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Top 10 Posen Sehenswürdigkeiten – die besten Attraktionen

Inhaltsverzeichnis

In Posen (polnisch Poznań), der Hauptstadt der Woiwodschaft Großpolen, leben über eine halbe Million Menschen. In nur rund drei Stunden hat man die Stadt von Berlin aus mit dem Zug oder dem Auto erreicht. Und trotzdem steht Posen oft immer noch im Schatten anderer grenznaher polnischer Städte wie Danzig, Stettin oder Breslau. Dabei gibt es hier eine Menge zu entdecken! Viele Historiker gehen davon aus, dass es sich bei Posen im Mittelalter um die erste Hauptstadt Polens gehandelt hat. Kein Wunder also, dass sich hier so viele Sehenswürdigkeiten befinden.

Die folgende Liste enthält die schönsten Posen Sehenswürdigkeiten. Wenn ihr praktische Tipps für eure Reiseplanung braucht, dann schaut doch einfach mal hier nach. Und wenn ihr hier klickt, kommt ihr zu den schönsten Zielen in der Region.

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Marktplatz mit Rathaus

Ich habe in Polen schon viele Marktplätze gesehen. Breslau, Krakau, Zamość, Warschau – alle sind wunderschön, keine Frage. Aber nirgendwo fühle ich mich so wohl wie auf dem Marktplatz in Posen, einem meiner absoluten Lieblingsorte in Polen. Die wunderschönen bunten Bürgerhäuser, das Renaissance-Rathaus, das als eines der schönsten Europas gilt – hier kann es einem einfach nur gefallen.

Die unzähligen Cafés, Restaurants und Bars ziehen aber nicht nur Touristen an, hier ist Tag und Nacht immer etwas los. Wer abends noch Party machen will, bleibt entweder auf dem Markt oder zieht einfach in eine der Seitenstraßen weiter. Auch hier wird es garantiert nie langweilig.

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Die Universität zählt zu den schönsten Gebäuden im Preußischen Viertel

Preußisches Viertel

Von 1772 bis 1795 wurde Polen so lange zwischen seinen Nachbarn Preußen, Russland und Österreich aufgeteilt, bis das Land von der Weltkarte verschwunden war. So gelangte Posen unter preußische und später deutsche Kontrolle. Die neuen Machthaber wollten die gesamte Region „germanisieren“ und stampften so gleich ein ganzes Stadtviertel aus dem Boden, das sich bis heute erhalten hat und stark an Berlin erinnert. Die Ansiedlungskommission, die deutsche Siedler in die Region locken sollte, ein prächtiges Theater und die wunderschöne Universität zählen zu den Highlights des Viertels, in dem man noch heute überall auf deutsche Spuren stößt. Das spannendste Gebäude des Preußischen Viertels ist aber ohne Zweifel das Kaiserliche Residenzschloss.

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Kaiserliches Residenzschloss

Das Kaiserliche Residenzschloss wird oft auch als letzte neu gebaute Residenz eines europäischen Herrschers bezeichnet. Der deutsche Kaiser Wilhelm II. gab hier den krönenden Abschluss des Preußischen Viertels in Auftrag. Zwischen 1905 und 1913 entstand ein gewaltiger Bau im Stil der Neoromanik. Hätte der Kaiser vorher gewusst, dass er nach dem Ersten Weltkrieg abdanken musste und das Schloss nur zweimal kurz besuchen konnte, hätte er sicher nicht so viel Geld in die Hand genommen, um das Projekt zu finanzieren. Nach dem Ersten Weltkrieg diente das Schloss im nun unabhängigen Polen als Residenz des Präsidenten.

Nachdem die Nazis die Region im Zweiten Weltkrieg annektiert hatten, ließt Adolf Hitler das Schloss nach Plänen von Albert Speer zur „Führerresidenz“ umbauen. Heute kann man durch die von den Nazis umgestalteten Räumlichkeiten spazieren und so sehen, wie verschiedene heute nicht mehr existierende Nazibauten in Berlin einmal aussehen sollten.

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Alte Brauerei

Shopping und Kunst – wie passt das denn zusammen? Für Grażyna Kulczyk, die reichste Frau des Landes, ist das kein Widerspruch. Vor knapp 20 Jahren ließ sie in ihrer Heimatstadt eine riesige Brauerei zu einer Mall umbauen, in der an fast jeder Ecke ein Kunstwerk bestaunt werden kann oder gerade eine Ausstellung stattfindet – definitiv also eine der Top 10 Posen Sehenswürdigkeiten. Kein Wunder also, dass die Alte Brauerei (Stary Browar) bereits zum besten Einkaufscenter der Welt gewählt wurde. Hier befinden sich auch das spannende Designhotel Blow Up Hall 50 50, ein Kino und ein wunderschöner Innenhof.

