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Südostukraine Sehenswürdigkeiten

Südostukraine Sehenswürdigkeiten – Die Sonnenseite der Ukraine

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Es ist von Europa aus die entfernteste Ecke der Ukraine. Es gibt nur wenige Flüge in die Region und es kommen weit weniger ausländische Besucher in die Südostukraine als nach Kyjiw, Lwiw oder Odessa. Dennoch hat auch diese Region einige herausragende Sehenswürdigkeiten, die einen Besuch wirklich lohnen. Wir wollen euch deshalb sowohl einige der schönsten Orte, wie auch andere Besonderheiten vorstellen. Auf geht’s zu den schönsten Südostukraine Sehenwürdigkeiten.

Dnipro Wasserfall Südostukraine Sehenswürdigkeiten
Der Wasserfall auf der Klosterinsel in Dnipro ist zwar künstlich aber trotzdem schön.

Dnipro

Dnipro ist die größte Stadt im Südosten der Ukraine und auch die Hauptstadt des Oblasts Dnipropetrowsk. Der Oblast heißt so, wie die Stadt bis zur Dekommunisierung hieß und wurde bisher nicht umbenannt. Dnipro ist nicht nur ein wichtiges Wirtschaftszentrum und Sitz verschiedener großer ukrainischer Firmen, wie der Privatbank, sondern hat auch touristisch einiges zu bieten. So ist das Ufer des Dnipro sehr schön für ausgedehnte Spaziergänge. Hier kann man auch den künstlichen Wasserfall beobachten, der auf der Klosterinsel im Dnipro angelegt wurde. In der Stadt gibt es neben einem riesigen Kriegspanorama auch ein Museum für den Ukrainekrieg. Die Verklärungskathedrale auf dem Oktoberplatz gehört zu den schönsten Kirchen der Ukraine. In den Restaurants der Innenstadt und am Dnipro gibt es zudem einzigartige Speisen mit toller Aussicht.

Petrykivka-Malerei
Der Malermeister Vasyl Sokolenko war einer der die Technik der Petrykivka-Malerei beherrschte.
Igor Balashov, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

Petrykiwka-Malereien

Die Malereien von Petrykiwka zählen zu den bekanntesten der Ukraine. Sie sind vor allem für ihre floralen Motive bekannt. Die Petrykiwka Malereien werden auf alle möglichen Gegenstände aufgebracht. Aber auch auf Schatullen oder Tassen ergeben sich echte Kunstwerke. Den Meistern dieser Malerei könnt ihr im Dorf Petrykiwka bei ihrer Arbeit zuschauen. Sie zeigen euch gern ihre Arbeit.

Nowomoskowsk Holzkirche
Die Dreifaltigkeitskirche von Nowomoskowsk ist die größte Holzkirche der Ukraine.
Foto: Олегггниколаевич, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

Dreifaltigkeitskirche Nowomoskowsk

Sie ist die höchste und größte Holzkirche der Ukraine, die Dreifaltigkeitskathedrale von Nowomoskowsk. Das 60 Meter hohe Gebäude wurde von Kosaken komplett ohne die Verwendung von Nägeln im 18. Jahrhundert errichtet. Diese Tradition beim Bau von Holzkirchen geht darauf zurück, dass Jesus mit Nägeln ans Kreuz geschlagen worden ist. Die Kirche verfügt über neun Türme, von denen der höchste rund 65 Meter hoch ist. Er thront in der Mitte und es gibt jeweils vier Türme an den Ecken und vier weitere dazwischen, die alle symmetrisch errichtet wurden. Die Kirche ist eine echte Besonderheit und gehört zu jedem Besuch in Dnipro dazu, da sie von hier aus recht einfach zu erreichen ist.

Krywyj Rih Eisenerzgrube
Die Eisenerzgrube von Krywyj Rih ist bis zu 400 Meter tief.

