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Sehenswürdigkeiten Brandenburg – Reiseziele zwischen Prignitz und Lausitz

Inhaltsverzeichnis

Brandenburg ist nicht nur flächenmäßig das größte der „neuen“ Bundesländer. Es gibt auch eine Unzahl an Brandenburg Sehenswürdigkeiten. Denn jede Region des Landes ist anders und bietet dir einen anderen Mix an Kultur und Sehenswürdigkeiten. Hier ein Überblick für dich, was es im Land Brandenburg zu sehen gibt.

Sehenswürdigkeiten Brandenburg an Oder und Spree

Nationalpark Unteres Odertal

Der Nationalpark Unteres Odertal ist eines der schönsten Naturschutzgebiete im Osten Deutschlands. Er erstreckt sich entlang des gesamten Unterlaufs der Oder. Im Sommer werden hier zwar die Polder von der Landwirtschaft bewirtschaftet. Im Winter werden sie jedoch geflutet und minimieren dadurch das Hochwasserrisiko. Im Nationalpark finden sich einige in Deutschland selten gewordenen Tier- und Pflanzenarten wie zum Beispiel der Biber, der Singschwan, der Seggenrohrsänger oder der Pirol. Auf Radtouren oder geführten Wanderungen kannst du diese einmalige Naturlandschaft besser kennenlernen.

Eisenhüttenstadt

Einst in den 50er Jahren in der DDR als Planstadt errichtet, war das frühere Stalinstadt eine sogenannte Planstadt im Sozialismus. Die Stadt ist eines der bedeutendsten Zeugnisse sozialistischer Architektur in der ehemaligen DDR. Hier kannst du im örtlichen Museum mehr über die Entwicklung der Stadt erfahren, die einst mehr als 50.000 Einwohner hatte und heute keine 25.000 mehr zählt. In den Straßen von Eisenhüttenstadt findest du bis heute noch viele Kunstwerke aus DDR-Zeiten – von Wandbildern über Brunnen bis hin zu Skulpturen. Somit ist die Stadt auch eine Art riesiges Freiluftmuseum.

Kloster Neuzelle

Das Zisterzienserkloster Neuzelle ist ein Hort des Katholizismus – und das in einer ansonsten früher sehr protestantisch geprägten, heute eher atheistischen Gegend. Die Klosteranlage ist ein wahres Juwel der barocken Baukunst. Das Schiff der Klosterkirche ist so prachtvoll ausgestaltet, dass man sich fast wundert, schließlich sind die Kirchen der Umgebung meist sehr schlicht eingerichtet. Auch wenn es schon im 19. Jahrhundert von den preußischen Königen säkularisiert wurde, leben seit dem Jahr 2018 sogar wieder Mönche in der Anlage. Nach und nach soll das Kloster als religiöser Ort so wiederbelebt werden.

Seelower Höhen

An den Seelower Höhen fand im April 1945 die letzte große Schlacht des Zweiten Weltkriegs mit Beteiligung von deutschen Truppen statt. Es war das letzte sinnlose Aufbäumen der Nazis gegen die auf Berlin vorrückenden sowjetischen Truppen. Bei dem Gemetzel starben mindestens 30.000 deutsche Soldaten und 80.000 Sowjets. Es folgten die Einnahme Berlins und die Kapitulation Hitler-Deutschlands innerhalb von drei Wochen. Heute erinnern ein Museum und die riesige Kriegsgräberstätte an die Schlacht an den Seelower Höhen.

Sehenswürdigkeiten in der Lausitz

Sehenswürdigkeiten Brandenburg

Spreewald

Der Spreewald ist eine der schönsten Kulturlandschaften Deutschlands. Reetgedeckte Häuser, lokale Spezialitäten, sorbische Trachten und Postboten auf Kanus: Der Spreewald ist in Deutschland einzigartig. Am besten erkundest du den Spreewald auf einer Kahnfahrt oder mietest dir selbst ein Boot, um die unzähligen Kanäle und die kleinen Dörfer zu erkunden. Zwischendurch kannst du an Restaurants und Verkaufsständen anlegen und dir neben den berühmten Spreewaldgurken viele andere Köstlichkeiten schmecken lassen.

