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Sowjetisches Charkiw – Mikrokosmos der Sowjetunion

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Der Wind pfeift kalt über den Platz der Unabhängigkeit. Und dafür hat er auch reichlich Platz, denn es ist der größte Platz in Europa, vielleicht sogar der Welt. Aber ich bin nicht hier um zu frieren. Denn der Platz, der selbst ziemlich leer ist, versammelt einige der besten Beispiele sowjetischer Architektur aus verschiedenen Jahrzehnten. Und nicht nur hier sondern in der gesamten Stadt findet man bis heute noch die Überreste der Sowjetunion. Sowjetisches Charkiw – das ist ein Streifzug durch diesen Mikrokosmus der Sowjetarchtitektur und der Geschichte der Sowjetunion anhand einer Stadt. Denn Charkiw hat fast alle Phasen der Sowjetzeit erlebt und das zeigt sich im Stadtbild.

Ukrainischer Frühling in der Hauptstadt der sowjetischen Ukraine

Nachdem die Sowjets den Bürgerkrieg gegen die „Weißen“ gewonnen hatten, fand in den Zwanzigern eine Konsolidierung statt. Josef Stalin hatte noch nicht die allumfassende Macht, mit der er späte ganze Völker deportierte und ermordete. Während der westliche Teil des Landes von Polen besetzt war und zur polnischen Zweiten Republik gehörte, waren Kyjiw und Charkiw Teil der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik. Nicht Kyjiw sondern Charkiw war Hauptstadt dieser Sowjetrepublik. Um die Ukraine besser in die Sowjetunion einzugliedern, erlaubten die Sowjets zunächst einen vielfältigen Gebrauch der ukrainischen Sprache, auf den Ukrainer in anderen Ländern bisweilen sogar neidisch waren. Mehr als 80 Prozent der Bürger Charkiws und noch mehr Menschen im Umland sprachen zu dieser Zeit Ukrainisch.

Sowjetischer Konstruktivismus – Die Revolution verändert auch die Architektur

Die 1920er-Jahre waren eine Blütezeit des fortschrittlichen Denkens und es wurde mit Freiheiten für die ukrainische Kunst, Sprache und Kultur experimentiert. Und auch in der Architektur waren Experimente erwünscht. Die besten Gestalter der Sowjetunion probierten neue Formen in der Architektur und im Industriedesign aus. Es war die Avantgarde des roten Reiches und zeigte zu welchen Leistungen der neue Staat imstande sein konnte. Viele der Ideen wurden in der Architektur der späteren Sowjetjahre wieder aufgegriffen. Verblüffend sind auch die Parallelen zum Bauhaus in Deutschland, was auch an einigen Kontakten der beteiligten Gestalter lag. 

Derschprom – Kronjuwel des Konstruktivismus in Charkiw

Gebaut zwischen 1925 und 1928, zieht vor allem das Dershpromgebäude die Blicke auf sich. Denn das Gebäude ist so etwas wie der Archetypus eines sowjetischen Wolkenkratzers. Das 63 Meter hohe Gebäude (mit Fernsehantenne 108 Meter) war das erste seiner Art in der gesamten Sowjetunion. Es ist im Stil des sowjetischen Konstruktivismus gebaut. Ich mag diese Gebäude, denn sie sind viel nüchterner als die Prunkbauten des Stalinbarock. Und es ist echte Qualitätsarbeit. Sieben der 12 Aufzüge im Gebäude funktionieren bis heute ohne dass sie ausgetauscht wurden. Und das nach fast 100 Jahren!

Hauptpost Charkiw – Das Bauhaus hat angerufen und will seine Post zurück

Genau an dieses hatte mich bereits bei meiner Ankunft in Charkiw ein weiteres Gebäude erinnert. Direkt beim Heraustreten aus dem neoklassizistischen Bahnhof sieht man die Hauptpost, die mich in ihrem nüchternen Stil sehr an das Bauhaus-Gebäude in Dessau erinnert. Die längliche Form und der schlanke Turm mit den Stahleinfassungen sehen der Ikone der Moderne in Dessau sehr ähnlich. Nüchtern, nützlich und schön für viele Augen. Auch die Post wurde im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört. Immerhin wurde sie aber wiederaufgebaut und nicht durch einen stalinistischen Klotz ersetzt wie der Bahnhof nebenan.