Krywyj Rih

Die Industriestadt Krywyj Rih ist die längste Stadt der Ukraine und erstreckt sich über mehr als 50 Kilometer von Nordost nach Südwest. Krywyj Rih ist vor allem bekannt für den hiesigen Bergbau. Es gibt Dutzenden Bergwerke unter Tage und riesige Eisenerzgruben. Einige der Industriewerke können bei einer Besucherführung besucht werden. Doch Krywyj Rih ist nicht nur Industriestadt. Im Tal des Inhulez, wo die Stadt gegründet wurde, lassen sich schöne Bootsfahrten unternehmen. Von den nahen Felsen gibt es einen herrlichen Ausblick. Krywyj Rih verfügt zudem über künstliche Stromschnellen an einem Staudamm, die einem Besuch noch mehr wie ein Abenteuer erscheinen lassen.

Dniprohes Saproischja
Der Staudamm Dniprohes versorgt Saporischja mit Strom.

Saporischja

Saporischja ist die Mutter aller Städte in der ukrainischen Steppe. Denn auf der Insel Chortiza im Fluss Dnipro liegt die berühmteste aller Kosakenfestungen. Einst war die Insel ein Stopp auf dem Weg entlang des Dnipro, denn bei Saporischja gab es gefährliche Stromschnellen. Mit dem Bau des sehenswerten Staudammes Dniprohes wurde der Fluß jedoch gebändigt und diente zur Stromversorgung der hiesigen Industriewerke in der schnell wachsenden Stadt. Bemerkenswert ist auch die kilometerlange Straße Prospekt Soborniy, die die Hauptschlagader von Saporischja ausmacht. Im Automobil Museum der Stadt gibt es Autos aus aller Welt, es wird aber natürlich besonders dem sowjetischen Saporoschez gehuldigt, der hier lange gebaut wurde.

Enerhodar
In der Atomstadt Enerhodar gibt es interessante Mosaike zu sehen.

Enerhodar

Enerhodar würden die meisten Menschen vermutlich links liegen lassen. Doch die Stadt, die übersetzt „Geschenk der Energie“ heißt, ist der Standort des größten Atomkraftwerks der Ukraine und eine Planstadt. Sie wurde also komplett neu für die Mitarbeiter des Kraftwerks und ihre Familien aus dem Boden am Ufer des Dnipro gestampft. Hier könnt ihr sehen, wie eine solche Planstadt angelegt ist. Bemerkenswert sind insbesondere das Kulturhaus und die Mosaike an den Gebäuden. An das Kraftwerk selbst kommt man nur schwer ran aber man kann sich die Reaktorgebäude aus der Entfernung anschauen.

Der Nationalpark ist eine Mischung aus Steppenlandschaft und Feuchtgebiet.
Foto: PhotoDocumentalist, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

Priazowski Nationalpark

Der Priazowski Nationalpark wurde geschaffen, um die einzigartige Küstenlandschaft an der ukrainischen Küste des Asowschen Meeres zu schützen. Der Nationalpark hat eine Fläche von fast 800 Quadratkilometern und ist der drittgrößte Nationalpark der Ukraine. Der Park beinhaltet unter anderem den Fluss Molotschna und dessen Mündungshaff. Die hiesige Steppe in Verbindung mit den Feuchtgebieten schafft eine ganz eigene Biodiversität mit einer Mischung aus vielen seltenen Vögeln und anderen Tieren der Feuchtgebiete, wie auch der Flora und Fauna der Steppenlandschaft. Da der Nationalpark erst 2010 eingerichtet wurde, wird es noch eine Weile dauern, bis der Schutz dieses Gebietes sich durchsetzt.

Berdiansk
Das renovierte Stadtzentrum von Berdiansk.
Foto: Andrew Butko, CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons

Berdiansk

Berdiansk ist ein wichtiges Industriezentrum mit mehreren großen Kombinaten und einem Hafen, der lange große Bedeutung für die Region hatte. Durch die völkerrechtswidrige Annektierung der Halbinsel Krim durch Russland und des Bau der Brücke von Kertsch, wurde der Hafen aber für größere Schiffe unzugänglich. Und auch für kleinere Schiffe bedeuten russische Kontrollen bei der Einfahrt ins Asowsche Meer eine Schikane, die zu einem starken Rückgang der Schifffahrt geführt haben.

