Das Reiseziel Rumänien wird in den vergangenen Jahren immer attraktiver. Längst ist das einstige Armenhaus Europas zu einem gern besuchten Touristenmagneten geworden. Viele Direktflüge aus Deutschland, günstige Preise, bezaubernde Städte, und erholsame Natur bieten mehr als man von Rumänien erwartet.
Die Geschichte des Landes bietet viele verschieden Facetten. War es zum Teil von den Ungarn beherrscht, von den Osmanen besetzt, so gibt es hier sogar Zeugnisse jahrtausendealter Kultur, wie das auch als rumänisches Stonehenge bezeichnete Sarmizegetusa Regia. In Siebenbürgen hingegen können Besucher auf den Spuren der Siebenbürger Sachsen wandern. Die kleinen Wehrkirchen in den Dörfern Siebenbürgens zeugen von den gewalttätigen Zeiten, als sich die Bewohner zum Schutze vor durchmarschierenden Armeen in den Mauern verschanzten. Die malerischen Städte Transsilvaniens bieten einige der besten Fotomotive Europas an. In der Nähe von Kronstadt (Brașov) steht das Schloss Bran, welches häufig Graf Dracula zugeschrieben wird.
Bukarest mit seiner lebendigen Kulturszene und den mondänen Cafehäusern ist längst kein Geheimtipp mehr. Neben der allumgebenden sozialistischen Architektur in den Wohnvierteln vermittelt der Palast des Parlamentes die Monstrosität mit der der kommunistische Diktator Nicolae Ceaușescu sein Volk unterdrückt und ausgebeutet hat.
In Maramures kann man noch das ursprüngliche Rumänien entdecken. Hier fahren die Bewohner der Dörfer noch mehr als anderswo mit Pferdewagen umher. Die Kirchen mit ihren Spitzdächern und der wohl einzige Friedhof der Welt, auf dem man lachen soll, zeugen von der Einzigartigkeit dieser Region. Hier führt eine der letzten Waldeisenbahnen in die Karpaten und zeugt bis heute von den hart arbeitenden Menschen in Maramures.
Iasi gilt als Wiege Rumäniens, denn der Staat ging aus der Vereinigung der beiden Fürstentümer Walachei und Moldau hervor. Iasi war das Zentrum der Moldau. Auch heute noch lebt man hier die rumänische Kultur.
Das Donaudelta hingegen gehört den Tieren. Viele seltene Arten, sogar Pelikane, finden sich hier jedes Jahr im Sommer ein. Besucher können die Tiere hier bei Bootstouren oder von Aussichtspunkten beobachten. Die Donau als einer der längsten Flüsse Europa verläuft sich im Donaudelta in einem weit verzweigten System aus Kanälen und Seitenarmen. Hier kann man großartige Fischsuppen essen und das naturnahe Leben der Lipowaner, der Altgläubigen, beobachten.
Weiter südlich, an der Schwarzmeerküste ging früher viel Geld im Casino von Constanta über den Tisch. Heute ist die rumänische Schwarzmeerküste eher für Einheimische und für Aussteiger interessant. In der einstigen Hippie-Kommune Vama Veche kann man sich mitunter wie in einem osteuropäischen Jamaika fühlen.
Temeswar, ganz im Westen des Landes, ist Teil des Banats, wo einst die deutschstämmigen Donauschwaben siedelten. Heute leben dort nur noch wenige aber das Erbe ist durchaus nicht nur auf den Friedhöfen der Region zu finden.