Taras-Schewtschenko-Denkmal – Zeichen eines ukrainischen Frühlings

Auch bereits lange vor dem Krieg wurde das Denkmal zu Ehren von Taras Schewtschenko errichtet. 1934 schufen Bildhauer aus der Ukraine das Kunstwerk zu Ehren des wichtigsten ukrainischen Nationaldichters. Schewtschenko war sogar bei den Kommunisten angesehen, denn er setzte sich gegen die Ungerechtigkeit der Leibeigenschaft ein. Das Denkmal wurde im damaligen Leningrad hergestellt, wie eine Plakette an der Seite des Denkmals verrät.

Karasin-Universität Charkiw – Fast schon Brutalismus

Das Gebäude der Karasin-Universität wurde zwischen 1930 und 1932 gebaut und beherbergte damals schon die Gebäude der Uni. Mit 66 Metern löste es mit seiner Errichtung den Derschprom als höchstes Gebäude der Ukraine ab. Ursprünglich sollte hier das sowjetische Volkskommissariat für die Ukraine untergebracht werden. Jedoch wurde zu Beginn der 1930er Jahre Kyjiw wieder die Hauptstadt der Ukrainischen SSR und die Behörden entschieden stattdessen die Universität hier unterzubringen.

Sowjetisches Charkiw Konstruktivismus
Das Gebäude der Universität für Architektur wurde in der Hochphase des Konstruktivismus in Charkiw gebaut.

Universität für Architektur Charkiw

Auch aus dieser Hochphase der Architektur stammt das Gebäude der Universität für Architektur. Es wurde 1927 gebaut und ist ebenfalls ein Beispiel des Konstruktivismus in der Stadt. Hier lernen bis heute die zukünftigen Architekten der Region ihr Handwerk. 

Slowo-Haus und Les Kurbas – Ende eines Traums

Kharkiv wurde ab Mitte der Zwanziger ein Zentrum der ukrainischen Avantgarde-Literatur und des Theaters. Deshalb wurde Ende der 1920er-Jahre hier das Slowo-Haus gebaut. Es war ein Gebäude der Vereinigung der Künstler der Stadt, in dem Poeten, Schriftsteller und andere Künstler günstig leben, sich austauschen und gemeinsame Projekte entwickeln konnten. Doch mit den zunehmenden Repressionen unter Stalin wandelte sich das Haus von einem Zentrum des freien Geistes mehr und mehr zu einem Gefängnis im Überwachungsstatt. Mehr als 70 Bewohner der 60 Wohnungen wurden Opfer der Stalinschen Säuberungen. Daran erinnert heute eine Gedenktafel an der Fassade des Hauses. Ein Projekt von jungen Charkiwern versucht die Geschichte des Slowo-Hauses in Charkiw aufzuarbeiten.

Gedenktafel für Les Kurbas
Gedenktafel für Les Kurbas

Auch Les Kurbas, der wohl bekannteste Theater-Intendant der Ukraine war ein Opfer der stalinschen Säuberungen, nachdem er Ende der 20er-Jahre noch das berühmte Avantgarde-Theater Beresil in Charkiw aufgebaut hatte. Kurbas verband zum Beispiel expressionistische Techniken mit ukrainischen Traditionen zu Theaterstücken. Ihm wird heute ebenfalls in der Stadt gedacht.

Stalinistischer Realismus und Neoklassizismus ersetzen den Konstruktivismus

In Deutschland kaum bekannt, begann erst Stalin die ukrainische Sprache zu unterdrücken und gezielt Ukrainer mit einer Hungersnot (Ukrainisch: Holodomor) auszurotten. Eine Russifizierung der Region setzte erst in den Dreißigern ein. Bis heute prägt diese forcierte Russifizierung die Region. Sie ist auch der Ursprung des Konfliktes in der Ostukraine. Mit den Künstlern des Konstruktivismus wurde auch die Architektur in Charkiw ersetzt. Im Derschprom-Gebäude befindet sich ein kleines Museum zur Geschichte der Verwaltung der Stadt Charkiw durch die Jahrzehnte. Dort werde ich freundlich von der Museumsmitarbeiterin empfangen.

Sie zeigt mir auch ein Buch aus dem Bildarchiv des Preußischen Kulturbesitzes, das Fotos deutscher Kriegsfotografen der Wehrmacht und von Flugzeugen der Aufklärung zeigt. Mit deutscher Gründlichkeit fotografierten die Nazis 1942 die ganze Stadt nach ihrer Besetzung durch die Nazitruppen. Zu sehen darauf auch der heutige Platz der Unabhängigkeit. Das Derschprom und die umliegenden Gebäude bildeten zu dieser Zeit fast einen Kreis. Die Zerstörungswut der Nazis, die die Stadt beim Überfall auf die Sowjetunion ebenfalls arg zerstörten, ließ von vielen Gebäuden nur die Gerippe. Das Derschprom selbst blieb auch nach dem Krieg erhalten. Doch der Stalinismus ließ in Charkiw vieles niederreißen, was zuvor mühsam gebaut wurde.