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Jesuitenkolleg und Pfarrkirche

Die Jesuiten sind ein katholischer Orden, der im 16. Jahrhundert gegründet wurde, um die Reformation zu bekämpfen. Hierbei setzen sie nicht nur auf das Schwert, sondern auch auf die Feder – Bildung spielte im Orden eine große Rolle. In halb Europa entstanden Schulen und Hochschulen des Ordens. Dieser barocke Komplex aus Schule und Kirche war einer der prachtvollsten des Ordens. Weiße und rote Farbelemente wechseln sich hier ab und man kann sich an den vielen verspielten Verzierungen kaum satt sehen. Da ist es wenig verwunderlich, dass sich die Stadtverwaltung das Kolleg gesichert und heute hier ihren Sitz hat. Am schönsten ist es hier übrigens direkt bei Sonnenaufgang, wenn die Sonnenstrahlen langsam den Kirchturm hinaufklettern und man wundervolle Fotos machen kann.

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Dominsel

Ist die kleine Insel zwischen den Flüssen Warthe und Cybina wirklich die Wiege des polnischen Staates? Viele Historiker verorten hier die Reste einer Burg der ersten polnischen Könige Mieszko und Bolesław, die das Christentum nach Polen brachten. Ob diese Burg nun hier oder in Gnesen (Gniezno) lag, darüber scheiden sich die Geister. Fest steht aber, dass dies der älteste Teil Posens ist. Mit der beeindruckenden Posener Kathedrale steht hier außerdem die bedeutendste Kirche der Stadt. In der byzantinischen Goldenen Kapelle werden die sterblichen Überreste von Mieszko und Bolesław aufbewahrt. Neben der Kathedrale befinden sich noch mehrere bedeutende Museen auf der Dominsel, die über die Geschichte des Landes informieren oder die Schätze des Doms zeigen.

Śródka

Von der Dominsel muss man nur einmal über die Brücke mit ihrer charakteristischen roten Stahlkonstruktion spazieren und ist schon im kreativsten und derzeit spannendsten Stadtteil von Posen angekommen. Lange war hier überhaupt nichts los, ein bisschen verfallen wirkte alles und irgendwie auch langweilig. In den letzten fünf Jahren hat sich das komplett geändert. Streetart, hippe Lokale und jede Menge junger Start-Ups locken immer mehr Neugierige in den Ministadtteil, der nur rund 1 km² groß ist. Höchste Zeit also, auf dem Weg zum Maltasee hier einen kleinen Zwischenstopp einzulegen. Śródka hat sich seinen Platz auf der Liste Top 10 Posen Sehenswürdigkeiten also redlich verdient.

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Bahn frei: Im Sommer könnt ihr bequem mit dem Minizug am Maltasee entlang fahren!

Maltasee

Genug vom Stadtbummel? Nur 1,5 Kilometer sind es vom Marktplatz bis zum riesigen Maltasee. Hier kann man herrlich entspannen. Ob in der Malta-Therme, in einem Terrassenlokal, bei einer Jogging- oder Fahrradrunde um den See oder auf der Rodelbahn – hier ist für jeden etwas geboten. Und wenn du es ganz verrückt magst, kannst Du am Maltasee sogar im Sommer Ski fahren! Hier finden außerdem immer wieder bedeutende Sportevents wie die Weltmeisterschaft im Rudern statt.

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Fort VII

Die preußische Regierung ließ vor dem Ersten Weltkrieg nicht nur ein eigenes Viertel anlegen, sondern errichtete auch zwei Verteidigungsringe rund um die Stadt, die Posen vor einem drohenden russischen Einfall schützen sollten. Viele der Verteidigungsanlagen dienen mittlerweile als Pub oder Museum oder sind verfallen. Das Fort VII birgt aber ein dunkles Geheimnis, denn hier richteten die Nazis im Zweiten Weltkrieg ein Konzentrationslager ein. Hier wurden psychisch kranke Patienten mit Kohlenstoffmonoxid getötet und somit erstmals die Tötung KZ-Häftlingen durch Gas erprobt. An die traurige Vergangenheit dieses Ortes erinnert heute eine bewegende Gedenkstätte.

Zitadelle

Letzter Rückzugsort der preußischen Verteidigung sollte die Zitadelle Posen sein. Kampfhandlungen fanden hier aber erst Ende des Zweiten Weltkriegs statt, als die Rote Armee die Stadt von der Wehrmacht eroberte. Heute wird in der Zitadelle auf einem Soldatenfriedhof und in zwei militärgeschichtlichen Museen an die kriegerische Vergangenheit dieses Ortes erinnert. Die Zitadelle ist aber auch ein beliebtes Ausflugsziel und verfügt in ihren gepflegten Grünanlagen über viele Spazierwege, einen Rosengarten und mehrere moderne Kunstwerke. Klar, dass die Zitadelle daher auf die Liste der Top 10 Posen Sehenswürdigkeiten gehört.

Noch nicht genug von den Posen Sehenswürdigkeiten? Dann schaut doch einfach in den CityTrip Posen*, einen Reiseführer, den ich erst 2020 in der neuesten Auflage im Reise Know-How Verlag veröffentlicht habe und der neben den schönsten Sehenswürdigkeiten auch Spaziergangsbeschreibungen, Ausflüge und praktische Tipps enthält!


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Markus Bingel hat lange in Polen, der Ukraine und Russland studiert und gearbeitet. Als Reisebuchautor zieht es ihn mehrmals im Jahr in die Länder des „Wild East“ – und noch immer ist er jedes Mal fasziniert von dieser Region. Als Co-Gründer des Blogs möchte er euch gerne die unbekannten, spannenden und immer wieder überraschenden Seiten Osteuropas vorstellen.

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