Cottbus mit Park Branitz

Cottbus als Zentrum in Südbrandenburg hat nicht nur ein spannendes Kunstmuseum zu bieten. Hier findest du auch einen der schönsten Parks im Osten. Das Spätwerk des Fürsten Pückler ist ein englischer Garten. Er gestaltete ihn auch deshalb, um hier seine letzte Ruhestätte zu finden. So liegt er hier in einer von ihm entworfenen Erdpyramide, die gleichzeitig das Wahrzeichen des Parks darstellt.

Doppelstadt Guben/Gubin

Einst als Stadt auf beiden Seiten der Neiße gelegen, handelt es sich heute verwaltungstechnisch um zwei Städte. Denn durch die Bestimmungen der Alliierten wurde nach der deutschen Niederlage die Oder-Neiße-Linie die neue Grenze Deutschlands. Damit wurden einige Städte entlang der Flüsse geteilt. In Guben war die Teilung signifikanter als anderswo, denn der alte Stadtkern lag nun in Polen. Heute kannst du durch die Grenzöffnung und das Schengener Abkommen problemlos durch beide Städte spazieren und auf der polnischen Seite die Ruine der Hauptkirche besuchen und den Turm besteigen. Auch finden in Guben/Gubin viele grenzübergreifende Veranstaltungen statt.

Sehenswürdigkeiten im Fläming und Havelland

Brandenburg

Brandenburg ist nicht nur ein Bundesland. Es gibt auch die Stadt, die der Mark den Namen gegeben hat. Und sie zählt auch zu den schönsten Brandenburg Sehenswürdigkeiten. Denn neben viel Wasser mit Ausflugsmöglichkeiten mit dem Boot solltest du auch die Altstadt sehen. Und Brandenburg ist auch die Heimat der seltenen Waldmöpse, die Loriot erstmals beschrieben hat. Er ist gleichzeitig vielleicht auch der berühmteste Brandenburger.

Beelitz mit Heilstätten und Baumkronenpfad

Die Heilstätten von Beelitz wurden ursprünglich Anfang des 20. Jahrhunderts als Heilanstalten für Lungenkranke gegründet. Hier wurden also Tuberkolosekranke und Asthmatiker behandelt. Zur Zeit der sowjetischen Besatzung dienten die Heilstätten als größtes Krankenhaus der Sowjetarmee außerhalb der Sowjetunion. Davon zeugen bis heute zum Beispiel das Lenin-Denkmal und viele sowjetische Gerätschaften in den verfallenen Gebäuden. Auf dem Gelände wurde 2015 ein Baumkronenpfad eröffnet, den jedes Jahr viele Tausend Besucher besteigen.

Flaeming-Skate

Die Flaeming-Skate ist in Deutschland einzigartig. Denn hier wurde in der relativ flachen Landschaft des Fläming im Südwesten Brandenburgs ein ingesamt 230 Kilometer langes Netz von Wegen mit feinem Asphalt angelegt. Die Wege sind von Fahrradfahrern, aber auch von Inlineskatern und Rollschuhfahrern nutzbar. Sie verbinden auch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Region miteinander.

Burg Ziesar

Die Burg Ziesar war eine Bischofsburg und Nebensitz des Bischofs von Brandenburg. Vom Bergfried hast du eine fantastischen Blick über die Umgebung. Die mittelalterlichen Wandmalereien zählen zu den schönsten Brandenburgs. Und im Museum für brandenburgische Kirchen- und Kulturgeschichte des Mittelalters kannst du mehr über die Kirche und die Religion erfahren.

Sehenswürdigkeiten in Potsdam

Potsdam war Residenzstadt der preußischen Könige und alle wichtigen preußischen Könige haben die meiste Zeit hier verbracht. Die vielen Schlossanlagen und die reiche Geschichte der Stadt können mehrere Besuchstage füllen. Unbedingt gesehen haben sollte man aber die folgenden Sehenswürdigkeiten in Potsdam:

Schloss Sanssouci

Einst von Friedrich dem Großen in Auftrag gegeben, wurde Sanssouci von 1745 bis 1747 nach Plänen des Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff gebaut. Friedrich nutzte das Schloss als Sommerresidenz, traf hier den Philosophen Voltaire und genoss hier sein Leben. Es ist eines der Hauptwerke des deutschen Rokoko und in seiner Pracht kaum zu übertreffen. Auch der Park Sanssouci sollte unbedingt besucht werden und gehört zu den schönsten Parks in Deutschland.

