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Ostpolen Sehenswürdigkeiten – hier solltet ihr unbedingt mal hinfahren

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Am schönsten ist Polen an seinen Rändern, sagen viele. Das stimmt tatsächlich. Nur meinen die meisten damit die Ostseeküste und die Gebirge im Süden des Landes. An den Osten denkt dabei kaum einer – ein großer Fehler. Denn die Ostpolen Sehenswürdigkeiten brauchen sich vor denen im Süden und Norden des Landes nicht zu verstecken.

Polen besteht aus insgesamt 16 Woiwodschaften. Die drei östlichen von ihnen, Karpatenvorland (Podkarpackie), Lublin (Lubelskie) und Podlachien (Podlaskie), sind die ärmsten Regionen des Landes. Dabei gibt es gerade hier eine ganze Menge zu entdecken. Ich nehme euch im folgenden Beitrag gerne mit auf eine kleine Reise zu den unbekannten Schönheiten Ostpolens.

Ostpolen Sehenswürdigkeiten – das sind die schönsten Orte

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Bild von Mexxicana auf Pixabay

Lublin

Lublin ist die Hauptstadt der gleichnamigen Woiwodschaft und gleichzeitig die größte Stadt der Region. Ich habe hier ein halbes Jahr gelebt und eine wirklich wundervolle Zeit verbracht. Bekannt ist Lublin vor allem für seine wunderschöne Altstadt. Das Lubliner Schloss birgt eine der schönsten Kirchen Polens. Sie ist seit dem 15. Jahrhundert über und über mit bunten Fresken versehen, die eine mystische Stimmung erzeugen. Dank zweier berühmter Universitäten (an einer von ihnen studierte der spätere Papst Johannes Paul II.) zieht es vor allem junge Leute nach Lublin, die hiesige Bar- und Kneipendichte ist daher besonders groß. In diesem Beitrag stellen wir euch Lublin genauer vor.

Am Rande der Stadt befindet sich mit dem Konzentrationslager Majdanek aber auch ein schrecklicher Ort, eines der größten Konzentrationslager der Nazis.

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Bild von Barak Broitman auf Pixabay

Majdanek, Sobibór und Bełżec

In Majdanek richteten die Nazis im Zweiten Weltkrieg das erste Konzentrationslager im besetzten Polen ein. Eine Zeit lang wurde das Lager auch als Vernichtungslager genutzt, man weiß aber heute nicht genau, wie viele Menschen hier starben, vermutlich bis zu 100.000. Das Lager ist relativ gut erhalten und in der bewegenden Gedenkstätte kann man sich einen Eindruck vom harten Leben vor Ort machen und die Gaskammern besichtigen.

Sobibór liegt direkt an der Grenze zur Ukraine und zu Belarus und wurde im Gegensatz zu Majdanek von Anfang an als reines Vernichtungslager geplant. Bis zu 250.000 Menschen wurden hier ermordet. Bekannt ist Sobibór auch deshalb, weil hier im Oktober 1943 mutige Häftlinge einen Aufstand gegen die Nazis wagten. Einigen von ihnen gelang tatsächlich die Flucht, woraufhin die SS alle verbliebenen Gefangenen ermordete und das Lager dem Erdboden gleichmachte.

Mit Bełżec verfügt die Region noch über ein weiteres berüchtigtes Konzentrationslager, in dem über 400.000 Menschen einen qualvollen Tod starben. Da die SS hier minutiös die genaue Opferzahl des Konzentrationslagers dokumentierten, war Bełżec für Historiker ein wichtiger Ort, um die Dimensionen des Holocausts besser einschätzen zu können. Vor knapp 20 Jahren entstand hier eine moderne Gedenkstätte, die über die Geschichte des Ortes informiert und der Opfer gedenkt.

Zamość

Getoppt werden all die wunderschönen Städte im Osten Polens von dem kleinen Städtchen Zamość. Die Altstadt des „Paduas des Nordens“ gehört seit 1992 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Auf dem traumhaft schönen Marktplatz im Stil der Renaissance steht das berühmte Rathaus mit seiner geschwungenen Treppe, das schon oft als Filmkulisse genutzt wurde. Das schönste Haus auf dem Marktplatz ist das Haus zum Engel. Es gehört zum Ensemble der Armenischen Häuser und verfügt über einen wunderschönen Fassadenschmuck. Hier stellen wir euch Zamość einmal genauer vor.

