Baku Sehenswürdigkeiten – Die 21 schönsten Orte in der Stadt der Winde

Baku ist die unterschätzte Stadt im Kaukasus. Hier trifft das orientalische Mittelalter auf Sowjetunion und Moderne und bietet viele Baku Sehenswürdigkeiten.

Inhaltsverzeichnis

Wer an den Kaukasus denkt, hat vermutlich Georgien oder Armenien im Kopf und Städte wie Tiflis oder Jerewan. Doch die größte Stadt der Region wird dabei oft vergessen: Baku am Kaspischen Meer hat mehr als zwei Millionen Einwohner und hat sich seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu einem echten Highlight entwickelt. Die Regierung Aserbaidschans hat ihre Einnahmen aus der Öl- und Gasindustrie auch in die Herrichtung der Baku Sehenswürdigkeiten investiert. Die vielen Hochhäuser und herausgeputzten Straßen zeugen davon.

Seit dem Jahr 2000 gehört die Altstadt zum UNESCO-Welterbe. Mit mittelalterlichen Karawansereien, dem Erbe des Russischen Imperiums, Bauten aus der Sowjetzeit und modernen Wolkenkratzern ist Baku überraschend anders. Grund genug, euch die Stadt etwas genauer vorzustellen. In diesem Beitrag findet ihr die 20 schönsten Baku Sehenswürdigkeiten in einer sinnvollen Reihenfolge: erst die Altstadt, dann die Innenstadt, dann der Hang mit den Flammentürmen und zuletzt die Moderne am Stadtrand. Zu jedem Ort gibt es die Adresse, dazu Tipps zu Essen, Hotels und Touren.

Baku auf einen Blick: Praktische Infos

  • Anreise: Es gibt Direktflüge ab Berlin und Frankfurt, unter anderem mit Azerbaijan Airlines. Die Flugzeit liegt bei gut vier bis fünf Stunden. Der Flughafen Heydar Aliyev liegt rund 20 Kilometer östlich der Stadt (fluege.de). Die Anbieter-Seiten widersprechen sich bei den Direktverbindungen, den Flugplan solltet ihr vor der Buchung prüfen.
  • Visum: Deutsche brauchen ein Visum. Das E‑Visum (ASAN Visa) beantragt ihr online über evisa.gov.az. Es gilt für eine Einreise innerhalb von 90 Tagen und für bis zu 30 Tage Aufenthalt, die Bearbeitung dauert laut Botschaft Aserbaidschans in Berlin etwa drei Arbeitstage. Die amtliche Gebühr beträgt nach Angaben von Visamundi 25 US-Dollar (20 Dollar Staatsgebühr plus 5 Dollar Servicegebühr). Vermittler verlangen ein Vielfaches davon. Der Reisepass muss mindestens drei Monate über das Reiseende hinaus gültig sein, das e-Visum solltet ihr ausdrucken (Evaneos).
  • Beste Reisezeit: April bis Juni sowie September und Oktober. Dann ist das Wetter angenehm. Im Sommer wird es heiß.
  • Wind: Der Beiname „Stadt der Winde“ kommt nicht von ungefähr. Packt auch im Frühjahr und Herbst eine Windjacke ein, besonders für den Hang mit den Flammentürmen und die Uferpromenade.
  • Wie viel Zeit einplanen? Für die Altstadt reicht ein halber Tag. Mit Innenstadt, Hang und Stadtrand solltet ihr zwei bis drei Tage einplanen.
  • Währung: Aserbaidschanischer Manat (AZN).
  • Eintritte und Öffnungszeiten: Sie ändern sich häufig und stehen deshalb nicht im Text. Bitte vor dem Besuch auf den Websites der Museen prüfen.

Die 21 schönsten Sehenswürdigkeiten in Baku

Die Reihenfolge folgt einem sinnvollen Spaziergang: Ihr beginnt in der Altstadt, geht dann durch die Innenstadt zur Uferpromenade, fahrt hinauf zum Hang mit den Flammentürmen und besucht zuletzt die Orte am Stadtrand. Die Altstadt ist der kompakteste Teil, hier lassen sich sieben Stationen bequem zu Fuß verbinden.

