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Bautzen Sehenswürdigkeiten und Reisetipps – Die Stadt der Türme erkunden

Inhaltsverzeichnis

In der DDR galt Bautzen als Synonym für Gefängnis und Unfreiheit und nicht für die vielen Bautzen Sehenswürdigkeiten. Denn in Bautzen stand das wohl bekannteste Gefängnis der DDR: das Gelbe Elend. Doch mittlerweile hat sich die Stadt größtenteils von diesem Ruf gelöst. Grund dafür ist sicher auch eine der schönsten Altstädte Ostdeutschlands. Bautzen verfügt über viele Sehenswürdigkeiten und bietet Reisenden eine ganze Menge an überraschenden Orten. Bautzen ist zudem eine der Städte, in der die einzige slawische Minderheit Deutschlands noch aktiv am Kulturleben teilnimmt und es beeinflusst.

Hauptmarkt Bautzen Rathaus

Hauptmarkt mit Rathaus

Der Hauptmarkt von Bautzen fällt mit einer Größe von 50 x 65 Metern eher bescheiden aus. Das macht es bei der Höhe des Rathauses von 54 Meter recht schwierig, alles zu fotografieren. Wir empfehlen, für den besten Blick in die südöstliche Ecke des Marktplatzes zu gehen. Von hier gibt es den besten Blick auf den Markt samt Rathaus. Das frühere Rathaus war übrigens ab 1346 Sitz des Sechsstädtebundes, zu dem neben Bautzen auch Kamenz, Lauban, Löbau, Zittau und Görlitz gehörten.
Besonders sehenswert sind neben dem heutigen Rathaus von 1732 auch das Gewandhaus und der Ritter-Dutschmann-Brunnen.

Dom St. Petri Bautzen

Dom St. Petri

Der Dom von Bautzen ist eine echte Besonderheit. Denn normalerweise sind Kirchen entweder evangelisch oder katholisch. Der Bautzner Dom hingegen ist beides. Hier haben sowohl Protestanten als auch Katholiken einen Teil der Kirche für sich und feiern so getrennt, aber unter einem Dach Gottesdienste. Und das ist schon, mit kurzen Unterbrechungen, seit 1524 so! Übrigens hat der Dom sogar eine evangelische und eine katholische Orgel. Auf 47 Metern Höhe lebt bis heute ein Türmer in Bautzen – hier sogar mit seiner Familie. Die Kuschels wachen über den Turm und ein paar Mal pro Jahr darf auch der Domturm besichtigt werden.

Türme in Bautzen – die beste Aussicht

Bautzen wird auch die „Stadt der Türme“ genannt und in der Tat hat die Stadt einige davon zu bieten. Nicht alle von ihnen sind jedoch zugänglich. Besichtigen könnt ihr den Lauenturm mit dem Lauentürmer. Vorher müsst ihr euch über die Öffnungszeiten informieren. Bei der Stadtführung „Bautzen – Stadt der Türme“ kommt ihr auf den Matthiasturm, der sonst nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Welche anderen Türme geöffnet sind, erfahrt ihr am besten bei der Touristeninformation von Bautzen. Ein Turm ist jedoch fast immer geöffnet und er allein reicht auf jeden Fall für eine tolle Aussicht.

Reichenturm Bautzen beste Aussicht
Der Reichenturm von Bautzen ist tatsächlich etwas schief.

Reichenturm – der schiefe Turm von Bautzen

Der Reichenturm wird auch gern der „Schiefe Turm von Bautzen“ genannt, denn er neigt sich 1,44 Meter bei einer Gesamthöhe von 56 Meter. Ich muss sagen, dass mir das nicht aufgefallen ist. Aber ich war auch zu beschäftigt damit, von der Aussichtsplattform in der Höhe die Sicht auf die ganze Altstadt zu genießen. Der Turm selbst hat eine interessante Geschichte, die die Mitarbeiter an der Kasse ein Stockwerk unter der Plattform gern erzählen. Denn er hatte nicht nur einmal richtiges Glück im Unglück gehabt und wurde mindestens dreimal nach der Zerstörung wieder aufgebaut.

Friedensbrücke

Die Friedensbrücke selbst ist keine der Bautzen Sehenswürdigkeiten. Sie ist 20 Meter hoch und eine der längsten Spreequerungen. Allerdings ist vor allem der Ausblick auf die Altstadt von hier wunderschön. Denn von der Friedensbrücke könnt ihr die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt auf einmal fotografieren, inklusive Rathaus und Alte Wasserkunst.

