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Masuren Sehenswürdigkeiten – Top 10 der schönsten Orte im Norden Polens

Inhaltsverzeichnis

Masuren – wohl kaum eine andere Landschaft in Polen umwehen derart viele Mythen wie den Landstrich im Norden des Landes. Unzählige Seen, dunkle Wälder und eine weitgehend unberührte Natur machen die Region auch bei Deutschen zu einer beliebten Urlaubsregion. Neben all den Naturschönheiten gibt es hier aber auch viele Spuren der ehemaligen deutschen Bewohner, prächtige Burgen und Schlösser sowie einzigartige Kirchen zu entdecken. In einem weiteren Beitrag haben wir übrigens die wichtigsten Masuren-Reisetipps für euch zusammengestellt.

Das sind die Top 10 Masuren Sehenswürdigkeiten

In unserem Beitrag möchten wir euch die Top 10 Masuren Sehenswürdigkeiten vorstellen und dabei auch das Ermland nicht vergessen, mit dem die Masuren heute eine Verwaltungseinheit bilden. Wir sprechen hier also von Masuren, so wie allgemein üblich, meinem damit aber eigentlich das Ermland und Masuren.

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Das imposante Rathaus von Allenstein

Allenstein (Olsztyn)

Die Hauptstadt der Woiwodschaft Ermland-Masuren hat in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erlebt. Eingebettet in die Ermländische Seenlandschaft, findet ihr hier nicht nur unzählige hippe Cafés, Restaurants und Bars, sondern auch eine ganze Reihe an historischen Sehenswürdigkeiten. Das wunderschöne Schloss, den beliebten Stadtstrand mit coolen Beachclubs, einen alten jüdischen Friedhof, alte deutsche Kirchen und den wundervollen Marktplatz haben wir für euch in einem eigenen Beitrag genauer unter die Lupe genommen.

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Kann ein Schloss idyllischer liegen als das in Heilsberg?

Heilsberg (Lidzbark Warmiński)

Das Ermland war früher ein eigener kleiner Staat, der von einem Fürstbischof regiert wurde. Unbestrittenes Machtzentrum war das heute etwas verschlafene Heilsberg, in dem die Fürstbischöfe ein wuchtiges Residenzschloss errichten ließen, in dem einst sogar Nikolaus Kopernikus lebte. Vom alten Glanz der Stadt, die heute nur rund 16.000 Menschen leben, zeugen auch zahlreiche weitere Bauten vom alten Glanz der Stadt.

Zu den schönsten Orten von Heilsberg zählen eine prächtige Backsteinkirche, ein Tor, in dem noch Kanonenkugeln feststecken, die Napoleon auf die Stadt feuern ließ, eine Orangerie und vieles mehr. Zuletzt kam ein modernes Hotel hinzu, das teilweise in den Schlosskomplex integriert wurde und international mit Preisen überschüttet wurde. In einem einem eigenen Beitrag stellen wir euch Heilsberg genauer vor, wo ich vor einigen Jahren selbst gelebt habe.

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Rößel (Reszel)

Um mit dem Auto nach Rößel zu fahren, braucht man viel Zeit und gute Reifen. Das abgelegene Städtchen will sich zunächst nicht so recht zeigen. Ist man aber erstmal angekommen, kann man hier aber eine sagenhaft schöne Altstadt erleben, deren Highlight ein altes Schloss ist. Hier sind mehrere Museen untergebracht, unter anderem ein Foltermuseum. Rößel war nämlich die letzte europäische Stadt, in der noch Hexen verbrannt wurden. Weniger grausam als in dem Museum geht es im Schlossturm zu. Von hier habt ihr eine tolle Sicht auf die Altstadt mit dem Rathaus und der Pfarrkirche St. Peter und Paul.

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Wolfsschanze

Tief in den ostpreußischen Wäldern ließ Hitler eine monströse Bunkeranlage errichten, die er während des Zweiten Weltkriegs fast drei Jahre lang bewohnte und von wo aus der Krieg im Osten koordiniert wurde. Die Dimensionen der Bunkerstadt sprengen beinahe die Vorstellungskraft, meterdicke Mauern und ein geheimer Flughafen sorgen für eine unheimliche Stimmung. Diese wird noch dadurch verstärkt, dass die Nazis bei ihrem Abzug weite Teile der Anlage sprengten und die Natur das Waldstück langsam zurückerobert.

Vor wenigen Jahren wurde hier endlich ein Museum eingerichtet, sodass man heute auch auf Deutsch viele Informationen zur Geschichte der Anlage erhält, in der einst Graf von Stauffenberg ein Attentat auf Hitler verübte. In einem eigenen Beitrag stellen wir euch die Wolfsschanze genauer vor.

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Heiligelinde (Święta Lipka)

Nicht weit von der Wolfsschanze entfernt geht es deutlich friedlicher zu. In Heiligelinde steht die vielleicht schönste Kirche Nordpolens, ein barockes Kleinod, das auf eine alte Legende zurückgeht. Einst soll im benachbarten Rastenburg ein Gefangener nach einer Marienerscheinung eine Jesusfigur geschnitzt haben, die so schön war, dass man ihn freiließ. Er hängte die Figur an eine Linde und in der Folge kam es zu zahlreichen Wundern. Nachdem man eine erste Kapelle errichtet hatte, ließen die Jesuiten die noch heute existierende Kirche errichten, die zum prächtigsten zählt, was das Land zu bieten hat.