Gebäude des ZK der KP der Oblast Charkiw
Früher prangte auf dem Gebäude des ZK der KP das Wappen der Sowjetunion.

Gebäude des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei – Auferstanden aus Ruinen

Ursprünglich stand an der Stelle des Gebäudes der Verwaltung des Oblastes Charkiw ein Gebäude aus der Zeit des Konstruktivismus. Hier sollte ursprünglich die Kommunistische Partei der Ukrainischen Sowjetrepublik ihren Sitz haben. Mit der Verlegung der Hauptstadt nach Kyjiw wurde das Gebäude zum Sitz des Zentralkommitees der Kommunistischen Partei im Oblast Charkiw. Architekt war Jakov Steinberg, ein Jude, der wenige Jahre später den Stalinschen Säuberungen zum Opfer fiel. Im Zweiten Weltkrieg wurde das ursprünglich sehr interessante Gebäude jedoch weitestgehend zerstört. 1954 wurde das Gebäude dann durch einen sechsstöckigen Bau im Stile des Neoklassizismus ersetzt. Bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion prangte auf dem Gebäude das Wappen der Sowjetunion. Mittlerweile wurde es durch das Wappen der Ukraine mit dem Dreizack ersetzt.

Charkiwskij Traktornij Sawod – Traktoren für den Ostblock

Bereits in den 1930er Jahren wurde damals noch 15 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt das Traktorenwerk Charkiw gebaut und lieferte den ersten Traktor im Jahre 1931 aus. Während des Krieges wurde das Werk vor den heranrückenden deutschen Truppen ins Altaigebirge evakuiert und kehrte erst nach dem Krieg zurück. Vor allem Kettenschlepper und andere Kettenfahrzeuge wurden hier gebaut. Auch viele Radtraktoren wurden im ChaTeSe gebaut und vielfach in die Staaten des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe transportiert, darunter auch in die DDR.

ChaTeSe – Wohnsiedlung des Traktorenkombinates

Zum Traktorenwerk wurden in den 1930er-Jahren eine Wohnsiedlung mit dem Namen Novy Charkiw für die Arbeiter und ihre Familien gebaut. Diese Siedlungen liefen damals unter dem Begriff SozGorod – also der sozialistischen Stadt und sollten zeigen, wie die Städte der Zukunft für das Proletariat aussehen sollten. Die Siedlung sollte alles beinhalten, was die Arbeiter und ihre Familien brauchten: Einkaufsmöglichkeiten, Kindergärten, Schulen und Kulturhäuser. Auch die Verkehrsachsen wurden bereits in das Konzept eingeplant. Lange war ChaTeSe als Gopnik-Nachbarschaft verschrien. Mittlerweile hat sich der Ruf aber stark verbessert, da Wohnungen hier solide sind und das Viertel sehr grün ist.

Bahnhof und Riesen-Samowar

Der Bahnhof Charkiw ist mit seiner neoklassizistischen Architektur eines der Aushängeschilder des Stalinismus in der Stadt. Besonders die Deckengemälde, die den vermeintlichen Sieg der Arbeiterklasse darstellen solltet ihr nicht übersehen. In der Bahnhofshalle steht zudem ein Imbissstand in Form eines riesigen Samowars. Samoware sind die alten Teekessel mit denen auch in ukrainischen Zügen Wasser aufgekocht wird. Vielleicht ist er sogar der größte Samowar der je gebaut wurde? Die Experten vom Guinness Buch der Rekorde sollten das dringend mal unter die Lupe nehmen!

Stalin Neoklassizismus Charkiw
Das Turm-Haus ist einer der klassischen Stalinbauten in Charkiw.

Turm-Haus

Das Turm-Haus am Anfang der Sumska-Straße ist ein weiteres typisches Gebäude aus der Stalinzeit. Es könnte so auch in Moskau oder in Ost-Berlin stehen. Besonders der Turm auf dem früher ein großer Sowjetstern prangte, ist auffällig. Gebaut wurde es von 1950 bis 1954 und wurde damit erst nach Stalins Tod vollendet. Der Turm hat 12 Geschosse. Das Gebäude beherbergte früher den Sitz eines Energiekombinates.