Sehenswürdigkeiten in der Altstadt

Altstadt Baku Sehenswürdigkeiten
Blick in die Altstadt von Baku

1. Altstadt von Baku (İçərişəhər)

Die Altstadt von Baku ist eine der besterhaltenen mittelalterlichen Städte im Kaukasus. Die Mauern stammen im Kern aus dem 12. Jahrhundert. Bis weit ins 19. Jahrhundert wurden die Mauern immer wieder verstärkt. Auch heute sind große Teile der Befestigungen noch vorhanden. Sie sind laut UNESCO-Kommission Aserbaidschans acht bis zehn Meter hoch und rund dreieinhalb Meter breit. Seit dem Jahr 2000 gehört das Ensemble mit dem Palast der Schirwanschahs und dem Jungfrauenturm zum Welterbe. Zwischen den Mauern findet ihr Moscheen, Museen, enge Gassen und Karawansereien. Sie wurden als Haltepunkte auf den Handelsstraßen in den Orient genutzt. In der Altstadt gibt es gleich mehrere der bekanntesten Baku-Sehenswürdigkeiten. Rechnet für den Rundgang mit einem halben Tag.

  • 📍 İçərişəhər, 1004 Baku (Metrostation İçərişəhər)
Mohammed-Moschee Baku
Die Mohammed-Moschee in Baku ist die älteste Moschee von Aserbaidschan.

2. Mohammed-Moschee (Məhəmməd məscidi)

Die Mohammed-Moschee mit dem Minarett Synyk-Kala gilt als älteste erhaltene Moschee Bakus. Eine Inschrift datiert den Bau auf das Jahr 471 der islamischen Zeitrechnung, also 1078/79. Das Minarett gilt als eines der Wahrzeichen Bakus und ähnelt einem schlanken Burgturm, was wohl seiner einstigen Nutzung als Wehrturm entsprach.

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Das Minarett ist auch deshalb berühmt, weil im Russisch-Persischen Krieg, während der Belagerung der Stadt, ein russisches Kriegsschiff auf die Stadt schoss und das Minarett getroffen haben soll. Kurz darauf setzte der Legende nach ein starker Wind ein, der die Schiffe weiter auf das Meer trieb. Die Bakuer interpretieren dies als Zeichen des Gotteszorns für die Beschädigung des Minaretts.

  • 📍 Kiçik Qala küçəsi, 1004 Baku
Divanchana Baku
Das Divanchana diente als Versammlungsort der Herrscher von Schirwanschah.

3. Palast der Schirwanschahs (Şirvanşahlar sarayı)

Die Schirwanschahs waren eine muslimische Dynastie, die große Teile des heutigen Aserbaidschans im Mittelalter beherrschten. Sie machten Baku zur Hauptstadt ihres Reiches und errichteten sich deshalb hier auch einen großen Palast. Er thront auf dem Berg der Altstadt. Zu den Gebäuden des Palastes gehören unter anderem das Mausoleum der Schirwanschahs, in dem die wichtigsten Herrscher begraben liegen. Das beeindruckendste Gebäude ist das Divanchana, das als Versammlungsort diente. Auch der Wohnpalast zeugt vom Leben am damaligen Hofe. Zu finden sind hier auch noch die Überreste des früheren Badehauses.

  • 📍 Birinci Qala döngəsi 76, 1004 Baku
Jungfrauenturm Baku
Der Jungfrauenturm hat im Erdgeschoss bis zu fünf Meter dicke Wände.

4. Jungfrauenturm (Qız Qalası)

Einst war er Teil der Stadtmauer von Baku und gilt neben den Flammentürmen als eine der bekanntesten Baku Sehenswürdigkeiten. Er ziert sogar Geldscheine. Der Jungfrauenturm ist zwar mit 28 Metern nicht besonders hoch, aber die Wände im Erdgeschoss sind fast fünf Meter dick. Er gehört vermutlich zu den ältesten Bauwerken der Stadt und soll früher sogar direkt am Kaspischen Meer gestanden haben. Manche Wissenschaftler vermuten, dass auch er einst ein Feuerturm der Zoroastrier war. Seine Fundamente stammen wohl aus dem 5. Jahrhundert. Im Turm gibt es einen eigenen Brunnen, der die Verteidiger Bakus mit Wasser versorgte, und ein Museum über die Geschichte Bakus. Sein Name hat schon zu einigen Legenden zur einstigen Nutzung beigetragen. Belegt ist davon aber bisher keine.

  • 📍 Neftçilər prospekti 99, 1004 Baku
Hacınski Residenz Baku
Die Hacınski Residenz zählt zu den schönsten Gebäuden Bakus und steht direkt neben dem Jungfrauenturm.