Holländisches Viertel

Geplant unter Friedrich Wilhem I. und entworfen vom Amsterdamer Architekten Jan Bouman, sollte das Holländische Viertel vor allem Niederländer nach Potsdam locken. Einige sind auch gekommen. Heute sind von ihnen aber wohl keine mehr in der Stadt. Dennoch wurde das Viertel, das zu DDR-Zeiten verfiel, auch mit Hilfe des niederländischen Königshauses in den letzten drei Jahrzehnten restauriert. Hier findest du heute viele kleine Läden und Restaurants und kannst Handwerkern bei ihrer Arbeit zuschauen.

Verbotene Stadt der Sowjets

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden im Zuge der Besatzung durch die Alliierten in Deutschland zeitweise mehr als 500.000 Soldaten und Zivilisten in der DDR stationiert. Und natürlich wurden diese Truppen auch von KGB und Militärgeheimdienst überwacht. Das Herz dieser Überwachung lag mitten in Potsdam in der sogenannten Verbotenen Stadt. Diese kannst du heute auf Führungen besichtigen und unter anderem auch das ehemalige KGB-Gefängnis, das es in Potsdam unabhängig vom Stasi-Gefängnis ebenfalls gab, besichtigen. Hier geht es zu unserem Artikel mit den spannendsten DDR-Bauten in Potsdam.

Schloss Cecilienhof

Als letztes Residenzschloss von Kaiser Wilhelm II. für seinen Sohn Kronprinz Wilhelm und dessen Frau Cecilie gebaut, ist das Schloss Cecilienhof besonders als Treffpunkt der alliierten Führer bekannt geworden. Hier trafen sich 1945 nach der Kapitulation Hitler-Deutschlands US-Präsident Harry S. Truman, der britische Premierminister Clement Attlee und der sowjetische Diktator Josef Stalin und besiegelten das Schicksal Deutschlands. Im Museum erfährst du alles über die Potsdamer Konferenz und kannst den Sitzungssaal mit Tisch und die anderen Originalschauplätze dieser für die Welt so bedeutenden Konferenz besuchen.

Sehenswürdigkeiten in Barnim und Uckermark

Kloster Chorin

Das Kloster Chorin ist eine der schönsten Klosteranlagen in Brandenburg und ein wichtiges Zeugnis der nordischen Backsteingotik. Chorin wurde als Zisterzienserkloster gegründet und im 16. Jahrhundert säkularisiert. Es gibt bis heute Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert zu sehen. Die Architektur des Ensembles ist atemberaubend und gibt auf jeden Fall genug Stoff für dein Instagram-Konto her.

Waldsiedlung Wandlitz

In der sogenannten Waldsiedlung, die auch unter dem Namen Waldsiedlung Wandlitz bekannt ist, lebten die Größen des DDR-Regimes. Von Honecker über Mielke hin zu Stoph – sie alle hatten ein Haus hier. Auch wenn die Siedlung für heutige Verhältnisse fast bescheiden wirkt, so hatten die SED-Bonzen hier nicht nur ein Schwimmbad und eine Sauna, sondern auch über eine eigene Verkaufsstelle Zugang zu allerlei Obst und Gemüse und Westprodukten. Die ganze Siedlung war zudem von Wachposten und Schutzmauern gesichert. Heute kannst du ganz einfach hierhin fahren und die Siedlung besichtigen. Mittlerweile leben hier ganz normale Leute.

Schiffshebewerk Niederfinow

Das Schiffshebewerk Niederfinow ist das älteste noch in Betrieb befindliche Schiffshebewerk der Welt. Es begann seine Arbeit 1934 und zählt zu den Meisterleistungen deutscher Ingenieurskunst. Am Oder-Havel-Kanal überwinden die Schiffe mit Hilfe des Hebewerks einen Höhenunterschied von 36 Metern. Auf einem Rundweg und bei Führungen kannst du dieses technische Meisterwerk erkunden.