Sowjetische Moderne und Postmoderne – Tauwetter für praktische Ideen

Nach dem Tode Stalins setzte in der Sowjetunion ein Tauwetter ein. Alte Dogmen konnten endlich abgeschafft werden und praktische Lösungen setzten sich auch wieder gegenüber Prunkbauten durch. Auch in Charkiw gab es nun neue Bauten der sozialistischen Moderne. Neben den unerlässlichen Kruschtschowkas, den Wohngebäuden in Plattenbauweise, gab es auch eine Schaugebäude. Später kamen auch anderen Ansätze der sowjetischen Architektur zum Zuge, die heute sehr brutalistisch wirken und vor allem in der sowjetischen Postmoderne entstanden sind.

Oper Charkiw Brutalismus Sowjetunion
Die Oper Charkiw ist ein Beispiel für den Brutalismus in der sowjetischen Architektur in Charkiw.

Theater für Oper und Ballett

Mit dem Bau der Oper Charkiw wurde bereits 1970 begonnen. Es dauerte 21 Jahre bis sie als letztes Gebäude im sowjetischen Charkiw eröffnet wurde. Sie ist eines der wenigen Beispiele für die Architektur der Postmoderne in Charkiw. Das Gebäude mit vergleichsweise wenigen Fenster wirkt brachial für ein Gebäude der feinen Künste. Aber auch dieses Gebäude im Stil des Brutalismus hat seine Fans. Und die Aufführungen im großen Saal des Gebäudes für bis zu 1500 Personen sind auch ein Erlebnis.

Charkiw in der Sowjetunion Schwimmhalle der Pioniere
Die Architektur der Schwimmhalle der Pioniere ist postmodern.

Schwimmhalle der Pioniere

Die Schwimmhalle der Pioniere liegt in der Nähe des Slovo-Hauses. Besonders gefällt mir die Form des Daches: Es sieht wie eine Welle aus.
Adresse: Dynamivska 5A 

Sowjetisches Charkiw Hotel Mir
Das Hotel Mir ist nicht mehr im besten Zustand.

Hotel Mir

Das Hotel Mir (Welt) ist ein typischer Hotelbau aus den späteren Jahren der Sowjetunion. Innen ist das Hotel mittlerweile schon ordentlich renoviert, von außen versprüht es aber noch den spröden Charme der Sowjetunion. Man kann mit dem Fahrstuhl in den obersten Stock fahren, wo es früher ein Restaurant gab. Bei meinem Besuch fand ich aber nur Pappkartons und alte Topfpflanzen statt einer grandiosen Aussicht.
Adresse: Otakara Yarosha 20

Metro Charkiw

Die Metro in Charkiw wurde erst in den Siebzigern gebaut und kommt etwas nüchterner daher als in anderen Städten der ehemaligen Sowjetunion. Sie wurde gebaut, als nicht mehr der Stalin-Prunk regierte, sondern nüchtern Funktionalität gefragt war. Dennoch rattern die Züge genauso laut wie in Moskau und Kyiw und auch hier lassen sich einige Erinnerungen an die Sowjetunion finden. Besonders schön sind die Stationen der roten (Cholodnohirsko-Sawodska-Linie) und blauen Linie (Saltiwska). Mein zwei absoluten Favorit sind die Stationen Architekta Beketova und Sportivna. Beketova ist einfach am schönsten gestaltet, während die Sportivna-Station der Urtyp einer Ubahn-Station ohne Säulen ist. So könnt ihr die an die Wand gemalte ukrainische Flagge von den Treppen viel besser sehen.

Sowjetisches Charkiw für Touristen

Natürlich beschreibe ich euch die Gebäude, damit ihr sie euch anschauen könnt. Aber natürlich gibt es auch einige Freizeiteinrichtungen aus der Sowjetzeit, die bis heute bestehen. Die solltet ihr natürlich nicht verpassen.

Charkiw Sehenswürdigkeiten Seilbahn
Die Seilbahn in Charkiw soll eine der schönsten der Welt sein.

Seilbahn Charkiw

Und noch eine weitere Attraktion von Charkiw beginnt im Gorki-Park – oder endet hier, je nach Sichtweise – die Seilbahn Charkiw. Sie wurde vom britischen Guardian sogar zu den zehn besten Seilbahnen der Welt gezählt. Auch wenn ich persönlich jetzt nicht ganz so weit gehen würde, ist die Seilbahn durchaus ein schönes Erlebnis. Die kleinen Gondeln sind für zwei Personen geeignet und daher besonders für Pärchen gut geeignet. Die Fahrt dauert ca. 20 Minuten, dafür legt ihr eine Strecke von knapp 1,5 Kilometer zurück. Das ist also wie Laufen, nur dass ihr über der Stadt schwebt und die Aussicht auf Charkiw genießen könnt.

Sowjetisches Charkiw Pioniereisenbahn
Bei der Pioniereisenbahn haben Kinder das Sagen.