5. Hadschinski-Residenz (Hacınskinin evi)

Isa Bey Hadschinski war Ölindustrieller und Mäzen und ließ sich um 1912 dieses prächtige Haus bauen, ein Beispiel für die Architektur des Ölbooms. Angeblich dauerte der Bau nur drei Monate und war das Resultat einer Wette. Sichtbar ist auf jeden Fall die wunderschöne Arbeit der Steinmetze, die das Gebäude auszeichnet. Im November 1944 übernachtete hier Charles de Gaulle auf der Reise von Teheran nach Moskau, wo er mit Stalin verhandelte.

  • 📍 Neftçilər prospekti 103, 1004 Baku (direkt neben dem Jungfrauenturm)
Miniaturbuch-Museum
Mehr als 7500 Miniaturbücher hat die Bakuerin Zarifa Salahova gesammelt.

6. Miniaturbuchmuseum (Miniatür Kitab Muzeyi)

Eine Brille werdet ihr mindestens brauchen, aber selbst dann könnt ihr nur wenige der Werke im Miniaturbuchmuseum Baku lesen. Das im Jahr 2002 eröffnete Museum ist nach eigenen Angaben das erste und bisher einzige private Museum für Miniaturbücher weltweit. Die Sammlerin Zarifa Salahova hat laut eigenen Angaben mehr als 9000 Bücher aus 83 Ländern zusammengetragen, rund 5800 davon sind in 39 Vitrinen ausgestellt. Neben Aserbeidschanisch unter anderem auch auf Englisch, Deutsch und sogar in Vietnamesisch. Salahavo druckt heute gar selbst Mini-Bücher in einem eigenen Verlag.

  • 📍 Birinci Qala döngəsi 67, 1004 Baku
Marionettentheater Baku
Die Aufführungen des Marionettentheaters haben eine ganz eigene Atmosphäre.

7. Marionettentheater (Bakı Marionet Teatrı)

Mit liebevoll gestalteten Kostümen und Bühnenbildern ist das Marionettentheater Baku (Muslim Magomayev Str. 20) ein echtes Erlebnis. In der Institution, die 1988, also noch zu Sowjetzeiten, von Tarlan Gorchu gegründet wurde, werden in Darbietungen auch recht neue Stücke gezeigt, die Besucher direkt in die Mystik und Stimmung des Orients versetzen. Eines der beliebtesten ist Uzeyir Hajibeyli’s Oper Leyli & Majnun, eine Art orientalische Version von Romeo und Julia. Das Marionettentheater ist übrigens nicht zu verwechseln mit dem staatlichen Puppentheater, das es ebenfalls gibt.

  • 📍 Müslüm Maqomayev küçəsi 20, 1004 Baku

Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt und an der Uferpromenade

Die Nizami-Straße ist die Haupteinkaufsstraße von Baku.

8. Nizami-Straße (Nizami küçəsi)

Benannt nach dem persischen Poeten Nizami Ganjavi, der in Gandscha im heutigen Aserbaidschan geboren wurde, ist die Straße die Flaniermeile von Baku. Sie zählt zu den teuersten Straßen der Welt, denn hier finden sich einige Läden teurer Marken. Die Architektur der Straße spiegelt dabei auch die Geschichte Aserbaidschans – ab der russischen Herrschaft Mitte des 19. Jahrhunderts und dem Aufstieg Bakus zu einer Öl- und Gasförderstadt mit seinen prächtigen Gebäuden aus der Neorenaissance und anderen Stilen. Doch auch stalinistische Prachtbauten und wichtige Kulturinstitutionen finden sich hier. Abends wird die Straße nochmal deutlich lauter, denn dann ziehen hier die Nachtschwärmer durch. Entlang der Straße finden sich viele Restaurants und Cafés. Sie ist ein beliebter Treffpunkt.

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  • 📍 Nizami küçəsi, 1005 Baku
Palast des Glücks Baku
Der Palast des Glücks Baku wurde von einem reichen Ölbaron für seine Frau gebaut.

9. Palast des Glücks (Səadət Sarayı)

Auch ein weiteres Gebäude auf unserer Liste der besten Baku-Sehenswürdigkeiten entspringt der Idee und dem Geldbeutel eines Ölmagnaten aus Baku. Der Palast des Glücks wurde vom Ölbaron Murtuza Mukhtarov für seine Frau Lisa gebaut. Der Überlieferung nach hatte Liza auf einer Europareise ein französisches Gebäude bewundert, und Mukhtarov ließ es nachbauen. Architekt des spektakulären neogotischen Gebäudes war der Pole Józef Płoszko. Nach der Eroberung der Stadt durch die Bolschewiken, erschoss Mukhtarov drei der Rotarmisten, die sein Haus beschlagnahmen wollten, und nahm sich danach das Leben. Während der Sowjetunion fungierte das Gebäude als Standesamt und wurde in den Jahren nach der Unabhängigkeit sukzessive renoviert.

