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Posen Tipps – diese praktischen Hinweise helfen euch

Inhaltsverzeichnis

Die Hauptstadt der Region Großpolen (Wielkopolska) ist wie gemacht für einen Kurzurlaub. Im folgenden Artikel erklären wir euch alles, was ihr wissen müsst, um einen schönen und vor allem entspannten Urlaub zu verbringen. In einem anderen Beitrag haben wir für euch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt zusammengestellt und wenn ihr hier klickt, kommt ihr direkt zu einer Liste mit den schönsten Ausflugszielen in der Region. Los geht es mit den wichtigsten Posen Tipps!

Posen – Klima und Wetter

Da Posen nah an der Grenze zu Deutschland liegt, unterscheidet sich das Wetter hier natürlich kaum von dem in Berlin oder Brandenburg. Die Stadt befindet sich in einer Zone, die den Übergang vom Kontinentalklima und dem durch den Atlantik beeinflussten Klima Westeuropas bildet. Im Sommer wird es nur selten richtig heiß. Die Winter können kühl ausfallen, Temperaturen unter -10 ° Celsius sind aber selten.

Posen – die beste Reisezeit

Abgesehen von den kühlen Wintermonaten wird man sich in Posen immer wohl fühlen. Egal wie das Wetter ist, es gibt eigentlich immer etwas zu entdecken. Im Sommer kann man herrlich am Wartheufer entspannen, während man im Winter die wundervollen Weihnachtsmärkte, prachtvoll geschmückte Straßen und die spannenden Museen erkunden kann.

Normalerweise rate ich von Reisen nach Polen Anfang Mai ab, weil dann das halbe Land auf den Beinen ist und zwei Feiertage (1. und 3. Mai) aufeinanderfolgen. Bei Posen ist das aber anders. Die Stadt bietet im Rahmen der Aktion Posen zum halben Preis (Poznań za pół ceny) viele Rabatte an. In einigen Hotels schlaft ihr dann für 50 % des Preises und auch in Restaurants und Museen zahlt ihr oft nur die Hälfte. Außerdem haben dann einige Sehenswürdigkeiten geöffnet, die normalerweise nicht besucht werden können.

Meiden solltet ihr Allerheiligen am 1.11. Dann ist fast ganz Polen auf den Beinen, um die Gräber verstorbener Verwandten zu besuchen, und der Verkehr ist fast unerträglich. An Ostern ist ein Besuch ebenfalls nicht zu empfehlen, da dann die meisten Restaurants und Geschäfte für mehrere Tage schließen und viele Museen nicht geöffnet sind.

Wichtige Posen Veranstaltungen

Neben Posen zum halben Preis Anfang Mai gibt es noch zahlreiche andere Daten, an denen es sich lohnt, in die Hauptstadt Großpolens zu kommen.

Das Jugendfest

Im Juni finden gleich mehrere Großveranstaltungen statt. Im Rahmen der Juwenalia, eines Studentenfestes, das im ganzen Land gefeiert wird, werden viele Partys und Konzerte veranstaltet. Das Malta-Festival lockt viele Besucher an den gleichnamigen See und in die Innenstadt und ist eines der wichtigsten Kulturfestivals des Landes mit zahlreichen Konzerten und anderen spannenden Veranstaltungen.

Eine Straße feiert Geburtstag

Der originellste Tag ist aber der 11. November. Er ist eigentlich der polnische Unabhängigkeitstag und im ganzen Land kommt es dann zu Demonstrationen, bei denen es nicht immer nur friedlich zugeht. Ganz anders in Posen: Hier feiert man den Namenstag des Sankt Martins, nach dem in Posen eine der wichtigsten Straßen benannt ist. Hier herrscht echte Karnvevalsstimmung, außerdem gibt es dann die leckeren Martinshörnchen, echte Kalorienbomben, die sogar von der EU als regionale Spezialität geschützt sind.

Weihnachten in Posen

Die Posener Weihnachtsmärkte sind wunderschön, so wie viele im Land. Aber nur hier findet zusätzlich ein Eisskulpturenfestival statt. Schade, dass diese wunderschönen Kunstwerke nicht für die Ewigkeit gemacht sind …

