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Schwerin Sehenswürdigkeiten

Schwerin –Sehenswürdigkeiten in der mecklenburgischen Residenzstadt

Inhaltsverzeichnis

Schwerin ist mit knapp 100.000 Einwohnern nicht nur Deutschlands kleinste Landeshauptstadt, sondern definitiv auch die gemütlichste des Landes. Schwerin war lange Residenz der Herzöge und Großherzöge von Mecklenburg und wie es sich für eine Residenzstadt gehört, gibt es hier fast an jeder Ecke ein prachtvolles Gebäude. Eine hübsche Altstadt, an allen Seiten von Wasser umgeben, hanseatisches Flair und natürlich das weltberühmte Schloss machen Schwerin zu einem idealen Ziel für einen Kurztrip in den Nordwesten Mecklenburg-Vorpommerns. Im folgenden Beitrag wollen wir euch die schönsten Schwerin Sehenswürdigkeiten vorstellen und ein paar Tipps geben, um eure Reise optimal planen zu können.

Das sind die schönsten Schwerin Sehenswürdigkeiten

Marktplatz

Wo könnte man eine Tour besser beginnen als auf dem Marktplatz vor der Tourist-Info? Die schicken Häuser wurden in den letzten Jahren aufwendig saniert. Das schneeweiße Gebäude an der Nordseite des Marktplatzes ist die ehemalige Markthalle. Sie wurde einst angelegt, weil dem Herzog das Treiben auf dem Marktplatz zu bunt war und er den Handel gerne auf einen Ort konzentrieren wollte. Geklappt hat das nicht so ganz, noch immer findet mittwochs und freitags hier vor der Markthalle mit ihrem Säulengang ein schöner Markt statt.

Denkmal Heinrich der Löwe

Der interessanteste Ort auf dem Marktplatz befindet sich aber wenige Meter vor der Markthalle. Hier steht ein Denkmal für den Stadtgründer Heinrich den Löwen, das in der Vergangenheit für viel Wirbel gesorgt hat. Der süddeutsche Künstler Peter Lenk hat hier wirklich etwas Ungewöhnliches geschaffen. Oder habt ihr schon mal ein Denkmal gesehen, dass den Mann verspottet, an den es erinnern soll? Ich zumindest kenne keins, auf dem Menschen einem König ihren nackten Hintern zeigen …

Schweriner Dom

Vom Marktplatz kann man schon den wuchtigen Dom mit seinem Kirchturm sehen, dem höchsten in Mecklenburg-Vorpommern. Er ist genau 117,5 Meter hoch und damit 50 cm Meter höher als der der Petrikirche in Rostock – schließlich befinden wir uns hier in der Landeshauptstadt. Von der Galerie im Kirchturm habt ihr einen tollen Blick über die Stadt und bei gutem Wetter bis an die Ostsee. Die Kirche selbst ist deutlich älter als ihr Turm aus dem 19. Jahrhundert und eines der bedeutendsten Gebäude der Backsteingotik in Norddeutschland. Von außen wirken die rot-braunen Backsteine ein wenig wie die einer Burg. Umso erstaunter ist man beim Betreten des Gotteshauses, denn plötzlich erstrahlt alles in Weiß.

In der Kirche findet ihr zahlreiche Kunstwerke von unschätzbarem Wert, darunter das Loste-Retabel, einen Altar aus dem 15. Jahrhundert aus Sandstein, kunstvolle Gräber der Herzöge von Mecklenburg und eine Orgel von Friedrich Ladegast, dem bedeutendsten deutschen Orgelbauer des 19. Jahrhunderts. Historisch ist der Dom auch deshalb interessant, weil hier 1989 Tausende von Demonstranten zusammenkamen, um im Rahmen der Montagsdemonstrationen friedlich gegen die Regierung der DDR zu protestieren.