  • 📍 Murtuza Muxtarov küçəsi 6, 1001 Baku
Im Teppichmuseum wird die ganze Kunst des Teppichwebens dargestellt.

10. Aserbaidschanisches Teppichmuseum Baku (Azərbaycan Milli Xalça Muzeyi)

Aserbaidschan ist ein Zentrum der Teppichkunst und so ist auch dieser bedeutenden Handwerkskunst natürlich ein Museum gewidmet. Die Webkunst steht seit 2010 auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes. Das Museum wurde 1967 gegründet. Schon die Architektur des heutigen Gebäudes von 2014, entworfen vom österreichischen Architekten Franz Janz, beeindruckt Besucher. Die achteckigen goldenen Sterne auf der Aluminiumverkleidung des Museums symbolisieren wie im Staatswappen die goldene Zukunft des Landes. Mit Touchscreens auf Englisch erfahrt ihr alles rund um die Herstellung und Herkunft der Teppiche.

Ausgestellt sind auch die sogenannten Gartenteppiche bzw. Teppichgärten, in deren Mitte Teiche, Bäume, Wasserläufe, Blumenbeete und Schwäne dargestellt sind. Diese Kunst wurde Anfang des 6. Jahrhunderts in Persien entwickelt. Das imposanteste Beispiel war ein 600 Quadratmeter großer legendärer Teppich mit der Bezeichnung „Der Frühling Chosraus“, der dem damaligen persischen Großkönig Chosrau die Wintermonate erträglicher machen sollte.

Klein-Venedig Baku
In Klein-Venedig könnt ihr auch mit der Gondel fahren.

11. Klein-Venedig (Kiçik Venesiya şəhərciyi)

Die Chinesen kopieren gerne und errichten mitunter ganze Städte im Stil der Originale. Auch in Aserbaidschan hat man das drauf und hat schon zu Sowjetzeiten begonnen, eine Kopie Venedigs zu errichten. Ganz echt mit Gondeln und Gondolieri, die aber nicht stoßen, sondern nur steuern, denn die Gefährte haben hier einen Elektroantrieb. Viel tun müssen sie nicht, denn meist sieht man sie, wie sie auf dem Handy scrollen. Wem das Fahren mit den Gondeln in Klein-Venedig zu kitschig ist, der spaziert einfach durch die Anlage.

  • 📍 Neftçilər prospekti, Baku Boulevard, 1000 Baku
Baku Ferris Wheel Baku Eye
Vom 60 Meter hohen Baku Eye habt ihr einen fantastischen Ausblick auf Baku.

12. Riesenrad Baku Eye (Şeytan çarxı)

Das 60 Meter hohe Riesenrad Baku Eye steht direkt an der Uferpromenade am Kaspischen Meer. Eröffnet wurde es 2014 vom aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev. Die 30 geschlossenen Kabinen brauchen rund eine halbe Stunde in der ihr die Aussicht über die Stadt und das Ufer der Bakuer Bucht genießen könnt. Bei Wind, der in Baku nicht so selten ist, schwanken die Kabinen durchaus.

  • 📍 Neftçilər prospekti, Baku Boulevard, 1000 Baku

Sehenswürdigkeiten in der Oberstadt mit Hochland-Park und Flammentürmen

Baku Standseilbahn
Die Standseilbahn Baku wurde bereits in den 1960er-Jahren gebaut.

13. Standseilbahn Baku (Bakı funikulyoru)

Die einzige Standseilbahn Aserbaidschans wurde bereits zu Sowjetzeiten gebaut und mit Wagen aus Charkiw bestückt. Da diese als notorisch unzuverlässig galten, wurde die Strecke zeitweilig geschlossen und umfassend saniert. Seit 2012 hat sie nun neue Waggons und bringt euch auf der einen Spur 90 Meter höher. Die Bahn bewegt sich zwar nur mit 2,5 Metern pro Sekunde, das ist aber sicher immer noch schneller, als ihr es zu Fuß bewältigen würdet. In rund vier Minuten seid ihr so oben an der Bergstation. Problem: An der Talstation muss man mitunter recht lange für die Fahrt anstehen. Dafür kostet sie auch nur umgrechnet einen Euro.

  • 📍 Neftçilər prospekti (Talstation Bəhram Gur), 1000 Baku
Allee der Märtyrer
In der Allee der Märtyrer wird der Opfer der Kriege in Aserbaidschan gedacht.