posen tipps
Eines der Highlights in Posen: die Dominsel

Posen Sehenswürdigkeiten

  • Marktplatz mit Rathaus – wundervolles Gebäudeensemble und beliebtester Treffpunkt der Stadt
  • Preußisches Viertel – mehrere Gebäude aus der Kaiserzeit
  • Kaiserliches Residenzschloss – unter Hitler umgebautes Schloss des ehemaligen deutschen Kaisers Wilhelm II.
  • Alte Brauerei – Mischung aus Shopping- und Kulturkomplex
  • Jesuitenkolleg und Pfarrkirche – eine der schönsten Kirchen der Stadt und Sitz der Stadtverwaltung
  • Dominsel – möglicher Ort, an dem die ersten polnischen Könige getauft wurden mit einer Kathedrale, in der sich die Krypta dieser Könige befindet
  • Śródka – kleiner, alternativer Stadtteil mit vielen Cafés und Streetart
  • Maltasee – riesiges Freizeitareal im Osten der Stadt, in dem man sogar im Sommer Ski fahren kann
  • Fort VII – altes Fort, das im Zweiten Weltkrieg als Konzentrationslager fungierte
  • Zitadelle – ehemalige Verteidigungsanlage, in der man wunderbar spazieren kann

Mehr zu den Posener Sehenswürdigkeiten findet ihr in unserem Blogpost zu diesem Thema.

Posen Anreise

Aber wie kommt man nach Posen? Hier stellen wir euch die besten Wege vor, nach Posen zu gelangen.

Flugzeug

Der Posener Flughafen Ławica befindet sich nur wenige Kilometer westlich der Stadt. Aus Deutschland bestehen derzeit Direktverbindungen aus Frankfurt am Main und München nach Posen. Den Flughafen erreicht ihr ganz bequem mit den Bussen 148, 159 oder dem Nachtbus 242. Tickets gibt es an den Kiosken im Flughafen, am Automaten an der Haltestelle und in manchen Bussen. Für die Fahrt ins Zentrum braucht ihr nur etwa 30 Minuten. Alternativ könnt ihr auch ein Taxi nehmen oder einen der in Polen beliebten Fahrdienstleister wie Uber nutzen.

Zug

Viermal täglich fährt der Berlin-Warschau-Express von Deutschland nach Polen, der unterwegs auch in Posen hält. Die Fahrtzeit von Berlin beträgt dabei nur etwa zweieinhalb bis drei Stunden. Der moderne Hauptbahnhof wurde erst vor wenigen Jahren komplett umgebaut, von hier könnt ihr entweder ins Zentrum laufen oder nehmt einfach die Straßenbahn.

Bus

Der zentrale Busbahnhof ist in den Bahnhof integriert. Aus Westeuropa und in andere polnische Städte bestehen täglich mehrere Verbindungen, zum Beispiel mit Flixbus*, Sindbad oder Eurolines.

Auto

Mittlerweile ist die A2 von Deutschland bis nach Warschau verlängert worden, sodass ihr theoretisch sogar aus dem Ruhrgebiet nach Posen fahren könnt, ohne einmal die Straße wechseln zu müssen. Ihr müsst allerdings bedenken, dass polnische Autobahnen mautpflichtig sind und ihr für die Strecke von Deutschland nach Posen knapp 20 Euro Maut zahlen müsst. Infos und einen Preisrechner findet ihr auf der Seite der Autostrada-Betreiber.

Die Parkplatzsituation ist nicht gerade gut, daher solltet ihr bei eurer Unterkunft immer nachfragen, ob es einen Parkplatz gibt. Auch die Staus können ziemlich nerven. Überlegt euch also gut, ob ihr mit dem Auto ins Zentrum fahren wollt. Ein gutes und sicheres Parkhaus befindet sich direkt unter dem Freiheitsplatz (Plac Wolności), von hier seid ihr schon in zwei Minuten auf dem Altstadtmarkt.

Posen Nahverkehr

In Posen könnt ihr viel zu Fuß machen. Wenn ihr aber die weiter entfernten Ziele besuchen wollt, zum Beispiel die Dominsel, Fort VII oder den Maltasee, dann solltet ihr auf den Nahverkehr zurückgreifen.

Öffentliche Verkehrsmittel

Die Stadt könnt ihr ganz bequem mit der Straßenbahn oder dem Bus erkunden. Mittlerweile wurde fast die komplette alte Flotte durch moderne Fahrzeuge ersetzt, auch nachts fahren Busse. Diese haben die Nummern 201, 202 und 204.

Tickets

Fahrkarten (bilety) bekommt ihr fast überall – am Automaten, am Kiosk, in der Post und an Automaten in den Fahrzeugen (hier könnt ihr allerdings meistens nur mit Bargeld bezahlen). Die Tickets sind günstig und nach vier Zonen gestaffelt. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Posens befinden sich alle in Zone A. Es gibt Zeittickets, die in 40-Minuten-Tickets, Tages- und Zweitagestickets unterteilt sind. Bei allen könnt ihr beliebig oft umsteigen. Ihr könnt auch nach Haltestellen bezahlen, pro Stopp zahlt ihr so in der Zone A nur 0,60 Złoty. Übrigens: Wenn die Schadstoffwerte in der Stadt zu hoch sind, könnt ihr am nächsten Tag kostenlos mit Bus und Bahn fahren, das wird dann auf dieser Website vermerkt.