Altstadt

Der Marktplatz und der Dom sind sicher die markantesten Gebäude in der Altstadt, aber eigentlich ist es am schönsten, sich einfach durch die Gassen mit ihren vielen kleinen Geschäften und Cafés treiben zu lassen. Mal sieht man hier alte Fachwerkhäuser, mal prächtige Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, wie die kaiserliche Post in der Mecklenburg Straße, auf jeden Fall gibt es an jeder Ecke etwas zu entdecken. Und wenn ihr euch über die riesigen Blumenkübel wundert, die hier überall stehen: Sie erinnern an die Bundesgartenschau, die 2009 in Schwerin stattfand.

Schwerin Sehenswürdigkeiten

Schweriner Schloss

Das Schweriner Schloss ist die bedeutendste Sehenswürdigkeit der Stadt und weit über die Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns hinaus bekannt. Es steht auf einer kleinen Insel auf den Resten einer alten slawischen Wehranlage und dürfte eines der fotogensten Gebäude Deutschlands sein. Heute hat hier unter anderem der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern seinen Sitz, früher wohnten hier die Großherzöge von Mecklenburg.

Das Märchenschloss wurde im Lauf der Jahrhunderte immer wieder umgebaut, sein heutiges Aussehen verdankt es Umbauarbeiten von Georg Adolf Demmler, dem die Stadt ihr heutiges Aussehen zu verdanken hat. Im 19. Jahrhundert schuf er zahlreiche öffentliche Gebäude in Schwerin, die meisten haben sich bis heute erhalten. Heute könnt ihr durch den Schlossgarten und die Parkanlagen südlich der Insel spazieren, im Schlosscafé in der ehemaligen Orangerie entspannen oder euch auf eine Tour durch das Schloss begeben. Ich empfehle euch die Tour „Vom Keller bis zur Kuppel“, bei der ihr das Schloss einmal aus einer ganz anderen Perspektive sehen könnt.

Pfaffenteich und Schweriner See

Wohnen am Wasser lautet eines der Mottos, mit denen Schwerin wirbt. Und das ist keine Übertreibung, denn die Stadt ist fast überall von Seen umgeben. Am besten hat mir der Pfaffenteich gefallen. Er ist nicht besonders groß, dafür liegt er aber mitten im Zentrum. Einst wurde er als Karpfenteich angelegt und an seinen Ufern befinden sich einige der schönsten Gebäude der Stadt. Besonders gut hat mir die Alexandrinenstraße am Westufer des Teichs gefallen. Hier reiht sich ein wundervoll restauriertes Gebäude an das nächste und mit dem Arsenal steht hier ein beeindruckender, 136 Meter langer Bau im Stil der englischen Tudorgotik. Heute sitzt hier das Innenministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Das Gebäude wurde wie auch das Schloss von Georg Adolf Demmler entworfen.

Im Teich schießt eine Fontäne Wasser in die Höhe. Das kleine „Schloss“ auf der anderen Seite ist übrigens gar keines, sondern nur das vielleicht schönste Elektrizitätswerk Deutschlands. Heute wird hier aber kein Strom mehr produziert, sondern es finden immer wieder Konzerte statt. Im Sommer findet auf dem Teich übrigens das Drachenboot Festival Schwerin statt. Dann ist die halbe Stadt auf den Beinen. Neben dem Rennen gibt es auch ein buntes Feuerwerk. Es lohnt sich also!

Was mir am Pfaffenteich aber am besten gefällt, ist die Petermännchenfähre. Hier könnt ihr für nur 2 € die vielleicht kürzeste und günstigste Kreuzfahrt Deutschlands unternehmen und die Stadt so vom Wasser aus genießen.

Der Schweriner See teilt sich in einen nördlichen und einen südlichen Bereich und liegt östlich des Schlosses. Er ist so groß, dass man fast meinen könnte, Schwerin läge ebenfalls am Meer. Ihr könnt entweder an den Ufern des Sees spazieren, bei gutem Wetter hier schwimmen oder eine Tour mit der Weißen Flotte unternehmen, die euch auf zwei Routen direkt vom Schloss über den See fährt und so schöne Fotomotive ermöglicht.