Grumsiner Buchenwald

Der Grumsiner Buchenwald oder auch Grumsiner Forst genannt zählt wie auch der Hainich in Thüringen zum UNESCO-Welterbe. In diesem, mittlerweile wieder weitestgehend naturbelassenen Forst, kannst du die Artenvielfalt der Region erkunden. Hier gibt es nicht nur verwunschene Moore, sondern auch viele umgestürzte Bäume und zugewachsene Lichtungen. Ein schöner Spaziergang, um einfach mal dem Alltag zu entfliehen.

Sehenswürdigkeiten in der Prignitz und im Ruppiner Land

Rheinsberg

Rheinsberg zählt zu den sehenswertesten Kleinstädten in Brandenburg. Nicht nur die niedliche Altstadt lockt dabei Besucher an. Magnet für viele Touristen ist auch das Schloss Rheinsberg. Hier residierte einst Friedrich der Große. Doch vor allem als Rückzugsort von Kurt Tucholsky hat Rheinsberg einen Namen. Der große Schriftsteller der Weimarer Republik verewigte die Stadt in seinem Buch „Rheinsberg – Bilderbuch für Verliebte“. Heute erinnert das Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum an diese Episode.

Wittenberge

Als im Jahre 1903 der aus New York stammende Nähmaschinenhersteller Singer hier eine Fabrik baute, wuchs die Stadt schnell an. Heute zeugt noch der größte freistehende Uhrenturm Europas, der für Singer gebaut wurde, von dieser Zeit. In der Altstadt mit ihrem Steintor von 1297 und der Burg, die heute Stadtmuseum ist, lässt es sich gut spazieren. Auch das Gelände der Ölmühle ist einen Besuch wert. Hier gibt es nicht nur eine Gaststätte mit Brauhaus, sondern auch Lofts, ein Spa, ein Strandbad und ein Tauchturm zu sehen und zu erleben.

Plattenburg

Auf der ältesten bestehenden Wasserburg in Norddeutschland weilten einst die Havelberger Bischöfe, die sie als Sommerresidenz nutzten. Heute kannst du die Burg besichtigen und den Rittersaal mit seinem schönen Kamin, das Brau- und Gasthaus und den Burgturm besichtigen. Im Sommer findet hier das Plattenburgspektakel statt, ein Mittelalterfest mit allerlei historischen Darbietungen und Ständen.

Storchendorf Rühstädt

Eine echte Storchenmetropole ist das Dörfchen Rühstädt in der Prignitz. Es ist das Dorf, das jedes Jahr viele Störche anzieht. Im Schnitt sind es mindestens 30 Paare, die hier jeden Sommer brüten und ihren Nachwuchs aufziehen. In den umliegenden Elbauen gibt es für sie reichlich Nahrung. Im Besucherzentrum kannst du alles über die Störche in Rühstädt und das Projekt des Storchendorfes erfahren.

Buchtipps

Ihr seid neugierig geworden? Diese Bücher helfen euch bei der Planung eures Brandenburg-Urlaubs oder machen Lust auf einen Urlaub in Brandenburg!

Der Klassiker von Theodor Fontane: Der berühmte Autor durchstreift in fünf Bänden das Oberland, das Havelland, den Spreewald, die Grafschaft Ruppin und besucht verschiedene Schlösser.

Wenn sich jemand in Brandenburg auskennt, dann die Macher des BB Radio. In diesem Buch haben sie viele schöne Ausflugstipps in der Region zusammengetragen.

Ihr steht auf Lost Places wie die Beelitz Heilstätten? Dann ist dieses Buch genau das Richtige für euch!

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Peter Althaus ist Journalist, Autor und Blogger. 2011 hat er das Reiseblog Rooksack gegründet. Doch seine eigentliche Liebe ist immer schon Osteuropa gewesen. Mittlerweile lebt er in Lwiw in der Ukraine und führt dort einen Reiseveranstalter. Da er aber weiter gern schreibt, gibt es heute Wild East – das Osteuropa-Reiseblog.

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