Polnische Sprache

Polnisch gehört zur Familie der westslawischen Sprachen. Wenn ihr also Tschechisch könnt, werdet ihr auch ein paar Worte Polnisch verstehen. Auch wenn ihr ein paar Brocken Russisch beherrscht, wird euch das helfen. Die polnische Sprache ist nicht einfach zu lernen, umso mehr freuen sich die Polen, wenn ihr euch Mühe gebt und ein paar Wörter lernt:

DeutschPolnischAussprache
Hallo!CześćTscheschtsch
Guten Tag!Dzień dobryDschin dobry
Guten Morgen!Dzień dobryDschin dobry
Guten Abend!Dobry wieczórDobry wjetschur
DankeDziękujęDschenkujä
Bitte(schön)Proszę (bardzo)Prosche (bardso)
Wie geht’s?Jak się masz?Jak schä masch?
Freut mich, dich kennenzulernenMiło cię poznaćMiwo tschä posnatsch
VerzeihungPrzepraszamPscheprascham
JaTakTak
NeinNieNje
Ich verstehe (nicht)(Nie) rozumiem(Nje) rosumjem

Mit Englisch kommt ihr übrigens bestens zurecht, junge Posener lernen die Sprache alle in der Schule. Viele können auch Deutsch.

Wenn ihr übrigens mal richtig fluchen wollt oder lustige polnische Wörter lernen möchtet, die so in keinem Wörterbuch stehen, dann schaut euch doch mal den Kauderwelsch-Band Polnisch Slang aus dem Reise Know-How Verlag* an. Den habe ich vor ein paar Jahren genau zu diesem Zweck veröffentlicht. In Posen gibt es übrigens einen eigenen Dialekt, den ich in dem Buch ausführlich vorstelle.

Essen in Posen

Die polnische Küche ist ziemlich deftig. Teilweise werden seit Jahrhunderten die gleichen Gerichte gekocht, vor allem die ländliche Tradition des Landes spiegelt sich in der lokalen Küche wieder. Es kommt generell viel Fleisch auf den Tisch, aber auch Kraut und Getreide sind wichtige Zutaten der polnischen Küche. Bekannt ist die Region Posen vor allem auch für ihre vielen Kartoffelgerichte.

Die wichtigsten lokalen Gerichte

  • Bigos – Eintopf mit Sauerkraut, Pilzen und Fleisch
  • Pierogi – Gefüllte Teigtaschen, die es entweder süß oder salzig gibt
  • Barszcz Czerwony – ursprünglich aus der Ukraine stammende Rote-Beete-Suppe
  • Żurek – saure Mehlsuppe mit Ei
  • Gołąbki – wörtl. “Täubchen”, Krautwickel mit Fleischfüllung
  • Rogale Świetomarcińskie – leckere Croissants mit Zuckerguss und Nussfüllung, die es traditionell nur in Posen gibt

Wo in Posen essen?

Die Klassiker der polnischen Küche bekommt ihr in Posen fast an jeder Ecke. Hier schmecken sie besonders gut:

  • Brovaria, Stary Rynek 73. Direkt am Marktplatz gibt es eine kleine Brauerei, die polnische Klassiker serviert – und natürlich leckeres selbstgebrautes Bier.
  • Pyra Bar, ul. Strzelecka 13. Die Posener werden im ganzen Land auch „Kartoffeln“ (pyry) genannt. Natürlich muss es dann auch ein Kartoffellokal geben.
  • Restauracja Bamberka, Stary Rynek 2. Einst kamen viele Einwanderer aus dem deutschen Bamberg in die Stadt, die sich bis heute ihre eigene Kultur erhalten haben und eine eigene Küche entwickelten. Hier seht ihr, wie diese schmeckt.

Posen Unterkünfte

  • Retro Hostel*, ul. Kramarska 1. Keine 100 Meter sind es von hier zum Marktplatz. Sowohl die Schlafsäle als auch die Doppelzimmer sind gemütlich und sauber und der Preis ist für diese Lage unschlagbar günstig!
  • Blow Up Hall*, ul. Kościuszki 42. In der Alten Brauerei befindet sich eines der ungewöhnlichsten Hotels des Landes. Alles ist perfekt designed und vollautomatisch. Lasst euch überraschen!
  • Altus*, ul. Święty Marcin 40. „Hoch“ bedeutet der Name des neuen Hotels übersetzt – und der hält, was er verspricht. Hier könnt ihr bei sagenhafter Sicht hoch über den Dächern der Stadt schlafen.