Freilichtmuseum Mueß

Ihr habt genug von der Stadt und sehnt euch nach etwas Landleben? Dann nehmt einfach die Straßenbahn 1, 2 oder 3 bis zur Haltestelle Stauffenbergstraße und von dort den Bus Nr. 6 Richtung Raben Steinfeld und steigt am Freilichtmuseum aus. Hier stehen wunderschöne alte Häuser, die euch zeigen, wie man früher in Mecklenburg gelebt hat. Alles wirkt, als seien die Bewohner nur mal eben mit ihren Fischerbooten weggefahren, sogar eine kleine Dorfschule steht hier noch. Gerade wenn ihr mit Kindern unterwegs seid, ist das Freilichtmuseum Mueß ein lohnendes Ausflugsziel

Welche Touren lohnen sich?

  • Mit der Petermännchenfähre könnt ihr für nur 2 € über den Pfaffenteich nördlich der Altstadt schippern.
  • Mit der Weißen Flotte geht es täglich ab 10.30 Uhr zu einer längeren Fahrt auf verschiedenen Routen mit bestem Blick auf das Schloss über den Schweriner See.
  • Jeden Tag startet um 11 Uhr vor der Touristinformation am Marktplatz, wo ihr auch die Tickets für die Tour erhaltet, ein schöner, etwa anderthalbstündiger Stadtrundgang.
  • Der Bus Kontor zeigt euch auf einer festen Route die schönsten Orte der Stadt. In dem Doppeldeckerbus erhaltet ihr während der rund einstündigen Tour, die am Schloss startet, viele spannende Informationen zu Schwerin und dessen Geschichte.

Wo essen und trinken?

  • Weinhaus Uhle, Schusterstraße 15. Das wunderschöne Weinhaus Uhle gibt es bereits seit 1751. Hier befindet sich ein nettes Restaurant mit Hotel, vor allem aber das Weinbistro möchte ich euch ans Herz legen.

Wo übernachten?

  • Speicher am Ziegelsee*, Speicherstraße 11. Dass „Wohnen am Wasser“ das Motto der Stadt ist, habe ich ja schon oben beschrieben. Hier trifft das zu 100 % zu, denn in dem alten Getreidespeicher könnt ihr direkt am kleinen Ziegelsee übernachten und wenn ihr wollt, sogar mit dem Boot anreisen!
  • Zum Weißen Haus, Grunthalplatz 16. Im 19. Jahrhundert benötigte man im wegen des Anschlusses von Schwerin an das Eisenbahnnetz auch ein Hotel für Reisende und schuf dieses schicke, heute familiengeführte Hotel am Hauptbahnhof. Neben der guten Lage ist vor allem die schöne Dachterrasse ein großer Pluspunkt.

Buchtipps

Noch nicht genug von Schwerin? Mit den folgenden Büchern seit ihr bestens beraten und könnt euch in Ruhe auf einen Buch in der Stadt vorbereiten.

Klassischer Reiseführer, in dem alle wichtigen Schwerin Sehenswürdigkeiten ausführlich vorgestellt werden.

Wenn ihr einen vertiefenden Einblick in die Stadtgeschichte erhalten wollt, dann greift am besten zu diesem Buch.

Einen gänzlich anderen Ansatz wagt dieser Band, der aktuelle und historische Aufnahmen der schönsten Schwerin Sehenswürdigkeiten einander gegenüberstellt.

Das Schweriner Schloss*
  • Renate Krüger (Autor)

Und wenn ihr einen fundierten Führer nur zum Schloss sucht, dann seid ihr mit diesem ausführlichen Werk bestens beraten.

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Markus Bingel hat lange in Polen, der Ukraine und Russland studiert und gearbeitet. Als Reisebuchautor zieht es ihn mehrmals im Jahr in die Länder des „Wild East“ – und noch immer ist er jedes Mal fasziniert von dieser Region. Als Co-Gründer des Blogs möchte er euch gerne die unbekannten, spannenden und immer wieder überraschenden Seiten Osteuropas vorstellen.

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