verantwortlich, genau wie für die Regionalzüge, die ebenfalls durch die Stadt fahren.
Das S-Bahn-Netz ist relativ dicht und verbindet Berlin mit den Gemeinden im Umland. Besonders wichtig sind die Linien S41 und S42, die als Ringbahn um das Zentrum fahren.
Das U-Bahn-Netz ist sehr engmaschig und verbindet alle Bereiche im Zentrum miteinander. Ihr werdet dabei heute kaum noch merken, ob ihr euch im West- oder Ostteil der Stadt bewegt.
Auch mit den Bussen gelangt ihr überall hin. Wir wollen euch hier die Linien 100, 200 und 300 ans Herz legen, denn die Linien dienen gewissermaßen als Hop-on-hop-off-Busse und führen an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt vorbei. Wenn ihr euch ein Tagesticket kauft oder mit dem Deutschlandticket unterwegs seid, könnt ihr günstig durch Berlin fahren und immer dort aussteigen, wo es etwas zu sehen gibt. Die Linien 100 und 200 starten am Bahnhof Zoo und führen dann zum Alexanderplatz. Linie 300 beginnt an der Berliner Philharmonie und fährt über den Potsdamer Platz zum Alexanderplatz und dann weiter bis zur East Side Gallery und zum Bahnhof Warschauer Straße.
Tickets
Eines vorweg: Beim Kauf eines Tickets müsst ihr euch keine Gedanken darum machen, welche Verkehrsmittel genutzt werden können, denn die Fahrkarten gelten sowohl für die von der BVG als auch für die von der Bahn betriebenen Linien.
In Berlin gibt es drei Tarifzonen: AB, BC und ABC. Klingt etwas verwirrend, ist aber eigentlich ganz einfach. Bereich A deckt die Innenstadt ab, B das erweiterte Zentrum und C das Umland inklusive dem Flughafen. Ihr braucht also normalerweise für euren Urlaub nur ein Ticket im Bereich AB. Infos zu den Preisen erhaltet ihr hier.
Taxis und Fahrdienstleister
Neben den vielen Taxis gibt es in Berlin auch Bolt, Uber oder Freenow als Fahrdienstleister. Taxis haben zudem den sogenannten Winketarif. Wenn ihr ein offizielles Taxi irgendwo anhaltet und max. zwei Kilometer fahrt, zahlt ihr derzeit 6 Euro. Ist die Strecke aber weiter, kostet es den normalen Tarif.
Typische Speisen in Berlin
In Berlin gibt es einige Speisen, die ihr unbedingt einmal probieren solltet. Essen in Berlin ist günstig und vor allem vielfältig. Es gibt die Küche fast jeden Landes der Welt hier zu erkunden. Die besten Restaurants sind dabei nicht einmal teuer. Natürlich gibt es aber auch Speisen, die von hier stammen oder für die Berlin berühmt ist. Dazu gehören:
- Döner Kebab – was wäre Berlin ohne den Döner?! Den besten Döner in Berlin gibt es für uns Gemüse Kebap & Friends (Warschauer Str. 81)
- Currywurst – gehört zu Berlin wie der Fernsehturm. Am besten in Prenzlauer Berg probieren bei Ziervogel’s Kult Curry (Schönhauser Allee 20) oder bei Konnopke’s (Schönhauser Allee 44b)
- Königsberger Klopse – einfach ein urpreußisches Gericht und sollte in Berlin unbedingt mal gegessen werden. Schmeckt zum Beispiel bei Jäger & Lustig (Grünwalder Straße 1, Friedrichshain).
Buchtipps
Es ist immer schön, mehr über die Orte zu wissen, die ihr besucht. Folgende Bücher können wir als Vorbereitung oder zum Schmökern über Berlin empfehlen.
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Der kompakte Führer von Reise Know-How bietet euch auf rund 170 Seiten alle Infos, die ihr zu Berlin braucht. Hier werden alle wichtigen Sehenswürdigkeiten Berlins beschrieben. Dazu gibt es mehrere Spaziergänge, gut recherchierte Restaurant- und Hoteltipps und jede Menge spannende Hintergrundartikel.
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Der Lonely Planet ist immer einer meiner Lieblingsreiseführer. Und auch dieser zu Berlin enttäuscht nicht. Tolle Infos und Tipps für euren Trip nach Berlin.
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Der Müller ist immer ein super Reiseführer, der gut recherchiert und sehr umfänglich ist. Auf den rund 350 Seiten, die erst im Februar 2026 aktualisiert wurden, gibt es auch Tourenvorschläge und viele Hintergrundinfos.
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Der renommierte Architekturverlag dom Publishers hat unter anderem auch ein Buch im Programm, das sich der Berliner Mauer widmet. Viele historische Aufnahmen runden das gut recherchierte Buch ab.
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Meine liebe Freundin Inka, die auch den Blog blickgewinkelt betreibt, hat dieses wunderbare Buch geschrieben, das euch auf 52 Ausflüge in und um Berlin mitnimmt. Hier kann ich mit Bestimmtheit sagen, dass alle Trips persönlich recherchiert wurden und den Ausflug sicher wert sind.