Pioniereisenbahn

Die Pioniereisenbahn Charkiw wurde bereits 1940 eröffnet und war die dreizehnte Bahn ihrer Art in der UdSSR. Die Pioniereisenbahn wird heute zwar einfach Kindereisenbahn genannt, wird aber bis heute von Kindern im Pionieralter betrieben. Sie übernehmen alle Aufgaben, die bei der richtigen Eisenbahn auch anfallen, mit der einzigen Ausnahme des Fahrens. Der Lokomotivführer ist der einzige erwachsene Angestellte an Bord. Die Kindereisenbahnen laufen meist von Mai bis Oktober.

Sowjetische Mosaike und Wandbilder in Charkiw

Überall in sowjetischen Städten findet man sie: Propaganda-Mosaike. Mein liebstes Mosaik in Charkiw ist das am Puppentheater am Platz der Verfassung (Maidan Konstituzii). Eine Liste mit Google Maps zu den Orten der schönsten Mosaike gibt es aus Soviet Mosaics in Ukraine.

Sowjetische Mahnmale

Eine der wichtigsten Säulen der Sowjetmacht ist die Propaganda. Sie bestimmt auch den öffentlichen Raum sowjetischer Städte. Auch in Charkiw finden sich daher bis heute Dutzenden Denkmäler und Mahnmale die an die für die Sowjets wichtigen Ereignisse und Personen erinnern. Auch wenn die Lenindenkmäler verschwunden sind, sind viele andere Mahnmale erhalten geblieben. Einige wurden auch einfach umgewidmet.

Sowjetisches Charkiw Denkmal für die Befreier Charkiws
Am 23. August 1943 wurde Charkiw befreit.

Denkmal für die Soldaten des 23. August

Das Denkmal für die Befreier Charkiws steht an einer Kreuzung an der Metrostation 23. Tretja (23. August), die zu Ehren des Tages der Befreiung Charkiws von der deutschen Besatzung im Jahre 1943 benannt wurde. Das Denkmal wurde 1981 eingeweiht und beinhaltet neben einer Statue eines Soldaten, der ein Maschinengewehr in die Höhe reißt, auch Embleme an der Wand, die sowjetische Orden im Zweiten Weltkrieg darstellen. Das Denkmal wird von den Charkiwern auch Pavlusha genannt und ist ein beliebter Treffpunkt.

Denkmalkomplex Slawa

Der Denkmalkomplex Slawa (Ehre) wurde 1977 eröffnet und erinnert an tausende Kriegsopfer, die hier von den Nazis ermordet wurden. Zentrale Statue ist das Bildnis der Mutter des Vaterlandes (auf Russisch Rodina Mat, die Mutter des Mutterlandes), die an den Kampf der Sowjetunion gegen Nazideutschland erinnern. Bei Betreten der Anlage gibt es Lautsprecher, die monumentale Hymnen abspielen. Am Denkmal findet ihr die Inschrift:

„Helden sterben nie. Sie werden unsterblich und bleiben für immer in unserem Gedächtnis, in unseren Errungenschaften, in den großen Taten der nachfolgenden Generationen. Die Nachkommenschaft verdankt ihnen das Leben.“

Neben den Kriegsgefangenen und Zivilisten, die hier ermordet wurden, wird hier auch den mehr als 186.000 Soldaten der Roten Armee gedacht, die in der Schlacht um Charkiw fielen.

Sowjetisches Charkiw Denkmal für die Kämpfer der Oktoberrevolution
Das Denkmal für die Kämpfer der Oktoberrevolution erinnert heute an die für die Unabhängigkeit der Ukraine gefallenen Soldaten.

Denkmal für die Kämpfer der Oktoberrevolution

Es ist eines der ältesten Denkmäler des sowjetischen Charkiw – das Denkmal für die Kämpfer der Oktoberrevolution. Es wurde 1957 zum 40. Jahrestag der Okotberrevolution eingeweiht. Ein Jahr nach der Einweihung wurde eine ewige Flamme hinzugefügt, die bis vor wenigen Jahren noch brannte. 2014 wurde das Denkmal umgewidmet und erinnert jetzt an die Kämpfer für die Unabhängigkeit der Ukraine. Die ehemals rote Fahne, die mit dem Denkmal in Stein gesetzt wurde, ist nun blau-gelb. Durch die neue Bemalung und die Umwidmung wurde das Denkmal vor einem Abriss im Zuge der Dekommunisierung bewahrt. Die Flammen ist jedoch mittlerweile erloschen. Die Charkiwer scherzen darüber und sagen, dass das Gas seit dem Ukrainekrieg zu teuer geworden ist.

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