Schöne und günstige Ferienwohnungen, Apartments oder Privatzimmer gibt es auch in Posen bei Airbnb*. Wenn ihr euch über meinen Link anmeldet, bekommt ihr bis zu 50 Euro Rabatt auf eure erste Buchung und ich einen kleinen Obolus. Damit können wir unsere nächste Blogreise kofinanzieren. Euch kostet das nix extra.

Sicherheit

Posen ist eine sehr sichere Stadt. Vor Überfällen müsst ihr keine Angst haben, tragt aber am besten im Bus und in der Straßenbahn eure Wertsachen möglichst eng am Körper. Abends kann es im Stadtteil Dębiec in manchen Straßen etwas unsicher wirken. Gefährlich wird es auch hier nur sehr selten, auch wenn ein scherzhaft gemeintes polnisches Sprichwort Każdy z Dębca, to przystępca (Jeder aus Dębiec ist ein Verbrecher) lautet.

Notfallnummern

Sollte doch mal was passieren, könnt ihr bei den Notfallnummern anrufen. Oft spricht jemand am Ende der Leitung Englisch:

  • Polizei: 997
  • Allgemeiner Notruf: 112/911
  • Feuerwehr: 998
  • Kartensperrung: 116 116

Gesundheit

Es kann sein, dass ihr dort für die Behandlung im Voraus bezahlen müsst. Ihr könnt euch den Betrag aber dann zu Hause von der Krankenkasse erstatten lassen. Oft sind die Wartezeiten in den öffentlichen Krankenhäusern und bei Ärzten lang, weshalb viele zu Privatkrankenhäusern oder Privatärzten gehen, die teurer sind. Apotheken findet ihr übrigens an jeder Ecke, viele Medikamente gibt es auch im Supermarkt und am Kiosk.

Krankenhaus in Posen

In diesem Krankenhaus bekommt ihr schnell und zuverlässig Hilfe:

Geld

Geldautomaten gibt es in Posen an jeder Ecke. Wichtig ist, dass ihr beim Abheben nicht die Umrechnung in Euro auswählt, sondern die in der Landeswährung Złoty. Sonst nimmt die Bank nämlich einen angeblich garantierten Kurs, der immer viel schlechter ist als der tatsächliche.

Ihr könnt Geld auch in einer Wechselstube (kantor) tauschen. Hier lohnt sich ein Vergleich, oft befinden sich mehrere Wechselstuben an touristischen Orten. Es sind immer zwei Kurse angegeben, je nach Tauschrichtung gilt immer der schlechtere. Manche Wechselstuben verlangen zusätzlich ein Provision, fragt am besten vorher nach.

Kreditkarten werden fast überall akzeptiert. Fast alle Geschäfte und Restaurants haben ein Terminal. GooglePay und ApplePay funktionieren problemlos. Auch VPAY-Karten können problemlos verwendet werden.

Telefonieren und Internet

Mit einer europäischen Sim-Karte könnt ihr auch in Posen für denselben Preis telefonieren, surfen und texten wie zu Hause. Die Netzabdeckung ist überall in der Stadt super. Wenn euer Datenvolumen mal aufgebraucht ist, könnt ihr auf die vielen WLAN-Netzwerke zurückgreifen, die es in der Stadt gibt. Fast alle Hotels, Restaurants und Cafés bieten mittlerweile WLAN an. Auch die Stadt baut ihr städtisches WLAN-Netz immer weiter aus.

Ihr wollt noch weitere Posen Tipps? Dann schaut doch einfach in den CityTrip Posen*, einen Reiseführer, den ich erst 2020 in der neuesten Auflage im Reise Know-How Verlag veröffentlicht habe und der neben den schönsten Sehenswürdigkeiten auch Spaziergangsbeschreibungen, Ausflüge und praktische Tipps enthält!

*  – dieser Link ist ein Partnerlink. Wenn Ihr hierüber etwas kauft oder bestellt, bekommen wir eine kleine Provision. Euch kostet das keinen Cent extra und wir können weiter neue Beiträge für euch schreiben. Danke für eure Unterstützung!

Markus Bingel hat lange in Polen, der Ukraine und Russland studiert und gearbeitet. Als Reisebuchautor zieht es ihn mehrmals im Jahr in die Länder des „Wild East“ – und noch immer ist er jedes Mal fasziniert von dieser Region. Als Co-Gründer des Blogs möchte er euch gerne die unbekannten, spannenden und immer wieder überraschenden Seiten Osteuropas vorstellen.

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