Da kommt es gelegen, dass Berdiansk auch ein Kurort ist. So gibt es hier mehrere Salzseen und die Heilschlämme aus dem Ort sollen bei verschiedenen Krankheiten helfen. Das angenehme Klima, die langen Sandstrände und viele Unterhaltungsmöglichkeiten locken jährlich immer mehr Touristen nach Berdiansk. Bisher sind die meisten davon jedoch Binnentouristen, die nun nicht mehr auf die Krim in den Urlaub fahren.

Mariupol
Der Metallurge ist das Symbol von Mariupol.
Foto: Brücke-Osteuropa, Public domain, via Wikimedia Commons

Mariupol

Noch um 1900 waren 70% der Einwohner Mariupols Griechen. Die Stadt Marias, wie sie auf Griechisch hieß war ein Zentrum für griechische Auswanderer. Heute ist die Stadt vor allem eine Industriestadt. Rund ein Fünftel der Einwohner arbeitet in den riesigen Industriewerken, die die Stadt prägen und auch für eine starke Luftverschmutzung sorgen. Doch seit dem Ukrainekrieg und der Rückeroberung der Stadt durch die ukrainische Armee wurde viel in die Entwicklung der Stadt gesteckt. Neue Coworking-Spaces haben geöffnet, Infrastrukturprojekte wurden angetrieben. Mariupol wandelt sich immer mehr in eine moderne Stadt, in der die Bewohner gerne leben. Auch der Hafen und das Asowsche Meer tragen zur Attraktivität der Stadt bei.

Melitopol
Gebäude der Agraruni von Melitopol.
Foto: Олег.Н, CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons

Melitopol

Melitopol ist nicht gerade die schönste Stadt der Region, was auch daran liegt, dass es kaum sehenswerte Gebäude gibt. Dennoch hat die Stadt ein angenehm mediterranes Flair. Durch hier lebende Minderheiten wirkt es zudem auch noch kosmopolitisch. Melitopol wurde von Griechen gegründet und bedeutet Honigstadt. Und genau das macht sich die Stadt jetzt zu nutzen und ihr könnt sogar mittlerweile einen extra hergestellten Honig von hier kaufen. Auch schön ist der Stadtgarten, in dem die Agraruniversität der Stadt verschiedene Sorten Steinfrüchte anbaut, un irh so heimlich ein paar Kirschen, Aprikosen und andere Früchte naschen könnt, die hier in der Region aufgrund des sonnigen Klimas ziemlich gut wachsen.

Mohyla
Felsformation von Kamiana Mohila.
Foto: Shaplykoff, CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons

Kamiana Mohyla

Mitten aus der Steppe der Asowschen Vorlandes ragen die Felsen von Kamiana Mohila empor. Ursprünglich war dies eine Sandbank des Ozeans, die über die Jahrmillionen zu Stein geworden ist. Bis zu 12 Meter hoch sind die Felsen. Aus der Vogelperspektive sieht die Felsformation wie ein menschliches Gehirn aus. In der vorchristlichen Zeit wurden die Felsen für Rituale genutzt und galten die hiesigen Heiden als heilig. Auch ritzten die Bewohner des Gebietes damals schon Bilder von Tieren in die Höhlen. Leider sind die Petroglyphen kaum noch zu erkennen. Jedoch meint man gelegentlich einen Stier zu erkennen.

Ethnische Volksgruppen in der Südostukraine

Noch eine interessante Besonderheit der Südostukraine sind die verschiedenen Volksgruppen, die in der Region leben. So gibt es in den Städten immer noch eine sichtbare Gruppe von Griechen und Bulgaren. Früher lebten in der Region zudem auch Deutsche, die hier Siedlungen wie das kleine Heidelberg (heute Pryschyb) gründeten. Auch findet ihr hier die Volksgruppe der Molokaner. Diese ethnischen Russen wanderten im 18. Jahrhundert in diese Gebiete ab, weil sie von der Russisch-Orthodoxen-Kirche als Schismatiker gesehen wurden. Bei ihnen gibt es keine Priester und sie konsumieren während der Fastenzeit auch Milchprodukte. Daher stammt auch ihr Name, vom russischen Wort für Milch – Moloko.

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