14. Allee der Märtyrer (Şəhidlər Xiyabanı)

Erbittert kämpften die Aseris zum Ende des Ersten Weltkriegs für eine Unabhängigkeit ihres Landes gegen Bolschewiken, Menschewiken und Armenier. Für kurze Zeit entstand deshalb hier ein Friedhof für die Kämpfer. Der Kampf war letztlich erfolglos und Aserbaidschan wurde Teil der neugegründeten Sowjetunion. Die Gräber wurden eingeebnet und Sowjets bauten einen Vergnügungspark darauf. Erst mit der Unabhängigkeit wurde der Vergnügungspark geschlossen und ein Denkmal für den Bolschewiken Sergey Kirow abgetragen.

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Die Gräber wurden wiederhergestellt und um die von Getöteten des sogenannten Schwarzen Freitags von Baku erweitert, bei dem sowjetische Truppen protestierende Aserbaidschaner töteten. Den Befehl dazu gab Michail Gorbatschow, der in Aserbaidschan für die 147 Toten und über 800 Verwundeten verantwortlich gemacht wird. Auch Gefallene aus den Kriegen mit Armenien um Karabach seit den 1990er Jahren liegen hier begraben. Viele davon werden von den Angehörigen bis heute besucht.

  • 📍 Mehdi Hüseyn küçəsi, 1006 Baku
Treppen im Hochland-Park Baku
Die Treppe im Hochland-Park erinnert an die Potemkin-Treppe in Odesa.

15. Hochland-Park (Dağüstü parkı)

Im Dağüstü Park lässt es sich auch schön flanieren. Er wurde in den 1930er-Jahren angelegt und war bis nach der Unabhängigkeit nach dem sowjetischen Funktionär Sergej Kirow benannt. Der Park, der übersetzt Hochland-Park heißt, ist mit der nächtlichen LED-Beleuchtung ein echtes Highlight von Baku. Zum Hochjoggen fast zu schade ist auch die Treppe aus weißem Marmor, die wie eine Kopie der Potemkin-Treppe in Odessa wirkt. Ein absolutes Muss ist aber auf jeden Fall die Aussichtsplattform im Park, von der euch Baku zu Füßen liegt. Hier habt ihr einen tollen Blick auf die Strandpromenade und die gesamte Innenstadt und könnt die wechselnde Beleuchtung der Flammentürme verfolgen.

  • 📍 Dağüstü park, Sabail, 1006 Baku
Die Türme stellen eine Flamme dar – das Symbol des Land des Feuers.

16. Flammentürme (Alov qüllələri)

Mittlerweile sind die Flammentürme oder auch auf Englisch Flame Towers zu einem Symbol für die aufstrebende Stadt Baku und den neuen Wohlstand Aserbaidschans geworden. Sie wurden 2013 eröffnet und stellen natürlich eine Flamme dar, schließlich gilt Aserbaidschan auch als Land des Feuers. Die drei Türme sind knapp 182, 165 und 161 Meter hoch und züngeln wie echte Flammen. In einem der Türme ist ein Fairmont-Hotel untergebracht, außerdem gibt es Wohnungen und Büros. Von der Bar des Hotels hat man einen tollen Blick auf die Stadt – besonders bei Sonnenuntergang. Als der Eurovision Song Contest 2012 in Baku Station machte, wurden die Flame Towers häufig für die Werbung für die Stadt eingesetzt.

  • 📍 Mehdi Hüseyn Küçəsi 1a, 1006 Baku
Fernsehturm Baku
Der Fernsehturm Baku wurde erst nach dem Zusammenbruch der UdSSR vollendet.

17. Fernsehturm Baku (Bakı Televiziya Qülləsi)

Die Flame Towers sind aber bei weitem nicht das höchste Gebäude Aserbaidschans. Mit 310 Metern überragt der Fernsehturm Baku sie immer noch um fast das Doppelte. Geplant und begonnen wurde der Turm noch zu Sowjetzeiten. Der Bau wurde jedoch bereits in den 1980er Jahren unterbrochen und erst nach der Unabhängigkeit Aserbaidschans wieder aufgenommen. 1996 wurde er dann doch noch fertiggestellt. In 175 Meter Höhe gibt es eigentlich eine Aussichtsplattform, die aber zur Zeit unseres Besuches (Oktober 2026) geschlossen war. Schaut daher zuerst bei Google Maps, ob der Fernsehturm wieder geöffnet hat.

  • 📍 Bakı Televiziya Qülləsi, 1004 Baku

Baku Sehenswürdigkeiten etwas abseits des Zentrums

Das Heydar-Aliyev-Center wurde von Zaha Hadid entworfen.