Spirdingsee (Jezioro Śniardwy)

Rund 4000 Seen soll es in Masuren geben. Aber welcher ist der schönste? Der Spirdingsee kann zumindest für sich in Anspruch nehmen, der größte von allen zu sein und ist ein Paradies für Segler, Angler und die vielen Touristen, die mit einem Ausflugsdampfer über den See schippern. Über kleine Flüsse ist er mit zahlreichen weiteren Seen verbunden, sodass man ausgehend von den malerischen Orten Nikolaien (Mikołajki), Rhein (Ryn) oder Rudczanny-Nieden (Ruciane-Nida) bequem und vor allem gemütlich auf dem Wasser hierhin fahren kann.

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Hohenstein (Olsztynek)

Nur wenige Kilometer südlich von Allenstein liegt die Kleinstadt Hohenstein. Sie ist weniger wegen ihres Zentrums ein beliebter Ausflugsort, sondern wegen des Freilichtmuseums vor den Toren der Stadt. Hier könnt ihr erfahren, wie die Menschen in Masuren früher gelebt haben. Das Museum stand früher in der Nähe von Königsberg und wurde dann Stück für Stück ins heutige Polen gebracht, was gar nicht so einfach war, denn neben den vielen Bauernhäusern wurden sogar ganze Kirchen hierhin versetzt. Für uns ist das Museum einer der schönsten Orte in Masuren, da ihr hier nicht nur etwas zur Lebensweise der Bauern in der Region erfahrt, sondern auch gemütlich durch den Wald spazieren könnt, in den das Freilichtmuseum eingebettet ist.

Oberländischer Kanal (Kanał Elbląski)

Elbing (Elbląg) liegt im äußersten Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren an der Grenze zu Pommern und wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. In den letzten Jahren hat man die Stadt hübsch restauriert, dabei aber nicht auf historischen Kitsch gesetzt, sondern die alten Gebäude modern interpretiert.

Bekannt ist Elbing aber vor allem für den Oberländischen Kanal, der wenige Kilometer vor den Toren der Stadt eingerichtet wurde. Bei ihm handelt es sich um eine technische Meisterleistung des 19. Jahrhunderts. Er verbindet die Seen in den südlichen Masuren mit dem Frischen Haff und somit mit der Ostsee. Der Clou: Es handelt sich nicht um eine durchgehende Wasserstraße, sondern der Weg führt teilweise über Land, wo die Schiffe auf Schienen zur nächsten Wasserstelle weiterfahren. Heute wie damals ein beeindruckendes Schauspiel!

Kruttinna (Krutynia)

Wo sind die Masuren am schönsten? Diese Frage hören wir ziemlich oft und natürlich gibt es darauf keine eindeutige Antwort. Ein heißer Kandidat für den schönsten Ort in Masuren ist aber der Fluss Kruttinna, der in Halbkreisform durch die Landschaft verläuft. Er ist ein Paradies für Kanu- und Kayakfahrer und auch für absolute Anfänger geeignet.

Ihr könnt einfach in den Ort Krutyn fahren und dort ein Kanu ausleihen. Dann startet ihr eure gemütliche Reise auf dem Fluss, ob alleine oder im Gruppenboot. Vorbei an alten Mühlen, Bieberbauten und unter dem Geschnatter der Schwäne treibt ihr dann flussabwärts und lasst einfach mal die Seele baumeln. Eurer Ziel könnt ihr individuell auswählen, ruft dann bei der Verleihfirma an und werdet wieder abgeholt – ein perfekter Tag in Masuren.

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Frauenburg (Frombork)

Ihr wart von Heiligelinde schon begeistert? Dann wartet erstmal ab, was ihr in Frauenburg erleben könnt. Von einem Dorf mit nur 2000 Einwohner sollte man normalerweise nicht allzu viel erwarten dürfen, aber hier steht mit dem Frauenburger Dom eine der bedeutendsten Kirchen des Landes.

Der Dom stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde von Kopernikus einst als letzter Winkel der Welt bezeichnet. Hier arbeitete er über Jahre hinweg und entwarf seine Theorien. Kein Wunder, dass man dem berühmtesten Bewohner der Stadt nicht nur ein Museum gewidmet hat, sondern ihn gleich auch im Dom beisetzte. Sein Grab wurde allerdings erst vor wenigen Jahren entdeckt und kommt heute ziemlich modern daher. Von Fromborg aus könnt ihr außerdem mit der Fähre aufs Frische Haff hinaus, auf der schmalen Landzunge entspannte Spaziergänge unternehmen und die Sicht auf die Ostsee genießen.

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Markus Bingel hat lange in Polen, der Ukraine und Russland studiert und gearbeitet. Als Reisebuchautor zieht es ihn mehrmals im Jahr in die Länder des „Wild East“ – und noch immer ist er jedes Mal fasziniert von dieser Region. Als Co-Gründer des Blogs möchte er euch gerne die unbekannten, spannenden und immer wieder überraschenden Seiten Osteuropas vorstellen.

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