Ortenburg Bautzen

Ortenburg

Die Markgrafen von Meißen ließen im Jahre 1002 die Ortenburg errichten, um ihre Grenzen zu schützen. In der Ortenburg wurde der Frieden von Bautzen zwischen dem Heiligen Römischen Reich und Polen geschlossen. Bautzen blieb derweil in der Hand des slawischen Stammes der Milzener. Zur Ortenburg gehört der Matthiasturm, der im Mittelalter den Eingang bildete. Er wurde nach dem ungarischen König Matthias Corvinus benannt, der im 15. Jahrhundert auch über die Oberlausitz herrschte.

Im Tordurchgang des Turmes findet ihr auch das Wappen von Sigismund Jagiełło, des Königs von Polen, der einst Landvogt in der Oberlausitz war. Der Burgwasserturm hingegen war nicht nur ein Verteidigungsturm, sondern diente mit einem Brunnen in seinem Bauch auch der Wasserversorgung. Das Salzhaus war hingegen eine Lagerstätte für Salz und wurde 1971 zu einer Heimstatt des Sorbischen Museums umgebaut.

Sorbisches Museum Bautzen

Sorbisches Museum

Das Sorbische Museum gibt euch einen Einblick in die mehr als tausendjährige Geschichte der Sorben. Die slawische Minderheit bildet gewissermaßen das traditionsreiche Herz der Oberlausitz. Im Gebäude in der Ortenburg findet ihr eine Dauerausstellung, die sehr detailliert die Geschichte der Sorben von der ersten Besiedlung der Region durch slawische Stämme bis heute informiert. Es werden Trachten gezeigt, die Sprache erklärt und Besucher erfahren viel über den Kampf der Sorben für die Bewahrung ihrer Kultur und Traditionen. Mehr über die Bautzen Sehenswürdigkeiten der Sorben erfahrt ihr in unserem Beitrag Sorbisches Bautzen.

Gedenkstätte Bautzen

Gedenkstätte Bautzen

Die Gedenkstätte Bautzen erinnert an das Leiden der politischen Gefangenen, die in den Haftanstalten der Staatssicherheit in Bautzen eingekerkert waren. Die umfangreiche Ausstellung erklärt alles von der Überwachung und den Gründen für die Stasi-Haft über die Verhaftungen, Foltermethoden bis hin zur unmenschlichen Behandlung der politischen Gefangenen.

In den bedrückend engen Hafträumen bekommt ihr ein Gefühl dafür, wie es gewesen sein muss, hier jahrelang unschuldig einzusitzen. Zum Glück gibt es auch Berichte über ehrenhaftes Verhalten und über Fluchtversuche aus der Anstalt. Die Gedenkstätte hat freitags sehr besucherfreundlich bis 20 Uhr geöffnet. Das lohnt sich besonders für Wochenendurlauber. Falls ihr bisher kaum etwas über die Stasi gewusst habt oder einfach an diesem Thema interessiert seid, empfehlen wir euch, an einer der Führungen durch die Gedenkstätte teilzunehmen.

Alte Wasserkunst Bautzen

Alte Wasserkunst

Die Alte Wasserkunst in Bautzen war nicht nur ein Teil der Stadtbefestigung. Sie diente als technisches System auch der Wasserversorgung der Stadt. Dies war besonders in Zeiten einer Belagerung der Stadt durch fremde Truppen von Nutzen. Bei einem Besuch der Alten Wasserkunst (3 Euro Eintritt) könnt ihr euch nicht nur über dieses einzigartige technische Denkmal informieren. Ihr lernt auch viel über die Wasserversorgung im Mittelalter. Vom Dach des Turmes genießt ihr zudem einen weiteren schönen Ausblick über die besten Bautzen Sehenswürdigkeiten.

Bautzen Nikolaikirche Friedhof

Bautzen Geheimtipp – Ruine der Nikolaikirche mit Friedhof

Ein echter Geheimtipp, der nicht auf den ersten Blick zu entdecken ist, ist die Nikolaikirche. Sie steht eigentlich nicht mehr, denn sie wurde bei einer Belagerung der Stadt während des Dreißigjährigen Krieges zerstört. Der Versuch eines Wiederaufbaus scheiterte. Nur noch einige ihrer Grundmauern sind erhalten. Dazwischen erstreckt sich heute der Nikolaifriedhof, auf dem nach wie vor Menschen beigesetzt werden. Die Ruine zusammen mit dem Friedhof verleihen diesem Ort ein besonderes, mystisches Flair, das kein Besucher der Stadt Bautzen verpassen sollte. Besonders bei Sonnenuntergang lohnt sich ein Besuch.