18. Heydar-Aliyev-Center (Heydər Əliyev Merkezi)

Ein wenig erinnert es an die Oper von Sydney. Das von Zaha Hadid entworfene Ausstellungszentrum Heydar-Aliyev-Center in Baku bietet eine Vielzahl von Ausstellungen. Seine fließende Form entsteht dadurch, dass die Fassade und die Landschaft ineinander übergehen. Scharfe Kanten gibt es kaum. Auf acht Ebenen mit insgesamt 60.000 Quadratmetern befinden sich ein Auditorium mit 1000 Plätzen, Ausstellungsräume, ein Konferenzzentrum, Werkstätten und ein Museum. Welche Ausstellungen gerade laufen, ändert sich laufend, ein Blick auf das Programm vor dem Besuch lohnt sich. In der Dauerausstellung „Mini-Aserbaidschan“ seht ihr 50 im Maßstab 1:33 liebevoll nachgebaute Miniaturbauten aus dem ganzen Land. Das Heydar-Aliyev-Center ist eines der wichtigsten Kulturzentren des Landes und wurde nach dem früheren Präsidenten Aserbaidschans benannt.

  • 📍 Heydər Əliyev prospekti 1, 1033 Baku

19. Grüner Basar (Yaşıl Bazar)

Der Yaşıl Bazar ist ein großer Lebensmittelmarkt mit überdachten Hallen und Ständen im Freien. Er gilt als einer der größten des Kaukasus. Angeboten werden Obst, Gemüse, Kräuter, Gewürze, Nüsse, Trockenfrüchte, Säfte und Marmeladen, dazu Spezialitäten wie Kaviar und Safran. Die Händler sind sehr freundlich und nicht aufdringlich. Viele sprechen ein paar Wörter Englisch und beraten bei Bedarf. Bei frischen Produkten darf man gern vor dem Kauf probieren. Am besten besucht ihr den Basar am Vormittag. Nebenan liegt der Şərq bazarı, wo ihr Schmuck kaufen könnt, falls ihr noch ein echtes Juwel aus Baku braucht. Die Öffnungszeiten werden von Drittseiten mit etwa 8 bis 21 Uhr angegeben, eine offizielle Bestätigung fehlt.

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  • 📍 Xətai prospekti, Nərimanov rayonu, Baku (Metrostation 28 May, von dort rund zehn Minuten zu Fuß)

20. Bibi-Heybat-Moschee (Bibiheybət məscidi)

Die Bibi-Heybat-Moschee ist eine der wichtigsten Pilgerstätten Bakus. Nach Angaben der Moscheeverwaltung wurde das ursprüngliche Heiligtum im 13. Jahrhundert unter Schirwanschah Farrukhzad II. gebaut, Inschriften nennen die Jahre 1281/82. Die Moschee gilt als Ort des Grabes von Ukeyma Khanum, einer Nachfahrin des Propheten Mohammed. Die Sowjetmacht ließ sie in den 1930er-Jahren zerstören, die Quellen nennen 1934 und 1936. Nach der Unabhängigkeit wurde sie auf Anordnung von Heydar Aliyev an alter Stelle neu gebaut, die Einweihung war 1997, die offizielle Eröffnung 1999. Vom Hügel habt ihr einen Blick aufs Kaspische Meer, in der Umgebung stehen aber auch Industrieanlagen und Ölfelder. Das gehört zur Geschichte des Ortes.

  • 📍 Bibiheybət, Baku (an der Salyan-Straße, am südlichen Stadtrand, am besten per Taxi erreichbar)

21. Erste Ölquelle der Welt (Dünyanın ilk neft quyusu)

Im selben Stadtteil wie die Moschee wurde 1846 die erste maschinell gebohrte Ölquelle der Welt niedergebracht. Sie war nur 21 Meter tief und liegt damit zeitlich vor den Quellen in Ontario (1858) und Pennsylvania (1859), wie die AAPG schreibt. Das erste Öl floss laut Baku Tourism Portal 1847. Die Fundstelle wurde wiederentdeckt und am 26. April 2017 von der staatlichen Ölgesellschaft SOCAR als Freilichtmuseum mit Bohrturm aus Holz, Pumpen und Rohren wiedereröffnet. Mit dem Taxi ist die Ölquelle vom Zentrum aus in etwa 15 Minuten erreichbar, Moschee und Ölquelle lassen sich gut an einem Ausflug verbinden.

