Zunächst durch die Revolution der Würde, den Euromaidan udn später vollends durch den russischen Angriffskrieg ist die Ukraine wieder stärker in den Fokus der Welt gerückt. So war es hier, wo 2014 Bürger gegen Korruption auf die Straße gingen und durch den Protest das korrupte Janukowitsch-Regime zu Fall brachten. Es folgte eine Invasion Russlands, die die Krim annektierte und einen Krieg im Donbas vom Zaun brach, der lange Zeit fast unbemerkt, weiterhin Menschen das Leben kostete bis Russland 2022 dann mit großen Verbänden in der Ukraine einfiel und das Land unterwerfen wollte. Die Ukrainer wehren sich tapfer, doch der Kampf ist zäh - auch weil westliche Länder nicht die Hilfe leisten wollen, die nötig wäre.
Doch auch ohne Krieg ist die Ukraine eines der spannendsten Länder Osteuropas. Als einer der Staaten, der erst mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion seine endgültige Unabhängigkeit erstritten hat, hat die Ukraine dennoch eine jahrhundertealte Kultur und viele Traditionen. So war sie lange gespalten und nach dem Zerfall der Kyjiwer Rus gehörten Teile des Landes zeitweilig zu Polen, Russland, Österreich, Ungarn, der Tschechoslowakei oder Rumänien. Bis heute gibt es im Land viele Minderheiten, die zur einzigartigen Kultur der Ukraine beitragen.
Die Landschaften der Ukraine sind sehr divers, was sie zu einem großartigen Land für tiefergreifende Entdeckungen macht. In den Städten der Ukraine kann man die jahrhundertealte Geschichte und Kultur des Landes erfahren. In Lemberg (Ukrainisch: Lwiw) fühlt man sich wie in einem Museum für die k.u.k.-Monarchie. Kyjiw hingegen bietet modernes Leben mit einer großartigen Bar- und Clubkultur. Durch die HBO-Serie werden Ausflüge in das Sperrgebiet rund um das verunglückte Atomkraftwerk Chernobyl immer populärer. Charkiw bietet einzigartige Einblicke in die sowjetische Geschichte der Ukraine. Dnipro und die umliegenden Großstädte sind ein außergewöhnliches Ziel für Industriekultur-Touristen. Und Odessa ist schon immer die berühmte Perle am Schwarzen Meer gewesen und bietet nicht nur Strände, sondern auch einen Einblick in die jüdische Geschichte dieser Metropole.
Neben den Großstädten Kyjiw, Lwiw, Charkiw oder Dnipro hat die Ukraine aber auch einzigartige Naturlandschaften zu bieten. Die ukrainischen Karpaten sind eines der ursprünglichsten Gebirge in Europa und es finden sich viele Orte, an denen die Zeit still zu stehen scheint. Im Sommer füllen sich die Strände am Schwarzen Meer vor allem mit einheimischen Touristen, so dass man sich immer noch etwas weiter weg von Westeuropa fühlt, als beispielsweise in Bulgarien oder Kroatien. Die Landschaften im Süden des Landes, lassen erahnen, wie die Kossakenreiter einst die Steppe beherrschten und dieses wilde Land nach und nach urbar machten. In den Sümpfen des Pripyat findet sich nicht nur die gleichnamige Geisterstadt. Es gibt Schmalspurbahnen und echtes Dorfleben, so wie es schon seit Jahrhunderten gelebt wird. Überall lassen sich Menschen bei ihren Handwerk beobachten, dessen Fertigkeiten sich über Generationen vererbt haben.
Durch Bands wie Dakha Brakha oder Okean Elzy ist auch das Kulturleben der Ukraine in der Welt bekannter geworden. An vielen Orten des Landes kann man einzigartige Livemusik erleben. Festivals finden das ganze Jahr über statt und einige davon, wie das Jazz-Festival von Lwiw, haben Weltrang.
Nicht zuletzt die Küche aber ist es, die der Ukraine einen besonderen Reiz verleiht. Denn durch die unterschiedlichen kulturellen Einflüsse aus allen Jahrhunderten, ist auch die Esskultur extrem divers und bietet mehr als nur Borsch und Wareniki.