Bautz’ner Senf

Ich wüsste nicht, was ich ohne ihn machen würde: den Bautz’ner Senf. Ich bin erklärtermaßen ein Fan des Bautz’ner Senfs und nehme ihn sogar mit in die Ukraine, damit ich bis zum nächsten Besuch in Deutschland damit versorgt bin. Denn für mich gibt es keinen besseren. Damit bin ich nicht allein, denn Bautz’ner ist in Ostdeutschland mit 70 Prozent Marktführer. In Bautzen selbst könnt ihr daher auch mehr über Senf erfahren. Am Fleischmarkt 5 gibt es einen Senfladen mit Museum.

Dort könnt ihr mehrere Sorten probieren und euch eindecken, falls ihr wie ich im Ausland lebt. Im Restaurant Senfstube (Schlossstr. 3) gibt es allerlei Gerichte, die mit Senf zubereitet werden – Eier in Senfsauce zum Beispiel. Übrigens bekommen wir für diesen Hinweis kein Geld, auch wenn wir in Bezug auf Senf wie ein paar Apple-Fanboys wirken.

Stadtführungen in Bautzen

In Bautzen gibt es einige interessante Führungen, die ihr mitmachen könnt und bei denen ihr viele Bautzen Sehenswürdigkeiten seht.

Wjelbik Bautzen

Restaurants in Bautzen

Bautzen hat ein großes Angebot an guten Restaurants. Besonders der Einfluss der sorbischen Küche ist in den Gerichten der Region stark spürbar. Es gibt viele gute Restaurants, die quasi zu den kulinarischen Bautzen Sehenswürdigkeiten zählen.

  • Wjelbik (Kornstr. 7) – einziges echtes sorbisches Restaurant, mit regionalen Zutaten, sorbischen Rezepten und freundlichem Personal – ein absolutes Muss in Bautzen
  • Culinarium (Große Brüdergasse 10) – sorbische, deutsche und internationale Küche im gemütlichen Ambiente mit wechselnden Specials!
  • Goliath (Grosse Brüdergasse 6) – bietet als Café und Espressobar eine reiche Auswahl an Kaffees und Kuchen an – sehr lecker!
Mühlbastei Bautzen Sehenswürdigkeiten
In der Mühlbastei könnt ihr übernachten – und das mit einem fantastischen Ausblick

Unterkunft in Bautzen

In Bautzen gibt es gemütliche, aber auch kuriose Unterkünfte, die auf jeden Fall eine gute Nacht garantieren.

  • Mühlbastei* – Aussicht über die Spree von einem der Bautzener Türme und modernes Mittelalter-Flair mit stilvollen Zimmern in großartiger Lage – rechtzeitig buchen!
  • MOMENTS*– moderne Zimmer und Apartments, zwei davon sogar mit eigener Sauna, direkt in der Altstadt gelegen und mit hervorragendem Service
  • Best Western Plus* – gut ausgestattetes Hotel in perfekter Lage, das auch für größere Gruppen gut geeignet ist

Buchtipps

Fundierter Überblick über Bautzen und dessen schönste Bauwerke, der gleichzeitig auch die Geschichte der Stadt behandelt.

Liebevolle Hommage an die Vergangenheit, die Tiefe Einblicke in den Alltag in der Stadt zu DDR-Zeiten gibt.

Das erst kürzlich erschienene Buch wirft einen Blick auf das heutige Bautzen und schaut dank vieler Archivaufnahmen gleichzeitig, wie sich die Stadt im Lauf der Zeit verändert hat.

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Peter Althaus ist Journalist, Autor und Blogger. 2011 hat er das Reiseblog Rooksack gegründet. Doch seine eigentliche Liebe ist immer schon Osteuropa gewesen. Mittlerweile lebt er in Lwiw in der Ukraine und führt dort einen Reiseveranstalter. Da er aber weiter gern schreibt, gibt es heute Wild East – das Osteuropa-Reiseblog.

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Jan
Jan
9 Monate zuvor

Ein sehr gutes Stadtportrait dieser schönen Stadt
Viele Grüße von der FB Gruppe „Freunde von Bautzen“

Andreas
Andreas
9 Monate zuvor

Sehr schön zusammengefasst. Es gäbe natürlich noch sehr viel mehr vorzustellen?

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