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Bild von BogdanJab auf Pixabay

Kazimierz Dolny

In Kazimierz Dolny war ich schon unzählige Male. Hier leben zwar nur ungefähr 2500 Menschen, aber das kleine Städtchen zählt zum Schönsten, was Polen zu bieten hat. Direkt an der Weichsel gelegen, thront hoch über der Stadt ein Berg, der eine wunderbare Sicht auf die Altstadt ermöglicht. Hier haben sich zahlreiche Häuser aus der Zeit der Renaissance erhalten, die alle aus dem lokalen Kalkstein gebaut wurden und typisch für die Region sind. Kein Wunder also, dass es die Menschen aus Lublin und sogar Warschau regelmäßig in das schmucke Städtchen zieht und Kazimierz Dolny daher einer der wichtigsten Ostpolen Sehenswürdigkeiten ist.

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Bild von Jerzy Górecki auf Pixabay

Bieszczady

Der kleine Gebirgszug ist Teil der polnischen Waldkarpaten und liegt im äußersten Südosten an der slowakischen und ukrainischen Grenze. Hier sind außer Luchsen, Wölfen und Bären noch viele weitere Tierarten heimisch, ansonsten findet man hier vor allem saftige Wiesen, sanfte Hügel und einige Berge vor. Der Nationalpark Bieszczady ist also perfekt für tagelange Wandertouren in wunderschönen Naturlandschaft geeignet. Deshalb sind die Bieszczady ebenfalls eine der wichtigsten Ostpolen Sehenswürdigkeiten.

Białystok

Hoch im Norden befindet sich nur einen Steinwurf von der Grenze zu Belarus entfernt eine touristisch bisher wenig erschlossene Stadt. Im malerischen Białystok lebte einst eine der größten jüdischen Gemeinden des Landes, heute wohnen hier neben Katholiken vor allem viele Orthodoxe.

Die Stadt ist für ihre historischen Bauten wie das Rathaus, den Branicki-Palast, den Dom und das Palais Nowik bekannt. Berühmtester Sohn der Stadt ist Ludwik Zamenhof, der den multikulturellen Geist der Stadt wie kaum ein anderer verkörpert und Schöpfer der Sprache Esperanto war. Klar, dass auch Białystok auf die Liste unserer Ostpolen Sehenswürdigkeiten gehört!

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Bild von summa auf Pixabay

Białowieża-Nationalpark

Über 140.000 Hektar, eine Fläche die etwa doppelt so groß ist wie die Hamburgs, misst einer der letzten europäischen Urwälder. Der Białowieża-Urwald teilt sich in ein polnisches und ein weißrussisches Gebiet auf und hier wirkt vieles so, als sei noch nie ein Mensch dagewesen. Berühmt ist der Urwald vor allem wegen der vielen hier lebenden Wisente, auf die viele Polen besonders stolz sind und die sogar Bier- und Wodkaflaschen zieren. Auf der weißrussischen Seite des Białowieża-Urwalds trug sich 1991 übrigens Historisches zu: Hier vereinbarten der russische, der ukrainische und der weißrussische Präsident das Ende der Sowjetunion. 2017 plante die polnische Regierung, Teile des Waldes abzuholzen. Zum Glück kam es nicht dazu, sodass ihr die urtümlichste der Ostpolen Sehenswürdigkeiten noch lange genießen können wird.

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Markus Bingel hat lange in Polen, der Ukraine und Russland studiert und gearbeitet. Als Reisebuchautor zieht es ihn mehrmals im Jahr in die Länder des „Wild East“ – und noch immer ist er jedes Mal fasziniert von dieser Region. Als Co-Gründer des Blogs möchte er euch gerne die unbekannten, spannenden und immer wieder überraschenden Seiten Osteuropas vorstellen.

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