  • 📍 Bibiheybət, Baku (nahe der Bibi-Heybat-Moschee)

Ausflüge von Baku

Aserbaidschan gilt als „Land des Feuers“. Drei Ziele rund um Baku zeigen euch, warum. Ausführlicher beschreiben wir die Halbinsel in unserem Beitrag Abşeron-Halbinsel – Die schönsten Ausflugsziele rund um Baku.

Feuertempel Ateschgah (Atəşgah)

Den besten Feuertempel Aserbaidschans findet ihr in Surachany. Die heutige Anlage stammt aus dem 17. und 18. Jahrhundert und wurde von indischen Händlern gebaut, die als Hindus und Sikhs hierher kamen. Sie erinnert an eine kleine Karawanserei mit Mauer und Zellen. Der Ort war schon zuvor ein Platz der Feuerverehrung durch die Zoastrier. Als das Erdgas im Boden zur Neige ging, erlosch die Flamme, heute wird sie mit Gas aus einer Leitung gespeist. Seit 1975 ist die Anlage ein Museum.

  • 📍 Surakhani, Abşeron-Halbinsel (rund 30 Kilometer östlich der Innenstadt)

Feuerberg Yanar Dag

Yanar Dag gilt als eine der bekanntesten Sehenswwürdigkeiten Aserbaidschans. Ich habe mich bei meinem Besuch allerdings gefragt warum. An einem Hang brennt Erdgas auf zehn Metern Länge dauerhaft von selbst. Wann es entzündet wurde, darüber gibt es Streit. Anders als im Ateschgah ist die Flamme hier natürlich. Wenn sie ausgehen sollte, hat Aserbaidschan ein Problem, denn dann wird es deutlich weniger interessant und 15 Manat für diesen Nepp zu verlangen, grenzt an Abzocke. Wenn es bei einer Tour dabei ist, zum Beispiel zusammen mit Ateschgah oder Gobustan, dann gern mitnehmen. Nur deswegen hier hinzufahren, dürfte für die meisten eine herbe Enttäuschung sein.

  • 📍 Məhəmmədi (Mahammadli), Abşeron-Halbinsel (rund 25 Kilometer von Baku)

Gobustan

Das Naturschutzgebiet Gobustan mit Felszeichnungen und Schlammvulkanen ist UNESCO-Welterbe und wie ich finde ein echtes Highlight Aserbaidschans. Statt Lava kommt hier Schlamm aus den Vulkanen, durchaus ein Erlebnis. Die unwirkliche Landschaft hält sehr gut für diverse Bilder her. Die Felsbilder reichen weit in die Vorgeschichte zurück. Für Gobustan solltet ihr einen halben Tag einplanen. Einen Guide zu haben, der den Ort erklären kann, ist durchaus hilfreich, weil man so allerlei interessante Fakten zur Geschichte und Geologie des Ortes erfährt. Klare Empfehlung.

  • 📍 Qobustan, rund 60 Kilometer südwestlich von Baku

Essen und Trinken in Baku

Die aserbaidschanische Küche gehört zu den besten des Kaukasus. Probieren solltet ihr Plov (Reisgericht, oft mit Lamm), Dolma (gefüllte Weinblätter), Qutab (gefüllte Teigtaschen) und das Fladenbrot aus dem Tonofen, Tandir genannt. Dazu gibt es Tee, der traditionell in kleinen, taillierten Gläsern serviert wird. Die Adressen stammen aus mehreren Quellen. Wo eine Hausnummer fehlt oder unklar ist, steht ein Hinweis.

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Frühstück in der Altstadt

Qaynana — Der Name bedeutet „Schwiegermutter“. Das Lokal in der Altstadt ist vor allem fürs Frühstück bekannt: Tandir-Brot frisch aus dem Ofen, Qaymaq (dicke Sahne), Honig, Käse und Pomidor-Yumurta, ein Pfännchen mit Eiern und Tomaten. Später am Tag gibt es Plov und Kebabs, es kommen Familien aus Baku und Besucher.

  • 📍 Kiçik Qala küçəsi, İçərişəhər, 1000 Baku (Hausnummer vor Veröffentlichung prüfen)

Özsüt Nizami küçəsi — Türkisches Café-Restaurant der Kette Özsüt. Wir haben hier ein riesiges türkisches Frühstück mit warmen und kalten Speisen für 10 Euro pro Nase bekommen. Super lecker und perfekt gelegen, wenn man ein bisschen die Leute beim Flanieren beobachten möchte.

  • 📍 Nizami küçəsi, Baku

Traditionell aserbaidschanisch essen

Qala Divari — Familiengeführtes Lokal in der Altstadt mit aserbaidschanischer, osteuropäischer und nahöstlicher Küche. Auf der Karte stehen unter anderem Dolma, Salat mit knusprigen Auberginen und Saj, dazu gibt es frisches Brot aus dem Tandir.

  • 📍 Kiçik Qala küçəsi, İçərişəhər, 1001 Baku

Khan Museum Restaurant — Restaurant an der Nizami-Straße mit aserbaidschanischer Küche. Super freundliche Bedienung, oft auch Live-Music (auf Aserbaidschanisch und Russisch).

  • 📍 Nizami küçəsi 62A, Baku

Caravan Baku — Lounge-Restaurant an der Nizami-Straße mit marokkanisch angehauchtem Ambiente, Shisha und einer Karte mit lokalen und internationalen Gerichten. Gäste loben die Lage, den Service und den Tomaten-Kirschen-Salat.

  • 📍 Nizami küçəsi 79, 1000 Baku

Shirvanshah Museum Restaurant — Ein Lokal in einem historischen Gebäude nahe dem Doppeltor der Altstadt, das museumsartig eingerichtet ist. Auf der Karte stehen Plov, Dolma und Kebabs, dazu gibt es Tee.

  • 📍 Salatın Əsgərova küçəsi 86, 1009 Baku

Dolma Restaurant — Ein atmosphärischer Gastraum im Untergeschoss, wo genau das serviert wird, was der Name verspricht. Es ist oft voll, reserviert deshalb oder kommt früh.

  • 📍 İstiqlaliyyət küçəsi 53, 1000 Baku

Firuze — Beliebtes Lokal mit traditioneller Küche und Gewölbe-Einrichtung unweit des Fountain Square. Bestellt Dolma, Plov oder Lammkebab.

  • 📍 Tərlan Əliyarbəyov küçəsi 14, 1005 Baku

Mal etwas anderes

Megobari Restaurant – Als Fan der georgischen Küche kann ich euch sagen, dass dieses Restaurant absolute Spitze ist! Super leckere Chartscho und Khinkali. Alles sehr frisch und toller Service.

  • 📍 Khagani küçəsi 19/13, 1005 Baku

King Café – Wer mal etwas anderes essen möchte, geht in dieses pakistanische Restaurant mit Grillgerichten. Leckere pakistanische Kebabs, freundliche Leute. Restaurant der Wahl für viele Pakistaner.

  • 📍 Nizami küçəsi 69
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Buchtipps für Baku und Aserbaidschan

Baku

Heike Maria Johenning·Reise Know-How, 2018·144 S.

Ihr plant eine Reise nach Baku, um euch die schönen Baku Sehenswürdigkeiten anzusehen? Dann ist der CityTrip Baku ein idealer Begleiter für eure Reise. Hier werden die schönsten Sehenswürdigkeiten und Spaziergänge durch die Stadt beschrieben, ihr bekommt Tipps, wo ihr am besten essen und schlafen könnt, und erfahrt in vielen Hintergrundartikeln spannende Details zum Leben der Menschen in Baku. Geschrieben wurde der CityTrip von unserer Kollegin und Co-Autorin Heike Maria Johenning.

Architekturführer Baku

Heike Maria Johenning, Fuad Axundov und Peter Ortner·DOM publishers, 2018·219 S.

Baku ist vor allem auch ein lohnendes Reiseziel, wenn ihr euch für Architektur begeistern könnt. In ihrem Architekturführer Baku hat Heike die schönsten Gebäude der Stadt vorgestellt. Beeindruckende Bilder bringen euch diese ganz nah.

Aserbaidschan

Mit Baku, Kaukasus und Kaspischem Meer

Philine von Oppeln, Frank Schüttig und Holger Kretzschmar·Trescher Verlag, 2020·336 S.

Ein klassischer Reiseführer zu Aserbaidschan aus dem renommierten Trescher-Verlag, der neben allerlei Hintergrundinfos zum Land und praktische Tipps und Hintergrundinformationen enthält.

40 Tage Aserbaidschan

Unterwegs zwischen Kaukasus und Kaspischem Meer

Constanze John·DuMont Reiseverlag, 2020·383 S.

Sehr persönlicher Reisebericht, der Aserbaidschan aus der Sicht einer Deutschen vorstellt und von der Presse hochgelobt wurde.

Ali und Nino

Roman

Kurban Said·Ullstein, 2016·382 S.

Der Klassiker der aserbaidschanischen Literatur, der eine Liebesgeschichte am Vorabend der Russischen Revolution erzählt und ein beeindruckendes Nachwort von Nino Haratischwili enthält.

Alle Bilder: Azerbaijan Tourism Board

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